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Einwurf: Hoher Preis, gruselige Zahlen

Einwurf : Hoher Preis, gruselige Zahlen

Die Statistiken gelten als offiziell und müssen deshalb eigentlich stimmen. Wenn das aber so ist, sind es gruselige Zahlen. Das Heimspiel des Fußball-Oberligisten SF Baumberg (SFB) gegen den VfB Speldorf sahen gestern Nachmittag 45 Zuschauer - was ein Negativrekord für die zu Ende gehende Saison ist (vorher 50). Der miserable Wert ist kaum zu erklären, weil das Team von Trainer Salah El Halimi über weite Strecken eine überragende Serie 2017/2018 mit viel Unterhaltungswert abgeliefert hat. Und selbst das 3:4 jetzt gegen den VfB Speldorf im letzten Heimspiel war nicht langweilig. Außerdem hätten El Halimi, Torwart-Trainer Marco Ketelaer sowie die ebenfalls scheidenden Spieler Miguel Lopez Torres, Kisolo Deo Biskup und Antonio Vella einen Abschied mit mehr Zuspruch verdient gehabt.

Sieben Treffer hatte es an der Sandstraße übrigens auch vier Stunden vorher gegeben - bei der Vormittags-Sitzung in der Fußball-Kreisliga. Fast eine heitere Note: Die offizielle Zuschauerzahl lag mit ebenfalls bescheidenen 47 sogar über der für die Oberliga-Partie. Der Plan war, dass die Baumberger Zweite unter anderem mit Verstärkung aus der Ersten in der Fußball-Kreisliga einen Heimsieg gegen den GSV Langenfeld einfährt und ihre gute Position im Kampf um den zweiten Aufstiegsplatz hinter dem Meister HSV Langenfeld wahrt. Im Nachhinein ist sogar klar, dass die SFB-Zweite bei einem Sieg hätte feiern können, weil der Lokalrivale FC Monheim II am Nachmittag ebenfalls verlor.

Blöd nur: Das Baumberger Kreisliga-Team erlebte an der Sandstraße ein 1:6-Debakel, obwohl in Christian Krone, Ricardo Ribeiro, Daniel Rey Alonso, Muhammet Ucar und Hayreddin Maslar erneut ein Quintett aus dem Oberliga-Kader in der Startelf stand. Viel bitterer: Ucar musste angeschlagen runter und Maslar, der sich nach einer langen Pause gerade zurückgekämpft hatte, erlitt erneut eine Knieverletzung. Das Baumberger (Gewalt-) Unternehmen Aufstieg wird wohl teurer.

Deutlicher Punktsieger im innerstädtischen Duell war diesmal der FC Monheim (FCM). Das in den vergangenen Wochen nicht übermäßig erfolgreiche Oberliga-Team brachte vom TV Jahn Hiesfeld einen 2:1-Erfolg mit und die Kreisliga-Mannschaft hat noch immer eine Chance zum Aufstieg- trotz ihres 1:2 beim BV Gräfrath, das bestimmt schmerzhaft war, aber nicht mal annähernd ein Debakel. Sicher ist, dass das Derby am nächsten Sonntag (11 Uhr, Rheinstadion) zwischen Monheim II und Baumberg II ein Krimi wird. Dann zählen keine Statistiken mehr. Michael Deutzmann

(RP)