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Handball: Langenfeld braucht vor allem Geduld

Handball : Langenfeld braucht vor allem Geduld

Handball-Oberligist kämpft im Spiel beim TV Jahn Hiesfeld um seinen Platz in der Spitzengruppe. Die Gastgeber waren schon beim 28:25 in der Hinrunde bis zum Schluss unbequem. Christian Majeres und Andreas Nelte sind angeschlagen.

In der Handball-Oberliga ist derzeit nichts so beständig wie die Unbeständigkeit. Der Blick auf die zum Teil erstaunlichen Ergebnisse verführt zu dem Schluss, dass niemand so richtig aufsteigen mag – was natürlich nicht den Tatsachen entspricht, aber der SG Langenfeld (SGL) zuletzt kräftig unter die Arme griff. Obwohl das Team von Trainer Leszek Hoft nach einer mäßigen Leistung beim TV Aldekerk mal wieder verlor (22:26), konnte es seine starke Position in der Spitze halten. "Im Grunde haben zuletzt alle für uns gespielt", sagt Hoft. Die SG Ratingen 2011, Langenfeld (beide 25:9 Punkte/Ratingen liegt über den 34:29-Erfolg im direkten Vergleich vorne), die HG Remscheid (24:10) und Borussia Mönchengladbach (22:8/zwei Spiele weniger) haben sich ein Stück vom Rest des Feldes abgesetzt. Für die SGL ergibt sich daraus vor der Partie beim TV Jahn Hiesfeld (heute, 18.30 Uhr) ein relativ angenehmer Druck – weil niemand die Meisterschaft verlangt.

"Ich bin nach wie vor davon überzeugt, das Ratingen das Rennen macht", betont Hoft. Er glaubt fest daran, dass der Spitzenreiter seine aktuellen Probleme und die jüngst bescheidende Ausbeute (zwei knappe Siege, zwei Niederlagen) überwinden wird. Am 15. Februar kann sich Langenfeld in Ratingen selbst ein Bild davon machen, wie es um die Verfassung des Kreisrivalen bestellt ist.

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Die Partie dürfte nur dann ein echtes Spitzenspiel bleiben, wenn die SGL bis dahin möglichst wenig Punkte abgibt. Dazu gehört sicher auch ein entsprechendes Resultat in Hiesfeld, das jedoch keine Geschenke zu verteilen hat. Rang zehn und 15:19 Punkte sind keineswegs das dickste Ruhekissen in einer Klasse, die aktuell nicht mal im Ansatz die genaue Zahl der Absteiger kennt. Dass der abgeschlagene Tabellenletzte TuS Wermelskirchen (0:34 Punkte) die Liga verlassen muss, gilt schon als sicher. "Es kann zwei, drei oder sogar vier Mannschaften erwischen", vermutet Hoft – heilfroh darüber, mit diesem Thema überhaupt nichts zu tun zu haben. Und Hiesfeld als Fünftletzter wird alles dafür tun, sich ebenfalls rechtzeitig in Sicherheit zu bringen.

Dass Jahn ein unangenehmer Kontrahent sein kann, bekam die SGL bereits im Heimspiel der Hinrunde zu spüren. Damals reichte es nach einem 21:22 auf der Zielgeraden mit viel Mühe zu einem 28:25. Leszek Hoft kennt das Mittel, um mit einem ähnlichen Resultat nach Hause zu fahren: "Wir müssen ganz viel Geduld haben. Verlieren wir die Geduld, wird es schwierig." Basis sind darüber hinaus eine starke Abwehr, ein konsequenter Angriff und ein überzeugender Torhüter Tobias Geske.

Der Keeper, der zuletzt sehr überzeugende Vorstellungen ablieferte, wird die Hauptlast zwischen den Pfosten wieder weitgehend alleine tragen müssen, weil Tobias Hanke (Daumenverletzung) noch für etwa zwei Wochen fehlt. Als Ersatz steht erneut der junge Robin Jockenhöfer (17) aus der eigenen A-Jugend zur Verfügung. Angeschlagen ist Christian Majeres (Wirbel verrenkt), für den es im rechten Rückraum praktisch keine Alternative gibt – da sich Linkshänder-Kollege Sven Kniesche derzeit aus beruflichen Gründen in der Schweiz aufhält.

Noch größere Sorgen macht sich Langenfeld um Abwehrchef Andreas Nelte, dessen Schulter lädiert ist. Ob der 31-Jährige mitmischt, dürfte sich erst in Hiesfeld beim Aufwärmen entscheiden. Ganz klar: Nelte will liebend gerne dabei helfen, dass die SGL oben dranbleibt. Was daraus bis zum Ende der Saison wird, ist allerdings ein anderes Thema.

Erstaunlich ist angesichts der ständig wiederkehrenden personellen Baustellen weniger, dass Langenfeld mit den 425 Gegentreffern (Durchschnitt 25 pro Partie) eine der stärksten Abwehrreihen aufbieten kann. Verblüffend ist eher, dass der Angriff mit 521 erzielten Toren (Durchschnitt 30,6) ebenfalls so gut dasteht. Um dieses Niveau zu halten, muss jedoch im Vergleich zur vergangenen Woche und dem 22:26 eine Steigerung her. "Das war ein Ausrutscher", glaubt Hoft.

(RP)