Handball: Langenfeld verspricht Kampf bis zum Umfallen

Handball : Langenfeld verspricht Kampf bis zum Umfallen

Der Handball-Oberligist kann mit Rang zehn nicht zufrieden sein. Das Heimspiel gegen Adler Königshof gilt als richtungsweisend.

Es war einmal eine Zeit, in der schauten die Handballer der SG Langenfeld (SGL) entschlossen nach vorne. Das begann ungefähr am Ende der Saison 2002/2003, als die Mannschaft gerade den Abstieg aus der Verbandsliga in die Landesliga hinter sich hatte. Es dauerte eine Weile, ehe sich die Dinge ab dem Sommer 2006 unter der Regie des neuen Trainers Heino Kirchhoff in die andere Richtung entwickelten. Seitdem kannten die Handballer nur einen Weg - den nach oben.

Über zwei fünfte Plätze steigerte sich die zuletzt sogar zur Oberliga-Vizemeisterschaft. Und auch in der neuen Saison sollte die SGL wenigstens nachweisen, dass sie mittlerweile zu den etablierten Größen in der Klasse gehört. Trainer Leszek Hoft formulierte es seinerzeit offen: ""Wir wollen so gut wie möglich abschneiden. Wir werden immer versuchen, attraktiven Handball zu bieten." Abteilungsleiter Klaus Majeres äußerte sich zuversichtlich: "Ich bin sicher, dass wir wieder oben mitspielen. Ich bin zufrieden, wenn uns das gelingt und wir am Ende Dritter werden."

Nach vier Begegnungen sieht es weder nach dem einen noch nach dem anderen aus. Die nur auf Rang zehn geführten Langenfelder stehen heute Abend (17.30 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) gegen den Achten DJK Adler Königshof sogar unter Druck.

Der Saisonbeginn vor der durch die Herbst-Schulferien bedingten Meisterschaftspause war rätselhaft. Nach dem spannenden und durch viel Kampf erreichten 24:23 gegen Unitas Haan folgte das 19:29 beim TV Jahn Hiesfeld. Die SGL nahm seinerzeit für sich als Entschuldigung in Anspruch, dass zu viele Spieler gesundheitlich angeschlagen gewesen seien. Es folgte der 21:21-Krimi in eigener Halle gegen die Bergischen Panther, der wieder die Wende zu alter Stärke zu markieren schien. Eine Woche später warf die Mannschaft selbst um, was sie gerade erst aufgerichtet hatte. Für die unterirdisch schlechte Vorstellung und das daraus resultierende 23:32 beim TV Lobberich existiert bis heute keine tragfähige Erklärung.

Stresstest zwei: Auch Rückraumspieler Christían Majeres geht im Dienst der Mannschaft immer wieder mal schmerzhafte Zweikämpfe ein. Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

Im Anschluss gab es eine trainingsfreie Woche, um die Dinge sacken zu lassen und dann mit frischer Kraft zurückzukehren. Trotzdem nahm Langenfeld das Angebot des Drittligisten HSG Krefeld zu einem Test nicht wahr. "Wir müssen uns noch finden. Das ist im Moment nicht unsere Welt", betont SGL-Trainer Hoft, der sich lieber zu Hause mit Aufbau-Arbeit befasste. Dabei war die Vorbereitung nicht zum ersten Mal in dieser Saison extrem kompliziert.

Ein Teil der Spieler befindet sich augenblicklich in wichtigen Prüfungsphasen und kann deshalb den Schwerpunkt jetzt nicht gerade auf den Handball legen. Das trifft etwa auf Linkshänder Christian Majeres zu. Aus privaten Gründen gilt das für Sven Kniesche, den Kollegen im rechten Rückraum. Um auf jeden Fall eine Alternative zu haben, soll eventuell Hendrik Heider aus der zweiten Mannschaft (Verbandsliga) aushelfen.

"Die Situation ist ein bisschen schwierig", sagt Hoft, der damit nicht nur die personelle Lage meint. Mit 3:5 Zählern hinkt die SGL bereits ein Stück hinter den eigenen Ansprüchen her. Das lässt sich reparieren, weil erst vier von 26 Partien hinter den Vereinen liegen. Außerdem ist nicht davon auszugehen, dass Jahn Hiesfeld und Aldekerk (beide 8:0 Punkte) die gesamte Serie unbeschadet überstehen. "Wir stehen an einer Schnittstelle", räumt Hoft ein, "wir brauchen einen Sieg. Ich gehe davon aus, dass wir die Wende schaffen." Die Garantie auf einen Erfolg kann er zwar nicht abgeben, aber das Versprechen auf eine Leistung voller Hingabe: "Das ist hier ja unser Wohnzimmer. Wir werden bis zum Umfallen kämpfen." Das klingt auf jeden Fall so entschlossen wie in den besten Zeiten.

(RP)