Saison in der Formula 3 Motorsport-Talent sucht Unterstützung

Langenfeld · Der Langenfelder Motorsportler Jakob Bergmeister braucht Sponsoren, um die Formula-3-Saison komplett zu fahren – bislang hat der 18-Jährige die nötigen 75.000 Euro noch nicht zusammen. Dabei ist er sogar schneller als der Sohn von Rubens Barrichello.

Jakob Bergmeister ist erfolgreich, bangt aber, ob er die Saiosn komplett fahren kann.

Jakob Bergmeister ist erfolgreich, bangt aber, ob er die Saiosn komplett fahren kann.

Foto: Tim Bergmeister

Nach einem aufreibenden Wochenende in Spa (Belgien) ist Rennfahrer Jakob Bergmeister erleichtert nach Langenfeld zurückgekehrt. In drei Rennen von jeweils 30 Minuten ergatterte der Euro-Formula-3-Profi zwei zweite Plätze und einen vierten Rang. „Es ist für mich ziemlich gut gelaufen“, sagt der 18-Jährige. „Ich habe die Erwartungen, die ich an mich formuliert hatte, durch die guten Leistungen voll erfüllt. Die Punkte helfen mir, um in der Meisterschaft eine gute Rolle zu spielen.“

Weil Bergmeister nach wie vor zu wenige Sponsoren hat, konnte er sich in der Vorbereitung auf die neue Saison nur eine einzige Testfahrt in Barcelona erlauben – wo er gleich der schnellste Fahrer war. Er schlug selbst Eduardo Barrichello, Sohn des Ex-Formel-1-Profis Rubens Barrichello, deutlich. Im ersten Formula-3-Rennen der neuen Serie erreichte Bergmeister Ende März in Portimao (Portugal) einen soliden fünften Platz. „Ich brauche noch Zeit, um mich an das Auto zu gewöhnen“, sagt der Langenfelder.

Auch im zweiten Rennwochende in Spa hatte Bergmeister damit immer wieder Schwierigkeiten. Nach starkem Qualifying startete der Motopark-Profi im ersten Rennen vom vierten Platz – und verbesserte sich gleich um zwei Plätze. „Mit dem Auto war das absolut in Ordnung“, erklärt Bergmeister. „Wenn man die Einführungsrunde mitzählt, waren es 14 sehr intensive Runden auf hohem Niveau. Mit dem Team können wir uns im technischen Bereich aber noch verbessern. Das merkt man aber insbesondere im Vergleich zum Sieger Brad Benavides, der 1,8 Sekunden schneller als ich war. Für ihn hat sich aber auch seine Erfahrung ausgezahlt, weil er schon seit vielen Jahren dabei ist und sogar bereits in der Formel 2 mitgefahren ist.“

Im zweiten Rennen konnte Bergmeister noch einmal alle Kräfte mobilisieren, obwohl er diesmal lediglich von Rang fünf startete. Zwischenzeitlich konnte sich der ehrgeizige Langenfelder zwar sogar bis auf den ersten Platz vorschieben, aber am Ende wurde er erneut vom US-Amerikaner Benavides eingeholt. „Wir haben die vorherigen ersten sechs Plätze aus dem ersten Rennen umgedreht, sodass ich als Zweiter auf dem fünften Platz starten musste“, erklärt Bergmeister. „Die Konkurrenz war sehr stark. Vor allem Brad, der als Sechster startete, war ein harter Gegner. Er hatte am Ende sehr viel Speed, sodass ich mit meinem Auto nicht mehr mithalten konnte. Auch im technischen Bereich war der Unterschied durchaus spürbar. Wir müssen uns unbedingt noch steigern.“

Im dritten Rennen begann Bergmeister von Rang drei – und kam mit dem einsetzenden Regen nicht zurecht. „Die anderen Fahrer waren besser eingestellt als ich. Leider war ich mit meinem Auto im Trocken-Setup. Ich konnte so kurzfristig nicht mehr umstellen, was natürlich sehr ärgerlich war. Zwar war der Regen zu keiner Zeit angesagt, aber das Wetter kann sich in Spa so schnell ändern wie am Nürburgring. Dort kann ebenfalls in dem einen Moment noch die Sonne scheinen und im nächsten kann es schon regnen oder schneien“, erklärt der Langenfelder.

Nun hat Bergmeister eine Woche Pause, in der er unter anderem an seiner Ausdauer und Kraft arbeitet. Außerdem wird er in den Fahrsimulator gehen. Am 23. Juni steht das dritte Rennwochenende in Ungarns Hauptstadt auf dem Programm. Der selbstbewusste Profi stellt klar: „In Budapest will ich meinen ersten Saisonsieg einfahren.“

Weiter ist noch offen, ob Bergmeister im Gegensatz zur Vorsaison diesmal an allen Rennen teilnehmen kann. Um das zu ermöglichen, bräuchte der 18-Jährige weitere Sponsoren. „Die Situation ist unverändert angespannt“, erklärt der Langenfelder. „Leider ist die Sponsorensuche gerade in Deutschland deutlich schwieriger als etwa in England, Frankreich oder den USA. Wir haben noch nicht die rund 750.000 Euro zusammen, um die gesamte Saison fahren zu können. Ich hoffe sehr, dass sich das Problem bald lösen lässt. Aktuell kommen wir jedoch nicht weiter.“

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