Krefeld ist eine Nummer zu groß für die SGL

Handball : Krefeld ist eine Nummer zu groß für die SGL

Der Drittligist verkauft sich besonders in der ersten Hälfte teuer, verliert aber am Ende beim zu starken Spitzenreiter mit 22:35.

Es war mal wieder eine Reise in die etwas größere Handball-Welt. Der Drittliga-Aufsteiger SG Langenfeld (SGL) spielt ja nicht so oft vor mehr als 900 Zuschauern – wie jetzt in der Partie beim Tabellenführer und designierten Meister HSG Krefeld, der seinen Fans mit zahlreichen Aktionen rund um das Spiel einen erlebnisreichen Abend bieten wollte. SGL-Trainer Markus Becker fasst das Drumherum ziemlich beeindruckt zusammen: „Premium.“ Ein ähnliches Urteil fand er später für die Leistung seiner eigenen Mannschaft, die als krasser Außenseiter angetreten war. Bis zur Pause schaffte Langenfeld mit viel Elan und Engagement eine Partie auf Augenhöhe, ehe der Favorit aus Krefeld den zweiten Durchgang zunehmend einseitig gestalten konnte – 22:35 (15:16). „Grundsätzlich bin ich mit der ersten Halbzeit super zufrieden, wir haben super gekämpft“, fand Becker, der seinen Spielern eine ordentliche Gesamtleistung bescheinigte. Den Unterschied zwischen beiden Mannschaften drückt auch die Tabelle gut aus, denn der Titelfavorit Krefeld steuert mit 40:6 Zähler auf Titelkurs – und Langenfeld ist im Tabellenkeller mit 6:40 Punkten weiter auf dem vorletzten Platz untergebracht.

Kreisläufer Jan Schirweit sorgte in der ersten Minute fürs 1:0, das die einzige Führung der Gäste blieb. Übers 7:7 (13.) und 9:9 (16.) wehrte sich die SGL mit allen Mitteln – unter anderem mit ständig wechselnden Manndeckungen gegen einen der HSG-Rückraumspieler. Dass der Abstiegskandidat nach 30 Minuten nicht sogar vorne lag, ging wohl darüber hinaus vor allem auf das Konto der Krefelder Keepers Max Jäger, der zahlreiche Glanzparaden zeigte. „Unglaublich, was er gehalten hat“, fand Becker, „gefühlt hatte er eine Quote von über 50 Prozent.“

Der überraschend knappe 15:16-Rückstand ließ Langenfeld theoretisch noch alle Chancen, ehe der zweite Abschnitt ohne eigenes Tor und mit vier Gegentreffern in Folge begann – 15:20 (38.). Der Rückstand blieb bis zum 20:25 (48.) ziemlich stabil, bevor sich das Resultat doch noch in einen sehr unangenehmen Bereich bewegte und bis zur 56. Minute auf 20:32 kletterte (52.). „Da haben wir uns ein Feuerwerk an technischen Fehlern geleistet“, räumte der SGL-Coach ein, der seiner Mannschaft allerdings nicht den geringsten Vorwurf machte: „Hinten raus ist uns die Luft ausgegangen. Es war kämpferisch bis zum Schluss, als die Akkus leer waren, eine gute Leistung.“

Ein Grund fürs Nachlassen: Der Spielberichtsbogen schien auf einen gut gefüllten Kader hinzuweisen, doch das Stammpersonal war reduziert. Zu den ohnehin verletzt fehlenden André Boelken und Vinzenz Preissegger kam auf die Liste der Ausfälle der angeschlagene Rechtsaußen Dominik Jung – dessen Position dann der sonstige Linksaußen Philipp Wolter übernahm. Für Wolter war zunächst Linksaußen Jan Hüfken unterwegs und nach einer Viertelstunde nicht mehr an Bord, denn dem Polizisten steckten die Strapazen eines dienstlichen Triathlons in den Knochen. Aushilfe war hier der aus dem Oberliga-Team ausgeliehene Spielertrainer Matthias Herff, der die restlichen 45 Minuten bestritt.

Größere Chancen auf den dritten Saisonsieg rechnet sich Langenfeld am kommenden Samstag (19.30 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) gegen den Siebten Northeimer HC aus. Beim 25:26 in der Hinrunde kam die SGL vor rund 300 Zuschauern sogar bis zum Schluss für einen Erfolg in Frage. Die Gäste aus Niedersachsen scheinen eher in die Langenfelder Handball-Welt zu passen.

SG Langenfeld: Riebau, Thommessen – Heider (5), Jung, Wolter (2), Hüfken, Heyde (1), Schirweit (3), Korbmacher (3), Eich (2/2), Herff (1), Meurer (5), Fischer.