Handball: Hiobsbotschaft: Lange Pause für Dawid Rosiak

Handball : Hiobsbotschaft: Lange Pause für Dawid Rosiak

Der Handball-Oberligist SG Langenfeld muss vor der Saison-Heimpremiere gegen den TuS Wermelskirchen viele Probleme verarbeiten.

Im Augenblick wagt es Trainer Leszek Hoft vielleicht nicht mal, sich lange umzudrehen oder wegzuschauen. In diesem Fall droht sonst vielleicht wieder ein Spieler aus dem Kader des Handball-Oberligisten SG Langenfeld (SGL) wegzubrechen. Es begann vor ein paar Wochen mit der Botschaft, dass der als Linkshänder für die rechte Seite geholte Lars Oberdick ausfiel. Er soll wegen anhaltender Knieprobleme sogar die Handball-Karriere beenden. Beinahe taggleich folgte die Nachricht, dass sich Rechtsaußen Tim Schickhaus einer Schulteroperation unterziehen muss. Dritter im Bunde war dann der vielseitig verwendbare Tobias Justen, der die nächsten Monate studienbedingt in Italien verbringt (Praktikum). Den vierten Verlust übermittelte Rückraumspieler Dawid Rosiak nach einer Untersuchung im Krankenhaus gestern Vormittag selbst an Hoft und die Teamkollegen. Der Rückraumspieler, der Anfang September im Test bei der SG Ratingen 2011 umgeknickt war, fällt lange aus. Diagnose: Syndesmoseband gerissen.

Die Ärzte boten zwei Optionen an: Operation oder den Versuch, den Fuß durch vierwöchige Fortbewegung auf Krücken zu entlasten und es dann eventuell mit der Rückkehr in die leichte Belastung zu probieren. Der zeitliche Ablauf: Rosiak, aufgrund individueller Qualitäten gerade in kritischen Situationen immer für Lösungen gut, fällt auf jeden Fall bis zur Herbstpause komplett aus. Nach der Partie am 19. Oktober beim TV Vorst gehts für Langenfeld am 2. November gegen die SG Ratingen 2011 weiter. Dass Rosiak dann wieder für Meisterschafts-Aufgaben zur Verfügung steht, ist allerdings selbst bei günstigstem Verlauf der Heilung ausgeschlossen.

Langenfelds Trainer Leszek Hoft konnte sich den einen oder anderen Fluch nicht verkneifen, richtet den Blick jetzt allerdings umso intensiver nach vorne. "Ich muss mir richtig viele Gedanken machen", sagt der Coach, "wir müssen Ideen entwickeln und sehen, was jetzt das Beste für die Mannschaft ist." Wie eine veränderte Angriffs-Taktik oder umgestellte Deckungsformationen funktionieren könnten, war ja bereits zum Meisterschafts-Start am vergangenen Wochenende im Spiel bei der DJK Adler Königshof zu erkennen — als Langenfeld ein durchaus überraschendes 32:21 gelang.

Die Aufgabe heute Abend (17.30 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) gegen den TuS Wermelskirchen ist von einem anderen Kaliber, weil der Gegner zu den ersten Abstiegs-Kandidaten gerechnet wird. Nach dem freiwilligen Rückzug aus der 3. Liga mitten in der vergangenen Saison gingen viele Spieler von der Fahne. Und der TuS will nun versuchen, den freien Fall zu stoppen und die Oberliga zu halten.

Hoft hat deshalb am Donnerstag einen Teil der Mannschaftssitzung darauf verwendet, sein Team vom möglicherweise verlockenden Kurs in Richtung Leichtsinn abzubringen. Die klare Botschaft: "Das ist ja das Schwierigste. Wer glaubt, das ist kein Problem, der hat direkt ein großes Problem." Gleichzeitig geht es ihm darum, im ersten Heimspiel der Saison vor den Langenfelder Fans gerade mit dem Blick auf die komplette Serie eine möglichst gute Werbung in eigener Sache zu betreiben. "Die Verletzten können für uns keine Ausrede sein", betont Hoft, "wir müssen uns zerreißen und alles geben." Zumindest das sollte hinhauen. Alles andere wäre sogar die nächste Hiobsbotschaft — von denen die SGL inzwischen mit Sicherheit genug hatte.

(RP)