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HSV Langenfeld verabschiedet Volker Bochnia und Gerd Herhalt

Frauenfußball : HSV-Frauen würdigen ihre Trainer

Die Langenfelder Fußballerinnen verabschieden Volker Bochnia und Gerd Herhalt, mit denen sie bis in die Niederrheinliga aufstiegen. Das Duo hat beim HSV aus einer Damenmannschaft einen Damenbereich geschaffen, aus beruflichen Gründen musste es aufhören.

Eine kleine Ära ist bei den Fußballerinnen des HSV Langenfeld zu Ende gegangen: Nach sechs Jahren hat das Trainergespann Volker Bochnia und Gerd Herhalt seinen Posten aus beruflichen Gründen abgeben müssen. Der Niederrheinliga-Aufsteiger hat zunächst eine interne Lösung gefunden mit Martin und Claudia Komainda.

Ihre Vorgänger wollten die HSV-Fußballerinnen aber nicht einfach so verabschieden – eine ausreichende Würdigung war ihnen wichtig. Deshalb haben Abwehrspielerin Li-Stella Ender und Nadja Dick eine Würdigung geschrieben, die sie unserer Redaktion zur Verfügung gestellt haben. Der Wortlaut:

„Ein Mann, ein Rollkoffer und ein Auto voller Materialien. Trainer einer Fußballmannschaft zu sein, kostet Zeit, Kraft und Energie, sich als Trainer für eine Frauenfußballmannschaft zu entscheiden, bringt dann auch noch den einen oder anderen Zweifler mit sich. Mit der Saison 2014/15 betrat Volker Bochnia zum ersten Mal im Outfit des HSV Langenfeld den Fußballplatz. Welche Entwicklung der Damenbereich des HSV Langenfeld in den nächsten sechs Jahren machen würde, war zu dem Zeitpunkt undenkbar. Aus einer Damenmannschaft wurde ein Damenbereich mit mehr als 40 aktiven Spielerinnen. Aus einem Kopf mit tausend Ideen wurde ein Trainerteam mit einer Vision.

Vielleicht hätte man diese Vision als Träumerei bezeichnen können, doch aus ,geträumt’, wurde ,getan’: Zwei Aufstiege in drei Jahren und zuletzt der in die vierte Liga. Frauenfußball in Langenfeld? Durch Volker Bochnia und Gerd Herhalt ist das mittlerweile ein Aushängeschild für die Stadt.

Zu Beginn der Saison 2020/21 verlassen Volker Bochnia und Gerd Herhalt nun zum letzten Mal im Outfit des HSV Langenfeld den Fußballplatz. Einige Augenblicke lassen die HSVlerinnen besonders in Erinnerung schwelgen: ,Ich kenne keinen Trainer der mit so viel Herzblut, Zeit und Leidenschaft jedes Training und jedes Spiel vorbereitet hat. Ich meine – allein seine Spielansprachen waren legendär. So legendär, dass wir es uns bei einer Weihnachtsfeier nicht nehmen lassen konnten, als Gerd und Volker aufzutreten. Daran denke ich immer gerne zurück’, erinnert sich eine Spielerin. Und weiter: ,An unserem ungefähr ersten Pokalfinale kam Volker tatsächlich im Anzug. Zuerst fanden wir das alle recht peinlich. Und dann sagte er uns, dass wir es ins Pokalfinale geschafft haben und er so stolz auf uns sei, dass er sich da draußen nun für uns zum Deppen machen würde… im Anzug. Eine bessere Motivation hatte ich bis zu dem Zeitpunkt noch nicht gesehen.’

Weiter heißt es: ,Ich werde vor allem das Trainingslager vermissen. 40 Mädels und ein Trainerteam auf Wanderschaft, oder soll ich eher sagen: Auf ein neues Jahr Joggen vor dem Frühstück, ohne zu wissen, wo man ist. Es war Jahr für Jahr immer ein ganz besonderer Spaß.’ Oder: ,Wer hätte je gedacht, dass wir so weit kommen würden? Als ich angefangen habe hieß es: Ja, der HSV Langenfeld hatte mal eine echt gute Damenmannschaft… Damals. Und hey jetzt guckt uns an. Da sind wir wieder. Danke an Volker und Gerd die uns so weit gebracht haben, darauf bin ich sehr stolz.’

Ihre Fußstapfen werden groß sein. Ihr Erbe eine große Chance. Die Damen des HSV Langenfeld bedanken sich dafür, dass sie den Mut hatten, Träume wahr werden zu lassen. Euer Andenken bleibt allgegenwärtig.“