Lokalsport: Klassenerhalt, und jetzt?

Lokalsport: Klassenerhalt, und jetzt?

Der Fußball-Oberligist bleibt trotz dem praktisch sicher erreichten Saisonziel hungrig - auch im Heimspiel gegen den Zweiten Straelen.

Schon seit einigen Wochen - vielleicht sogar Monaten - verfestigte sich mehr und mehr das Gefühl, dass der FC Monheim (FCM) in der aktuellen Spielzeit der Fußball-Oberliga nichts mehr mit dem Abstiegskampf zu tun bekommen würde. Vom ersten Spieltag an hatte der Aufsteiger peu à peu immer mehr Punkte zwischen sich und die gefährlichen Ränge gebracht und trotzdem hielten sich die Verantwortlich lange damit zurück, das ausgerufene Saisonziel Klassenerhalt als erfüllt zu erklären. Dabei spielte vielleicht auch die bittere Erfahrung aus der Spielzeit 2013/2014 eine Rolle, als die Monheimer nach der viel umjubelten Landesliga-Rückkehr trotz einer starken Hinrunde am Ende gleich wieder runter mussten.

Diese Geschichte wird sich in der Oberliga allerdings nicht wiederholen: Nach dem jüngsten Sieg beim FSV Vohwinkel-Wuppertal haben die Monheimer inzwischen 39 Punkte auf dem Konto und sind mit einem satten Vorsprung von 21 Zählern auf die Abstiegsränge derzeit Fünfter. Bei noch zwölf ausstehenden Partien zweifelt inzwischen auch Trainer Dennis Ruess nicht mehr am Klassenerhalt: "Ohne dabei die Demut zu verlieren, sind wir dann jetzt doch so mutig, zu sagen, dass wir mit ganz unten in dieser Saison nichts mehr zu tun haben werden. Aber wir wollen natürlich am Ende nicht immer noch bei 39 Punkten stehen und werden mit Sicherheit jetzt nicht das Fußballspielen einstellen."

Dass der Klassenerhalt nun schon zu einem so frühen Zeitpunkt in der Saison als gesichert gelten darf, ist für einen Aufsteiger auf der einen Seite überraschend, andererseits aber auch die logische Konsequenz aus einer seit drei Jahren anhaltenden Positiventwicklung am Rheinstadion. Damals noch in der Bezirksliga beheimatet, schaffte es Ruess mit seinem Team in kürzester Zeit bis hoch in Deutschlands fünfthöchste Spielklasse, in der sich der FCM nun auf Anhieb etablierte. "Am Ende gehört für den maximalen Erfolg natürlich auch ein bisschen Glück dazu, aber Vieles ist kein Glück, sondern das Ergebnis harter und ehrlicher Arbeit. Wir haben in den vergangenen Jahren sehr hart gearbeitet und freuen uns jetzt über das tolle Resultat, sind uns aber auch bewusst, dass wir die Arbeit nicht einstellen dürfen. Wir wollen uns weiter verbessern. Stillstand bedeutet Rückschritt", sagt Ruess.

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Da trifft es sich besonders gut, dass am kommenden Sonntag (15 Uhr, Rheinstadion) das Heimspiel gegen den SV Straelen auf dem Programm steht. Beim Mitaufsteiger, der aktuell Tabellenzweiter ist, kassierte der FCM in der Hinrunde ein herbe 0:6-Klatsche und hat damit etwas geradezurücken. "Unabhängig von der sehr hohen Qualität, die Straelen im Kader hat, hatten sie damals einen sehr guten und wir dagegen einen sehr gebrauchten Tag. Diesmal wollen wir zeigen, dass wir es besser können", betont Ruess.

Mit einem Dreier könnten die Monheimer bis auf zwei Punkte an Straelen heranrücken und hätten dann sogar noch das Nachholspiel gegen den VfB Hilden als Ass im Ärmel. Der Dritte TV Jahn Hiesfeld und der Vierte Spielvereinigung Schonnebeck liegen sogar nur einen Punkt besser als der FCM und haben ebenfalls schon ein Spiel mehr absolviert. "Solche Überlegungen sind rein hypothetisch. Wir können uns darauf konzentrieren, befreit aufzuspielen, uns gut zu präsentieren und weiter ein unangenehmer Gegner zu sein. Jeder zusätzliche Punkte und jede bessere Platzierung sind gut für unsere Außendarstellung", sagt Ruess, um die wohl wichtigste Erkenntnis anzufügen: "Die Leute sehen, dass wir in den vergangenen Jahren keine Eintagsfliege waren."

(mroe)