Lokalsport: Knapp: Handballer spielen mit dem Feuer

Lokalsport: Knapp: Handballer spielen mit dem Feuer

Der Tabellenführer der Regionalliga kam beim HC Wölfe Nordrhein nach einer starken ersten Hälfte vom Kurs ab - 25:25.

Vielleicht lag es am ungewohnten Termin an einem Sonntagnachmittag um 16 Uhr. Vielleicht lag es an den ungewohnten Temperaturen, die zuvor ziemlich zügig in eine sommerliche Höhe geklettert waren. Der Handball-Regionalligist SG Langenfeld (SGL) gab jedenfalls in der Partie beim HC Wölfe Nordrhein Rätsel auf - weil er mit einer deutlichen Führung sehr stark begann und dann stark nachließ. Am Ende war es ein Spiel mit dem Feuer, weil die Gastgeber genau 23 Sekunden vor der Schluss-Sirene eine letzte Auszeit nehmen konnten, um bei Ballbesitz die Strategie für den finalen Angriff abzusprechen - der allerdings keinen durchgreifenden Erfolg brachte. Es blieb damit beim 25:25 (14:8). An der Tabellenspitze ist das Führungstrio ein bisschen zusammengerückt, aber die SGL liegt mit 38:8 Punkten weiter auf Platz eins vor dem TSV Bonn rrh. (37:11) und der SG Ratingen (35:13).

Die jetzt auf Rang zehn liegenden Gastgeber fanden zuerst keinerlei Rezept gegen die zupackende Abwehr der Langenfelder. Dass Maximilian Molsner den HC nach 45 Sekunden per Siebenmeter mit 1:0 in Führung brachte, war gut zehn Minuten später nur noch eine Randnotiz. Die SGL erzielte sieben Treffer hintereinander zur 7:1-Führung (13.). Alleine sechs Tore standen bis zu diesem Zeitpunkt auf dem Konto der beiden Rückraumspieler Maurice Meurer (vier) und Hendrik Heider (zwei), die insgesamt zwölf Treffer beisteuerten (sieben/fünf). Der Schwung des Spitzenreiters hielt bis zum 12:4 (21.) und die Verantwortlichen durften staunen. "Das war bis dahin richtig stark", fand Co-Trainer Tobias Plümel, "wir hatten die Wölfe total im Griff."

Dass der Titelkandidat den Faden verlor, machte sich im Ergebnis zunächst kaum bemerkbar. Selbst bei der 14:8-Führung (30.) zur Pause war die Welt in Ordnung und auch beim 19:12 (37.) in der zweiten Halbzeit schien keine große Gefahr zu drohen. Dafür sorgte der Spitzenreiter dann selbst, weil er hinten deutlich weniger intensiv arbeitete und den Schlussmann der Hausherren durch ungenaue Abschlüsse immer besser in die Partie brachte. Nach einem 2:9-Lauf kassierte das Team von Trainer Jurek Tomasik den ersten Ausgleich seit der Startphase - 21:21 (48.). Aus dem 21:22 (50.) machten Felix Korbmacher (50.), André Boelken (51.) und André Eich (53./Siebenmeter) zwar das 24:22, doch der HC kam nach dem 25:23 (56.) von Eich erneut zurück. Höchste Gefahr drohte, als Philipp Wolter beim Stande von 25:24 (58.) mit einer Zeitstrafe belegt wurde und die SGL bald das 25:25 (59.) hinnehmen musste. Weil Wölfe-Spieler Molsner kurz darauf ebenfalls eine Zeitstrafe kassierte, war wieder alles im Gleichgewicht.

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Trainer Tomasik schwankte mit ein bisschen Abstand in seinem Urteil über das Ergebnis. "Es ist ja eigentlich nichts passiert", sagte der Coach mit dem Blick auf die Tabelle. Andererseits ging ihm der zweite Abschnitt total gegen den Strich: "Wir haben aufgehört, Handball zu spielen, wir haben komplett unsere Linie verloren. Wir haben uns verzettelt." Zu viele Einzelaktionen, zu wenig vorbereitete Würfe und zu wenig Leidenschaft in der Zusammenarbeit summierten sich zu einer mit 11:17 verlorenen zweiten Hälfte. Die SGL fing sich in den zweiten 30 Minuten über doppelt so viele Gegentreffer ein wie vorher - was eine miserable Bilanz ist. Am Samstag (19 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) hat die SGL gegen den Neunten TuSEM Essen II direkt die Chance, es über 60 Minuten oder wenigstens einen großen Teil der Partie besser zu machen. Gelingt keine Steigerung, könnte das Spiel mit dem Feuer auch mal größeren Schaden anrichten.

SG Langenfeld: Joest, Bremer, Riebau - Heider (5), Wolter (2), Preissegger (1), Heyde (3), Adams, Schirweit, Korbmacher (1), Eich (3/2), Boelken (3/1), Meurer (7), Raschke.

(RP)