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Handball: Langenfeld gewinnt mit viel Krampf

Handball : Langenfeld gewinnt mit viel Krampf

Der Handball-Oberligist SG Langenfeld leistete sich zahlreiche Fehler, war aber in den entscheidenden Phasen zur Stelle und sicherte sich nach dem 17:18 noch einen 30:24-Erfolg. Für den Glanz war meist Torhüter Tobias Geske zuständig.

Es gibt ein paar Gegenden im Bergischen Land, die für allgemeine Unordnung einen schönen Begriff verwenden: Kürmel. Wer sich darunter eher wenig vorstellen konnte, war beim Heimspiel des Handball-Oberligisten SG Langenfeld (SGL) gegen den ART Düsseldorf gut aufgehoben. Beide Mannschaften schienen sich in ein paar Phasen gegenseitig an fahrigen Szenen und Fehlern übertreffen zu wollen.

Für die Gastgeber stand das Wichtigste nach den 60 Minuten auf der elektronischen Anzeigetafel, denn dort war ein 30:24 (13:11)-Erfolg abzulesen. Eine Woche nach dem schmucklosen 31:27 beim gefährdeten Bergischen HC II bestätigte Langenfeld immerhin, dass es sich in einer zähen Partie durchbeißen kann. Das Team von SGL-Trainer Leszek Hoft hat nun 29:13 Punkte und weiter alle Chancen, den dritten Tabellenplatz im Saison-Endspurt über die Ziellinie zu bringen.

In der Hinrunde hatte die SGL in Düsseldorf mit dem 30:20 ihren schwachen Saisonstart (5:9 Punkte) für beendet erklärt und gleichzeitig zu einer feinen Serie mit zehn Spielen ohne Niederlage angesetzt. Der Sieg seinerzeit war die Belohnung für eine über weite Strecken konzentrierte Leistung, die ab dem 8:8 (17.) in einen komfortablen Vorsprung mündete. Von Ruhe oder gar Komfort blieb die SGL diesmal bis weit in die zweite Halbzeit hinein weit entfernt. Ein Beispiel fürs allgemeine Chaos boten die Szenen nach dem 9:7 (17.). Langenfeld brachte es fertig, den Ball zweimal hintereinander zu verschenken - durch einen Wurf neben das Tor und einen Fehlpass. Beachtlich war vor allem, dass zwischen den beiden Situationen keine 15 Sekunden lagen. Logisch: So weit konnte es nur deshalb kommen, weil Düsseldorf ähnlich konfus agierte.

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Da der zweite Abschnitt zuerst wenig Besserung brachte, gerieten die Hausherren gegen ausrechenbare Düsseldorfer plötzlich sogar ins Hintertreffen - 17:18 (40.). Trainer Hoft hatte einerseits schon rund ums Aufwärmen aufgrund einiger lässiger Aktionen geahnt, dass seinem Team diesmal womöglich ein paar Prozent Leidenschaft fehlen könnten. Andererseits blieb er selbst beim Rückstand ruhig: "Ich hatte nie das Gefühl, dass wir dieses Spiel verlieren können. Es lag doch nur an uns, dass wir dieses Ergebnis mitgeschleppt haben. Wir haben viel zu viele technische Fehler gemacht." Das wurde in der entscheidenden Phase der Begegnung zumindest teilweise besser. Beteiligt daran war nicht zuletzt der Ex-Langenfelder Lars Lipperson, der kürzlich nach nur einem halben Jahr bei der SGL wieder zu seinem früheren Verein zurückgekehrt war.

Die Unparteiischen, die ansonsten auf beiden Seiten durch einige seltsame Pfiffe für zusätzliche Verwirrung sorgten, sprachen gegen Lipperson wegen eines Fouls an Andreas Nelte korrekt eine Zwei-Minuten-Strafe aus - kurz nach dem 18:18 (40.) von Max Adams. In Überzahl legte Langenfeld das 19:18 (41.) durch Adams, das 20:18 (42.) durch Vinzenz Preissegger und das 21:18 (43.) durch Matthias Herff hinterher. Ein zusätzlicher Dreierpack von Nelte (46.), Herff (48.) und André Eich (49./per Siebenmeter) machte aus dem 22:20 das beruhigendere 25:20 - und der Weg war jetzt frei. "Es gab wenige Höhepunkte, das war ein klassischer Arbeitssieg", stellte Hoft treffend fest. Für den meisten Glanz sorgte Keeper Tobias Geske, der die Gäste in zahlreichen Situationen fast an den Rand der Verzweiflung trieb. Zumindest er hatte seinen Arbeitsplatz wunderbar aufgeräumt.

SG Langenfeld: Geske, Hanke (nur bei einem Siebenmeter eingesetzt) - Thöne (5), Heider, Wolter, Preissegger (2), Adams (2), Schickhaus (2), Herff (2). Kniesche (2), König (3), Eich (4/1), Boelken (2), Nelte (6).

(RP)