Langenfeld fehlen nur ein paar Zentimeter

Abstiegskampf 3. Liga : Langenfeld fehlen nur ein paar Zentimeter

Der Drittligist brachte vom Kellerduell bei der SG/VTB Altjührden ein 28:28 mit. Das späte Tor von Dominik Jung zählte nicht.

Natürlich ist Markus Becker darum bemüht, in jeder Ecke das Positive zu suchen. Das gehört ja zu seinen Aufgaben als Trainer des Handball-Drittligisten SG Langenfeld (SGL). So war es auch nach der weitesten Fahrt der Saison und dem Kellerduell bei der SG VTB/Altjührden, dessen Ergebnis keinem weiterhalf – 28:28 (13:15). Langenfeld beendet die Hinrunde mit 4:26 Zählern auf dem letzten Tabellenplatz und den Hausherren geht es eine Position davor nicht viel besser (6:24). „Wir nehmen relativ viel Mut und Selbstbewusstsein mit“, sagte Becker, „natürlich haben wir uns zuerst sehr geärgert, aber jetzt ist die Stimmung gut. Wir haben einen Punkt geholt. Und eigentlich haben wir ja auch gewonnen.“

Im Fokus seiner Zweifel stand dabei die Schlussphase der Partie, die für die SGL lange ein intensives Hinterher-Rennen war. Felix Korbmacher (58.) und Dominik Jung (59.) hatten aus dem 26:27 das 28:27 gemacht – die erste Führung. Dann gab es eine Zeitstrafe gegen Henrik Heider (59.) und die SGL nahm kurz darauf ihre letzte Auszeit, um die Dinge noch einmal zu sortieren. Trotzdem kamen die Hausherren in Überzahl durch Helge Janssen 21 Sekunden vor der Schluss-Sirene zum 28:28 – und die Langenfelder noch einmal an den Ball.

Dann gab es einen Angriff über die rechte Seite, den Jung mit einem Treffer abschloss. Zum Entsetzen der Gäste erkannten die Unparteiischen allerdings auf Schrittfehler und gaben das Tor nicht. Weil aus ihrer Sicht gleichzeitig ein zu ahndender Gegner-Kontakt vorlag, entschieden sie vielmehr auf Freiwurf. Becker: „Eine Fehl-Entscheidung.“ Maurice Meurer probierte es dann zwar aus der extrem ungünstigen Situation, hatte aber – wie erwartet – mit seinem Versuch kein Glück.

Die Taktik, Altjührdens besten Werfer Lukas Kalafut sofort per Manndeckung aus dem Spiel zu nehmen, brachte der SGL besonders eins – den 3:7-Rückstand (11.). „Das hat nicht funktioniert“, räumte Becker ein, „das nehme ich voll auf meine Kappe.“ Nach einer Auszeit und der Umstellung auf die 5:1-Deckung kämpfte sich das Schlusslicht ab dem 4:9 (15.) übers 8:10 (20.), 10:12 (23.) und 12:14 (28.) bis zur Pause auf 13:15 heran (30.). Im zweiten Durchgang erwischten den besseren Start erneut die Gastgeber, die beim 18:14 (36.) erneut auf dem Weg zu einem Sieg zu sein schienen. Langenfeld brauchte aber keine drei Minuten, um durch Jan Schirweit (37.), Dominik Jung (37.), André Eich (38.) und Henrik Heider (39.) den 18:18-Ausgleich zu erzielen. Das letzte Drittel war später ein Abstiegskrimi auf Augenhöhe.

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Auf dem Spielbericht standen für die SGL neben den beiden Keepern Alexander Riebau und Christian Thommessen nur neun Feldspieler. Neben dem beruflichen verhinderten Kreisläufer Mats Heyde fehlte auch der erkrankte Linksaußen Jan Hüfken. Was erst recht nichts mit einer drittliga-tauglichen Ausstattung zu tun hat: Das betreuende Team hinter dem Team bestand nur aus Physiotherapeutin Anna Petzel, Trainer Becker und André Boelken. Der Spielmacher, der wegen seines Kreuzbandrisses lange ausfällt, hatte die über 320 Kilometer weite Reise mitgemacht und konnte so seinen Coach wenigstens ein bisschen entlasten.

Langenfeld, das zumindest vorerst nicht mehr vom Kampf um den Klassenerhalt sprechen will, hat für die beiden restlichen Spiele in diesem Jahr gegen den Elften SG Menden Sauerland Wölfe (Samstag, 19.30 Uhr) und gegen den Neunten Ahlener SG (Samstag, 22. Dezember, 19.30 Uhr) ein neues Ziel ausgegeben. „Wir wollen nicht als Letzter in die Winterpause gehen“, betont Becker. Dazu muss die SGL mindestens einen Sieg holen. Es wäre im achten Anlauf der erste in dieser Saison in einem Heimspiel und dann bestimmt einer jener positiven Ansätze, nach denen Trainer Becker so händeringend sucht.

SG Langenfeld: Riebau, Thommessen – Heider (2), Jung (5), Wolter, Preissegger (3), Schirweit (2), Korbmacher (6), Eich (4/3), Raschke (2), Meurer (4).

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