Handball : Kampf und Krampf

Handball-Verbandsligist SG Langenfeld gewann die Kaugummi-Partie gegen die Cronenberger TG mit 21:15. Der Tabellenführer rührte hinten nach einem miserablen Start noch Beton an, blieb aber vorne manchmal alles schuldig.

Der Verbandsliga-Tabellenführer SG Langenfeld (SGL) war offensichtlich fest entschlossen, die Handball-Welt sehr einseitig zu beackern. Das Produkt dürfte vor allem für Freunde der intensiven Abwehrarbeit eine Augenweide gewesen sein. Alle anderen erlebten jedoch eine ausgesprochen zähe Angelegenheit an der Grenze des Erträglichen.

Über ein paar Strecken zog sich das Spiel gegen die Cronenberger TG sogar derart zäh wie Kaugummi, dass selbst eine Niederlage nicht unmöglich zu sein schien. Am Ende schaffte sich Langenfeld aber einen 21:15 (10:9)-Erfolg und behauptet damit die Führung (30:4 Punkte) vor Mettmann-Sport und Unitas Haan (beide 29:5).

Trainer Heino Kirchhoff wirkte direkt erleichtert und er war sogar rasch wieder für einen Scherz zu haben: "Wir können eben alles — 40 Tore schießen und uns die Erfolge hart erarbeiten."

Dass die magische Grenze (wie zuletzt beim 40:30 gegen den Ohligser TV) eine Utopie bleiben würde, stand schnell fest. Die Hausherren lieferten einen Katastrophenstart mit vielen schlechten Angriffen und einer noch schwächeren Wurfausbeute. Weil Rhythmus, Zielstrebigkeit und Genauigkeit fehlten, gabs plötzlich sogar den 3:6-Rückstand (13.).

Hanke für die Wende

Der Tausch von Keeper Tobias Kottwitz zum Kollegen Tobias Hanke war eine der entscheidenden Bausteine für den Sieg, denn Hanke erwies sich in vielen Szenen als echte Stütze und die SGL holte so allmählich auf. Nachher machte Hanke beim Stande von 14:12 endgültig den Weg frei zum Erfolg, indem er einen Siebenmeter abwehrte (47.).

Wertvolle Beiträge lieferte zudem der nach seiner Verletzungspause (Bänderriss) erstmals wieder eingesetzte spielende Co-Trainer Kai Wille, der vor der Pause mit dem 8:7 (23.) und 10:9 (29.) sowie nach dem Wechsel mit dem 11:9 (34.) mit Einzelaktionen fast für Verzweiflung bei den insgesamt aufopferungsvoll kämpfenden Gästen sorgte. Leidenschaft und Kampf boten auch die Gastgeber, die mit einer sehr offensiven Deckung und dem starken Tobias Hanke nach der Pause nur noch sechs Gegentore zuließen — ein großartiger Wert.

Herffs sieben Treffer

Der Angriff des Titelkandidaten blieb bis auf wenige Ausnahmen gegen resolut zupackende Cronenberger vieles schuldig. Matthias Herff, als sicherer Siebenmeter-Werfer unterwegs, erzielte vom 15:12 (48.) bis zum 21:15 (60.) allein fünf der sieben letzten Treffer für ein Team, das seine Handball-Welt diesmal sehr einseitig beackerte.

SGL: Kottwitz, Hanke — Majeres (1), Rosiak, Wille (3), Preissegger (1), Werkmeister (1), Wagener (1), Klimke (3), Plaskocinski (1), Herff (7/4), Voigt, Daun (3), Nelte.

(RP)