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Badminton: Langenfeld und seine offenen Fragen

Badminton : Langenfeld und seine offenen Fragen

Der Badminton-Bundesligist wird den möglichen Aufstieg in die Bundesliga nicht wahrnehmen. Das bevorstehende Saisonfinale ist daher nebensächlich. Schon jetzt geht es aber um die Planungen – aus finanzieller wie sportlicher Sicht.

Der Badminton-Bundesligist wird den möglichen Aufstieg in die Bundesliga nicht wahrnehmen. Das bevorstehende Saisonfinale ist daher nebensächlich. Schon jetzt geht es aber um die Planungen — aus finanzieller wie sportlicher Sicht.

Grundsätzlich hätte der FC Langenfeld (FCL) an diesem Wochenende in der 2. Badminton-Bundesliga ein spannendes Saisonfinale vor sich haben können. Doch inzwischen ist der Doppelspieltag mit den Aufgaben beim Tabellenführer TV Refrath II (heute, 14 Uhr) und gegen den Fünften STC BW Solingen (morgen, 14 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) deutlich weniger wert. Team-Manager Günther Joppien erklärte im Laufe dieser Woche, dass der FCL auf den Sprung in die Bundesliga verzichtet — selbst dann, wenn er sich sportlich qualifiziert hätte. Ein Grund dafür ist der Wechsel von Fabienne Deprez nach der Saison zum abstiegsbedrohten Klassen-Konkurrenten BV Rot-Weiß Wesel. Schwerwiegender ist allerdings, dass dem Verein schlicht die finanziellen Mittel für die höchste Klasse fehlen. Am Ehrgeiz fürs Saisonfinale ändert das alles nichts. "Wir treten in Vollbesetzung an und wollen die Saison mit zwei Siegen beenden", sagt Joppien.

Der 64-Jährige räumt auch ein, nicht rechtzeitig die Sponsorensuche für mögliche höhere Aufgaben begonnen zu haben. "Wir sind als Aufsteiger aus der Regionalliga in die Saison gegangen und wussten nicht, wo wir in der 2. Liga stehen", sagt der Team-Manager, "die Planungen gingen nicht wirklich Richtung Bundesliga." Am Ende habe es nicht mehr geklappt, auf die Schnelle einen passenden Geldgeber zu finden. "Solide Finanzen sind wichtiger als ein überstürzter Aufstieg", findet Joppien.

Der FCL liegt mit 17:7 Punkten auf Platz zwei — hinter der Reserve des Bundesligisten TV Refrath (20:4), aber vor dem BV RW Wesel (15:9) und dem TSV Trittau II (13:11). Wesel gab bereits vor einigen Wochen aus finanziellen Gründen den Verzicht auf einen denkbaren Aufstieg bekannt. Daraus ergeben sich nun mit dem Blick auf die Abstiegszone der Bundesliga verschiedene Szenarien. Dort bangen Trittau I (8:20) und Refrath I (9:19) noch um den Klassenerhalt — den sie geschafft hätten, falls denn jetzt bereits Schluss wäre. Der Vorletzte PTSV Rosenheim (8:20) sitzt aber beiden im Nacken. Durch den Verzicht von Langenfeld und Wesel könnte es sogar dazu kommen, dass der Vorletzte in der Bundesliga bleiben darf und nur der abgeschlagen Letzte Dortelweil (0:28)absteigt.

Diese Gedankenspiele beschäftigen Günther Joppien nur am Rande. Er will heute vor allem die bislang ungeschlagenen Refrather bezwingen und so die Revanche fürs 3:5 aus der Hinrunde schaffen. "Wenn wir einen guten Tag erwischen, sind die schlagbar", meint Joppien. Die Solinger schätzt er stärker ein, als es die Tabelle vermuten lässt: " Das ist keine leichte Aufgabe."

Den Abgang von Fabienne Deprez nimmt er relativ gelassen auf. "Wir trennen uns in Freundschaft", betont der FCL-Manager, "Fabienne hat 17 Jahre im und für den FCL gespielt. Sie ist bei uns immer willkommen." Momentan plant er für die kommende Saison in der 2. Liga mit einem fast unveränderten Kader: "Bei den Herren wird sich voraussichtlich nichts verändern, aber wir suchen natürlich nach einer Ergänzungsspielerin bei den Damen." Durch Jeanine Cicognini und Fabienne Köhler sei das Team weiterhin gut aufgestellt.

Ein anderes Thema sind die Finanzen. Joppien befindet sich weiter in Verhandlungen, doch eine feste Zusage gibt es bisher nicht. In der Bundesliga müsste das Budget für Spieler und Auswärtsfahrten allerdings deutlich höher sein. Joppien: "Das werde ich für die nächste Saison frühzeitig in Angriff nehmen. Jetzt freue ich mich erst mal auf zwei schöne Spiele zum Abschluss."

(dora)