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HSV Langenfeld trennt sich von Daniel Cartus und setzt auf die Jugend

Fußball-Bezirskliga : HSV trennt sich von Cartus und setzt auf die Jugend

Neuer Trainer, neue Spieler, neue Philosophie: Die Langenfelder Bezirksliga-Fußballer haben in der Corona-Zwangspause einen großen Umbruch vollzogen.

Der Fußball-Bezirksligist HSV Langenfeld hat die Corona-Zwangspause genutzt, um sich neu aufzustellen. Obwohl die vergangene Saison auf Platz neun ordentlich endete, trennt sich der Verein nach nur einem Jahr von seinem Trainer Daniel Cartus. „Wir hatten Meinungsverschiedenheiten über die Ausrichtung unseres Vereins“, erklärt der Sportliche Leiter Daniel Gerhardt. „Der Vorstand wollte die Schnittstellen zwischen dem Jugend- und dem Seniorenbereich verbessern, was Daniel Cartus anders gesehen hat. Trotzdem hat er bis zu seinem letzten Tag sehr gut gearbeitet.“

Um die neue Vereinsphilosophie umzusetzen, haben die Langenfelder einen Nachfolger aus den eigenen Reihen bestimmt. Der bisherige Jugendleiter Lukas Beruda (36) wird die Erste Mannschaft trainieren. „Er bringt frischen Wind mit, weil er mit jungen Talenten gut klar kommt. Wir wollen in den nächsten Jahren nicht mehr viele externe Neuzugänge holen, sondern auf die eigene Jugend setzen“, betont Gerhardt. Der HSV verfügt über eine solide Nachwuchsabteilung, deren A-Jugend in der Bergischen Leistungsklasse eine gute Rolle spielt.

Auch an anderen Stellen baut der HSV um. Der bisherige Co-Trainer Julian Ramos-Lucas verlässt den Klub und übernimmt die B-Jugend von Rhenania Hochdahl. Zwar bleibt Heiko Schornstein weiterhin Assistent, doch er wird nun von Kevin Pantano begleitet. Pantano ist ein Langenfelder Urgestein, das lange für die Zweite Mannschaft in der Kreisliga aktiv war. Zudem wird Sascha Schermuly neuer Torwarttrainer, der ebenfalls in der Reserve des HSV zu Hause war.

Auch im Kader gibt es einen Umbruch. Die Routiniers Jens (31) und Kai Weidenmüller (29) beenden ihre Karriere aus privaten Gründen. Patrick Becker (30) schließt sich nach seiner aktiven Laufbahn dem Trainerteam des SC Reusrath an. „Es ist bitter, dass wir drei Persönlichkeiten verlieren. Allerdings werden die Jungs nun mal älter und legen andere Schwerpunkte“, sagt Gerhardt. Sowohl Torwart Daniel Nellen als auch Mittelfeldmann Nils Dames schließen sich zudem dem SSV Berghausen an. Die Folge: Mit Jens Weidenmüller und Dames verliert der HSV seine beiden Spielführer.

Auf der anderen Seite gewinnt Langenfeld Erfahrung und Talent hinzu. Die Abwehr wird durch Marian Wallbaum (27/TuSpo Richrath) und Denis Müller (27/1. FC Wülfrath) verstärkt, Innenverteidiger Martin Czogalla (29) beendet seine Familien-Pause, und Nephtalie Ngoma Ndey (22) kommt vom FC Leverkusen. Der 19 Jahre junge Mittelfeldmann Leonardo Papic kommt aus Kroatien, Ginet Celebi (21/FC Leverkusen) ist offensiv flexibel einsetzbar. Der 36-jährige Mehmet Sezer (Genclerbirligi Opladen) kommt als erfahrener Torjäger.

Momentan umfasst der Kader insgesamt 30 Akteure, wobei sieben A-Jugendliche und zwei Spieler aus der Reserve die Vorbereitung bestreiten. „Wir erleben viele Veränderungen. Noch wissen wir nicht, wie unsere Liga bald aussehen wird. Um die Belastungen zu bewältigen, sind mindestens 26 Spieler nötig. Für die Zukunft sind wir gut aufgestellt“, sagt der Sportliche Leiter. In der vergangenen Woche nahmen die Langenfelder das Training auf. Bislang sind elf Testspiele geplant – unter anderem gegen den SC Reusrath, FC Remscheid und VfB Solingen.