Fußball: Im Pokal keine Angst vor großen Namen

Fußball : Im Pokal keine Angst vor großen Namen

Die Sportfreunde Baumberg haben zwar Heimrecht, müssen aber im Niederrheinpokal trotzdem im Stadion von Rot-Weiß Oberhausen spielen. Allerdings ist das ein gutes Omen - hier gelang ihnen der größte Erfolg der Vereinsgeschichte.

Wenn die Fußballer des Landesligisten Sportfreunde Baumberg am Sonntag zum Niederrheinpokalspiel gegen den Traditionsverein Rot-Weiß Oberhausen ins Stadion Niederrhein einlaufen (15 Uhr), dürften bei dem ein oder anderen Baumberger Akteur Erinnerungen wach werden. Vor gut zwei Jahren, am 29. Mai 2013, feierten die Sportfreunde an diesem Ort mit dem Triumph im Niederrheinpokal den größten Erfolg ihrer Vereinsgeschichte. Baumbergs aktueller Coach Salah El Halimi war damals noch Co-Trainer und saß beim Finale sogar als Einwechselspieler auf der Bank. Mit Marcel Löber, Nils Esslinger, Louis Klotz, Hayreddin Maslar und Michael Rentmeister stehen immerhin fünf Akteure aus der damaligen Startelf noch oder wieder im Kader der Sportfreunde.

Für El Halimi ist die anstehende Partie in der ersten Runde trotzdem nicht vergleichbar mit dem damaligen Finalspiel. "Es hat sich alles verändert seitdem, die Voraussetzungen sind völlig andere. Damals hatten wir eine eingespielte Mannschaft, hatten eine überragende Rückrunde gespielt und der Klassenunterschied betrug nur eine Liga", sagt er. Heute spielen die Sportfreunde nach dem Abstieg in die Landesliga zwei Klassen niedriger als RWO, haben einen völlig neu zusammengestellten Kader mit 16 Neuen und wissen nach einer durchwachsenen Vorbereitung überhaupt noch nicht, wo sie aktuell stehen. Die Chancen auf ein erneutes Wunder sind also verschwindend klein. Dem widerspricht auch Jürgen Schick nicht. "Wir sind am Sonntag krasser Außenseiter, wollen uns aber so teuer wie möglich verkaufen. Damals ist schon sehr viel Glück zusammengekommen für uns. Falls das wieder passiert, werden wir uns natürlich nicht dagegen wehren", betont der 1. Vorsitzende.

Eine echte Chance werden die Baumberger wohl nur haben, wenn der Favorit aus der Regionalliga nicht alles abruft und den Gegner aus der Landesliga womöglich sogar unterschätzt. Gerade das will Andreas Zimmermann unbedingt verhindern. "Das nehmen wir total ernst - wie ein normales Pflichtspiel. Es muss unser Anspruch sein, zu gewinnen. Ich will sowieso jedes Spiel gewinnen", erklärt Oberhausens Trainer. Seine Mannschaft startete mit einer überzeugenden Leistung und einem 1:1 gegen Aufstiegsfavorit Viktoria Köln in die neue Regionalliga-Saison und untermauerte damit noch einmal die klare Favoritenrolle in der Partie gegen die Sportfreunde. "Diese Rolle nehmen wir natürlich an", betont Zimmermann.

Den Baumbergern liegt unterdessen der Verlust des Heimrechts immer noch schwer im Magen. Aus Sicherheitsgründen hatte der Fußballverband Niederrhein die Partie auf Empfehlung der Polizei nach Oberhausen verlegt und beraubte den Außenseiter damit eines großen Vorteils. "Wenn wir auf Kunstrasen gespielt hätten, wäre das eine ganz andere Geschichte gewesen", ärgert sich El Halimi, für dessen Team sich der erhoffte Vorteil beim Untergrund nun ins Gegenteil verkehrt. "Wir haben in der Vorbereitung keinmal auf Rasen gespielt oder trainiert. Das ist schon ein erheblicher Nachteil", berichtet der SFB-Coach.

So wird es am Sonntag das im Pokalwettbewerb altbekannte Duell zwischen David und Goliath. Vielleicht stärken die Erinnerungen an das Spiel vor zwei Jahren bei den Baumbergern den Glauben an die eigene Chance. In Oberhausen gewinnen? Die Sportfreunde wissen, wie das geht.

(mroe)
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