Kugelsicher: Langenfeld steigt in die 2. Liga auf

Sportkegeln : Kugelsicher: Langenfeld steigt in die 2. Liga auf

SKC-Herren sichern sich am letzten Spieltag der Saison durch einen glatten Sieg über Düsseldorf die Meisterschaft in der NRW-Liga.

Auf der großen Bühne kennen sie sich ja eigentlich schon aus. Trotzdem war das Finale in der Saison 2018/2019 jetzt was ganz Besonderes für die Kegler des SKC Langenfeld/Paffrath. Ricky Zimmer, der den Sport seit einer halben Ewigkeit mit Leidenschaft betreibt und heute zugleich Vereins-Sportwart ist, erinnert sich als Mann der ersten Stunde genau: „Bei der Fusion mit Paffrath vor fünf Jahren haben wir die Bundesliga ja praktisch geerbt. Dieses Mal haben wir es aus eigener Kraft geschafft.“ Das bedeutet genau: Die Langenfelder Sportkegler spielen 2019/2020 in der 2. Bundesliga, weil sie ein Herzschlag-Finale in der NRW-Liga zum Happy End bringen konnten. Rund 70 Fans sorgten in der dichten Atmosphäre der Manni-Jung-Sportkegelhalle am Freizeitpark (Zum Stadion) für echte Endspiel-Stimmung und trieben die Gastgeber immer wieder an. „Natürlich spürst du das, wenn dich die Leute anfeuern“, sagt Zimmer, „ohne diese Unterstützung wäre es wohl nicht so ausgegangen.“ Die Gastgeber gewannen gegen die SG Düsseldorfer Kegler II mit 5022:4633 (3:0) und holten dadurch jenes Ergebnis, das für die Meisterschaft nötig war.

Der neue Meister hatte bereits zweimal den dritten Rang in der Abschluss-Tabelle belegt und dabei immer wieder angedeutet, dass er für die höhere Klasse in Frage kommt. Diesmal war die Mannschaft von Beginn an entschlossen, alles für den Titel zu geben – und der Start war auch vielversprechend. Der KSC konnte sich selbst auswärts gut behaupten, holte bereits am zweiten Spieltag einen seiner drei glatten Siege auf fremden Bahnen (Duisburg) und sammelte dort fast immer zumindest den wertvollen Zusatzpunkt. Die große Ausnahme: Am drittletzten Spieltag gab es ein 4574:4772 (0:3) bei der TSG Rheda, die in der Hinrunde in Langenfeld noch chancenlos gewesen war – 4864:5279 (0:3). Im Laufe der Saison entwickelte sich Rheda dann aber im Kampf um den Titel zum hartnäckigsten Kontrahenten des SKC.

Hart umkämpft war jeder der Auswärts-Auftritte – und besonders spektakulär entwickelte sich die letzte Aufgabe der Hinrunde, dessen Ende fast allen den Atem raubte. Beide Teams überboten in einem Duell auf des Messers Schneide die Marke von 5000 Holz. Als abgerechnet wurde, fehlte den Langenfeldern ein winziger Zähler, denn es kam zu einer 5097:5098-Niederlage (1:2). Selbst in den Einzelwertungspunkten gab es keinen erkennbaren Vorteil fürs eins der beteiligten Teams (39:39). Hätte der künftige Zweitligist hier ein bisschen mehr Glück gehabt und sich durchgesetzt, wäre er auf dem Weg in die 2. Liga vermutlich schon zur Saison-Halbzeit fast durch gewesen.

Dass es noch einmal spannend wurde, hatte dann nicht zuletzt mit zwei Auswärtssiegen der TSG Rheda zu tun, die plötzlich gleichauf lag – und am letzten Spieltag nicht mehr im Einsatz war. Weil die TSG insgesamt bei 34 Punkten stand, wusste Langenfeld immerhin eins: Ausrutscher verboten, für den Aufstieg muss ein glatter Erfolg (3:0) über Düsseldorf her, um über die Einzelwertung nach oben zu klettern.

Der Plan ging auf, obwohl die Gäste keinerlei Geschenke verteilten, sondern hartnäckig Widerstand leisteten. „Wir mussten wirklich richtig kämpfen“, sagt Ricky Zimmer, dessen 780 Holz die schwächste Wertung für den SKC waren. Das Top-Ergebnis steuerte Kai Thomas bei, der mit 872 Holz vor Marko Rittmann (857) die beste Marke des Tages beisteuerte. Unglaublich ausgeglichene Resultate erzielten Niklas Johanns (839), Wolfgang Gerhardus (839) und Jürgen Brinckmann (835), sodass am Ende der mannschaftlich bisher größte Erfolg der Langenfelder amtlich feststand. Am Triumph beteiligt waren außerdem Frank Ott und Robert Fritsche (beim Saisonfinale nicht im Einsatz).

Der Meister der NRW-Liga freut sich auf die große Herausforderung 2. Liga, die sportlich noch mehr von allen Beteiligten verlangen wird. Weil bisher die Einteilungen der beiden Gruppen Nord und Süd nicht feststeht, gibt es vorerst ein paar Fragezeichen. „Im Norden hätten wir weitere Strecken“, erklärt Zimmer. In der jetzt beendeten Saison hätte der Weg unter anderem ins Münsterland, ins Tecklenburger Land, nach Kassel oder Salzgitter geführt. Der SKC, dessen Anlage bundesweit als erstklassig geschätzt wird, will alles dafür geben, dass möglichst jeder Spieltag ein Erlebnis wird. Allerdings macht sich niemand etwas vor. „Wir müssen einfach darauf hoffen, dass uns die anderen ein bisschen unterschätzen“, findet Ricky Zimmer. Die Substanz für eine weitere starke Saison der Mannschaft, die in der aktuellen Besetzung zusammenbleibt, ist seiner Ansicht nach da. Und ein bisschen kennen sie sich doch auf der großen Bühne schon aus.

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