Langenfeld Longhorns wollen beim Zweitliga-Aufsteiger Hannover nachlegen

Football : Heimerfolg stärkt die Longhorns mental

Die Footballer wollen jetzt bei Zweitliga-Aufsteiger Hannover nachlegen, erwarten aber eine Begegnung auf Augenhöhe.

Im Sport gibt es Siege, die einem mehr oder weniger wichtige Zähler für das Punktekonto bescheren. Und dann gibt es auch Siege, die einem auch darüber hinaus etwas bringen. Einen solchen könnten am vergangenen Wochenende die Zweitliga-Footballer der Langenfeld Longhorns errungen haben, die sich zu Hause gegen die Hamburg Huskies nach einem packenden Spiel mit 35:34 durchsetzten.

Wichtig war der Sieg, weil das Team von Headcoach Michael Hap trotz zahlreicher Rückstände eine tolle Moral zeigte und immer wieder ins Spiel zurückfand. Wichtig war der Sieg aber vor allem, weil sich die Mannschaft am Ende des Tages endlich wieder für diesen großen Kampf belohnte. Genau das hatten die Longhorns in den vorangegangenen Partien bei den Hamburg Huskies (26:36) und den Rostock Griffins (17:29) nicht geschafft. „Wir haben wirklich bis zur letzten Minute gekämpft und das Spiel dann doch noch gewonnen. Man hat jetzt auch im Training gemerkt, dass uns das richtig Rückenwind gegeben hat“, äußerte Langenfelds Wide Receiver Marcel Kirchner. „Nach zwei bitteren Auswärtsniederlagen war es psychologisch einfach unheimlich wichtig, dass wir uns jetzt belohnt haben.“

Vielleicht spielte dieser psychologische Aspekt auch eine Rolle, als Headcoach Hap gegen Hamburg in der allerletzten Spielminute eine wichtige Entscheidung treffen musste. Carlo Zimmermann hatte nach Pass von Quarterback Jarvis McClam soeben auf 33:34 verkürzt und nun musste Langenfelds Trainer wählen: Mit einem Extrapunkt, bei dem der Kicker das Leder-Ei aus kurzer Distanz zwischen die Stangen schießt, hätten die Longhorns mit großer Sicherheit ausgeglichen.

Die Alternative war die sogenannte Two-Point-Conversion, bei der die Angreifer versuchen, das Spielgerät mit einem weiteren regulären Spielzug über den Quarterback erneut in die Endzone zu tragen. Ein Unterfangen, das letztendlich einen Punkt mehr gibt, unterm Strich aber auch deutlich häufiger schiefgeht, als der Extrapunkt durch den Kicker und dann die Langenfelder Niederlage bedeutet hätte. Headcoach Hap entschied sich trotzdem für diese risikoreiche Alles-oder-Nichts-Variante und behielt Recht, weil es Quarterback McClam tatsächlich in die Endzone schaffte und den Longhorns den wichtigen Sieg bescherte.

„Ich bin tendenziell ein risikofreudiger Typ, aber das war einfach ein Bauchgefühl. Und der Sieg war wirklich unheimlich wichtig für uns, weil die Liga extrem stark ist und am Ende fast jeder jeden schlagen kann. Da nimmst du natürlich jeden Erfolg gerne mit, den du kriegen kannst“, erklärte Hap. Den neuen Rückenwind wollen die Longhorns jetzt unbedingt in die anstehenden Spiele tragen.

Heute steht um 15 Uhr die Auswärtspartie beim Aufsteiger Hannover Spartans auf dem Programm: „Wir gehen jetzt natürlich selbstbewusst in die Partie. Aber von einer Favoritenrolle kann man trotzdem nicht sprechen, weil es sicherlich wieder ein Spiel auf Augenhöhe werden wird“, sagte Marcel Kirchner.

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