Langenfeld muss die Lücken finden

Handball: Langenfeld muss die Lücken finden

Der Handball-Drittligist SGL freut sich auf seine Heimpremiere gegen den TSV GWD Minden II – und peilt einen Sieg an.

Grundsätzlich ist der Fall ja klar. Für die Handballer der SG Langenfeld gibt es nach dem Aufstieg in die 3. Liga sowieso keine einfachen Gegner. Das Team von Trainer Jurek Tomasik wird vielmehr in jedem Spiel an seine Grenzen oder darüber hinaus gehen müssen, um die für den Klassenerhalt wenigstens erforderliche 20-Punkte-Marke zu knacken. Dafür sind ungefähr zehn Siege nötig und die Chancen in den Heimspielen sehr wahrscheinlich größer – auch und gerade jetzt. Die SGL trifft am heutigen Samstagabend (19.30 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) bei ihrer Heimpremiere in der neuen Saison auf den TSV GWD Minden II, der mit 0:4 Zählern einen schlechten Start erwischt hat.

Trainer Tomasik ist auf der einen Seite bemüht, den Druck von seiner Mannschaft zu nehmen, und er will lieber nicht vom Gewinnen-Müssen sprechen. Auf der anderen Seite kann er natürlich rechnen: „Wenn wir zu Hause nicht gewinnen, wird es ganz schwierig.“ Langenfeld kann mit der bisherigen Ausbeute vom 29:29 bei den Sauerland Wölfen und dem 24:28 bei der Ahlener SG schon leben, fühlt sich aber ein Stück weit unter Wert verkauft. Gegen die Wölfe führte unter anderem die hohe Anzahl vergebener Chancen zum Unentschieden, während in Ahlen eine schwache Phase von der 26. bis zu 38. Minute aus der 12:9-Führung einen 12:16-Rückstand machte. „Wir haben im Training über das eine oder andere gesprochen“, sagt Tomasik, „ich finde, dass wir uns in den beiden Auswärtsspielen, die ja auch an einem Freitagebend waren, trotzdem ganz gut verkauft haben.“

Mit der intensiven Vorbereitung zum Beispiel durchs Studium von Video-Aufnahmen und mit dem Heimrecht im Rücken sieht er nun ordentliche Chancen, das Konto auszugleichen. Sein Co-Trainer Markus Becker hatte es bereits kurz nach der Schluss-Sirene in Ahlen passend formuliert: „Wenn wir gegen Minden gewinnen, sind wir voll im Soll.“ Daraus ergibt sich im logischen Umkehrschluss: Wenn nicht, dann nicht.

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Die Gäste aus Ostwestfalen werden Langenfeld vor eine ganz neue Herausforderung stellen. Einmal ist nie wirklich sicher, in welcher personellen Besetzung die Zweite des Bundesliga-Tradtionsklubs antreten wird. Theoretisch sind immer zusätzlich Verstärkungen oder Ergänzungen aus der ersten Mannschaft oder den A-Junioren möglich, die diesmal jeweils erst am Sonntag in der Bundesliga gefordert sind.

Die direkten Vergleiche mit Minden II aus der Drittliga-Saison 2016/2017 werden bei der SGL gemischte Gefühle erzeugen, denn nach dem 29:31 aus der Hinrunde gab es in der Rückrunde am letzten Spieltag ein 29:27 – das jedoch den Abstieg in die Regionalliga nicht mehr verhindern konnte. Geblieben ist offensichtlich die Spielweise der Mindener, die eine sehr offensive 3-2-1-Deckung bevorzugen und damit bei den meisten Kontrahenten viel Verwirrung erzeugen können. Tomasik sieht sein Team allerdings in der Lage, die sich bietenden Lücken zu nutzen: „Wir haben spielerisch starke Leute wie André Boelken oder André Eich. Auch ein Felix Korbmacher ist da nicht von schlechten Eltern.“

Hilfreich wäre ein Erfolg zunächst, um das eigene Konto von bisher 1:3 Zählern auf 3:3 Punkte zu stellen. Dennis Werkmeister, der Sportliche Leiter, ist zuversichtlich: „Ich gehe davon aus, dass wir gewinnen werden.“ Auf jeden Fall ließen sich die in den beiden kommenden Wochen folgenden Aufgaben etwas entspannter angehen, in denen der Drittliga-Rückkehrer als mindestens klarer Außenseiter gelten muss: Am nächsten Freitag (20 Uhr, Halle Am Hammer) wartet die Aufgabe beim Leichlinger TV und am 22. September (19.30 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) das Heimspiel gegen den Longericher SC. Das sind zwei Klubs, die viele bis zum Schluss in der Tabelle ziemlich weit vorne erwarten. Beide Duelle dürften super-schwierig sein – in einer Klasse, in der es für Langenfeld sowieso keine einfachen Gegner gibt.

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