Hinter den Longhorns liegt eine „geile Saison“

American Football : Hinter den Longhorns liegt eine „geile Saison“

Der Zweitligist hatte zwei überragende Schlüsselspieler – und viele stille Stars in einem perfekt funktionierenden Team.

Am vergangenen Samstag verabschiedeten sich die Footballer der Langenfeld Longhorns mit einem echten Paukenschlag aus der inzwischen abgelaufenen Spielzeit 2019 in der 2. Bundesliga Nord. Gegen den Meister Elmshorn Fighting Pirates, der bis dahin erst ein einziges Spiel verloren hatte, setzten sich die Langenfelder deutlich mit 53:34 durch und schafften so den perfekten Saison-Abschluss. Der Sieg über die Pirates war der krönende Abschluss eines Jahres, das aus Sicht der Longhorns als überaus erfolgreich einzustufen ist. „Am Ende des Tages bin ich sehr zufrieden. Wir haben in einer schwierigen Liga eine geile Saison gespielt. Und unabhängig von den Leistungen hatten wir eine super Truppe zusammen und vor allem eine tolle Stimmung“, fand Langenfelds Headcoach Michael Hap.

In der Endabrechnung stehen bei den Langenfeldern acht Siege und sechs Niederlagen – was in der Tabelle den starken vierten Platz brachte. Ein dickes Ausrufezeichen setzten die Longhorns dadurch, dass sie nach den überragenden Elmshornern mit 481 erzielten Punkten die zweitbeste Offensive der Klasse stellten. Eine herausragende Stellung im Angriffsspiel der Langenfelder hatte dabei natürlich Quarterback Jarvis McClam inne: Der US-Amerikaner, zu Beginn des Jahres nach der Verletzung des eigentlich als Spielmacher vorgesehenen Jeremy Konzack praktisch über Nacht verpflichtet, erwies sich als echter Glücksgriff. Für Headcoach Coach Hap ist er „unser Vorzeigespieler in diesem Jahr“.

In seiner Heimat war McClam ursprünglich als Wide Receiver unterwegs und so verwunderte es nicht, dass er seine Rolle als Quarterback häufig mit eigenen Läufen aufpeppte. Die insgesamt 22 Touchdowns in der Saison 2019 sprechen eine klare Sprache. „Er ist einfach ein unfassbarer Athlet, der dabei aber nie den Superstar hat heraushängen lassen“, berichtet Wide Receiver Marcel Kirchner. Neben McClam sorgte Runningback Davonte Lynch für ähnlich viel Furore. Er kam – wie in der Vorsaison – erst in der Sommerpause nach Langenfeld und schlug erneut voll eins.

Neben diesen beiden Spielern, die beim Football allein durch ihre jeweilige Position besonders im Rampenlicht stehen, machten zugleich viele andere einen starken Job. So verdiente sich beispielsweise die Offensive Line um Christian Reck, Jan-Hendrick Zimmermann, Jasper Schippmann, Julien Fontaine und Patrick Kleinertz ein Sonderlob. Sie hielten dem Quarterback die Gegenspieler vom Hals, blockten für den Runningback die Laufwege frei und waren deshalb für das erfolgreiche Angriffsspiel unverzichtbar.

„In der letzten Spielzeit hatten wir hier ein paar Probleme, aber in diesem Jahr haben sich die Jungs zusammengerauft und eine ganz starke Saison hingelegt“, lobt Hap. Auch Kirchner ist beeindruckt: „Das ist das Herzstück unserer Offensive. Obwohl man sie oft nicht sieht, funktioniert ohne sie gar nichts. Und das war ganz großes Kino, was die „Dicken“ da in dieser Saison geleistet haben.“

Cole Williams bewegte sich in dieser Saison ebenfalls häufig nicht im Scheinwerferlicht – obwohl das seine Position als Wide Receiver durchaus hergegeben hätte. Spätestens nach der Verpflichtung von Lynch war für Williams allerdings häufig kein Platz mehr in der Start-Aufstellung, weil im deutschen Football höchstens zwei US-Amerikaner gleichzeitig auf dem Rasen stehen dürfen. Und obwohl das Duo McClam/Lynch hier gesetzt war, trug Williams seinen Teil zum Langenfelder Erfolg bei.

„Er war ein wenig der Star im Schatten, weil er hinterher weniger gespielt hat. Aber durch sein Training als Coach der Wide Receiver hat er es geschafft, dass sich unsere Pass-Empfänger massiv verbessert haben – sowohl die neuen als auch diejenigen, die schon lange da sind. Das muss man wirklich zu einem großen Teil ihm anrechnen und damit hatte er einen Riesen-Einfluss auf unsere Saison“, sagt Kirchner. Als Wide Receiver profitierte er selbst von Williams‘ großem Wissen.

Zu einer guten Footballmannschaft gehören folglich mehrere Zutaten und neben den schillernden Spielern, die in der Regel die größte Aufmerksamkeit genießen, gleichwertig solche Akteure, die ihren Beitrag eher im Verborgenen leisten. Die Longhorns hatten zuletzt beides. Sonst wäre diese „geile“ Saison gar nicht möglich gewesen.

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