Jetzt oder nie: Handballer müssen gewinnen

Kampf um den Klassenerhalt: Jetzt oder nie: Handballer müssen gewinnen

Der Drittligist SG Langenfeld trifft auf den Keller-Konkurrenten TuS Volmetal. Nur ein Erfolg hilft dem Tabellenletzten weiter.

Es ist eine verzwickte Situation. Und sie ist damit eigentlich sogar wie gemacht für Markus Becker, den Trainer des Handball-Drittligisten SG Langenfeld (SGL). Aufgeben etwa kommt nicht vor im Wortschatz von Becker, der nach dem dritten Spieltag aus der Rolle des Co-Trainers in der internen Hierarchie aufrückte und den zurückgetretenen Chefcoach Jurek Tomasik ersetzte. Zurzeit muss der Dauer-Optimist allerdings selbst aus den entlegensten Ecken jeden kleinsten Krümel an Zuversicht zusammenkratzen, um an ein Happy End für den Aufsteiger zu glauben. Die Lage im Abstiegskampf hat sich in den vergangenen Wochen dramatisch zugespitzt – weil die Konkurrenz teilweise unerwartet ergiebig punktete und weil Langenfeld viele personelle Nackenschläge wegstecken musste. Unter dem Strich gibt es keine Diskussionen darüber, dass die SGL am Samstagabend (19.30 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) gegen den ebenfalls gefährdeten TuS Volmetal gewinnen muss. Verpasst der Tabellenletzte einen Sieg, wird in Langenfeld trotzdem weiter Handball gespielt – in der nächsten Saison aber vermutlich wieder in der Nordrheinliga.

Die bittersten Nachrichten der vergangenen Wochen waren nicht die vier knappen Niederlagen mit jeweils einem Tor Unterschied – nicht das 25:26 gegen die SG Schalksmühle-Halver Dragons, nicht das 25:26 beim Northeimer HC, nicht das 25:26 gegen die Bergischen Panther und auch nicht das 22:23 beim Team HandbALL Lippe II. Was die Mannschaft mit weitem Abstand am härtesten traf, war eine Szene aus dem Heimspiel vor knapp zwei Wochen gegen den TuS Spenge (22:29). Nach seinem Treffer zum 4:1 in der siebten Minute machte sich Regisseur André Boelken nicht etwa jubelnd auf den Weg zurück in die Abwehr. Er blieb vielmehr vorne im gegnerischen Wurfkreis liegen und musste wenig später auf seinem Weg vom Feld gestützt werden. Die Hoffnung, es könnte halbwegs glimpflich ausgegangen sein, hat sich inzwischen zerschlagen. Offizielle Diagnose: Kreuzbandriss. Daraus ergibt sich, dass die Saison 2018/2019 für den 24-Jährigen gelaufen ist – was am meisten den Spieler selbst trifft und dann zusätzlich die Aktien der SGL im Kampf gegen den Abstieg.

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Die Verantwortlichen sind aufgrund der anhaltenden personellen Probleme zu der Auffassung gekommen, dass Langenfeld den Kader nachbessern muss. „Wir führen Gespräche“, sagt der Sportliche Leiter Dennis Werkmeister, „und wir wollen extern jemanden finden, der frei ist. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir einen bekommen. Wir brauchen einen, den wir sofort reinschmeißen können.“ Die Suche hat jedoch etwas von der Quadratur des Kreises, denn die SGL wünscht sich eine möglichst hohe Qualität zum möglichst kleinen Preis. Die Planungen für die kommende Saison laufen parallel ebenfalls schon. „Zweigleisig“, betont Werkmeister, „uns war ja von Anfang an klar, dass wir einen schweren Stand haben würden.“ Grundsätzlich glaubt er auf der anderen Seite ebenfalls noch an eine Chance, die Klasse zu halten: „Dann müssen wir allerdings das Spiel am Wochenende gewinnen.“ Echter Widerspruch wird sich vermutlich nicht regen, weil sie in Langenfeld alle rechnen können.

Das Team selbst braucht sich trotz der prekären sportlichen Lage ohnehin keine großen Vorwürfe zu machen. Erstens: Die SGL ging mit einem für die Nordrheinliga geeigneten/gedachten Kader in die Saison. Zweitens: Sie macht trotz größter personeller Sorgen vielen selbst besser besetzten Gegnern das Leben sehr schwer und wehrt sich in der Regel mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Beckers Versprechen für die Aufgabe Volmetal hat deshalb Gewicht: „Wir dürfen eine Mannschaft erwarten, die hoch motiviert ist.“ Aufgeben kommt eben in nicht vor in seinem Wortschatz.

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