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Fußball: Heiß: Baumberg besteht im Hexenkessel

Fußball : Heiß: Baumberg besteht im Hexenkessel

Fußball-Oberligist brachte als krasser Außenseiter ein 1:1 vom Wuppertaler SV mit. Sebastian Schweers traf eiskalt per Foul-Elfmeter.

Der Regen am Mittag hatte für eine deutliche Abkühlung gesorgt, aber der Auftritt des Fußball-Oberligisten SF Baumberg (SFB) beim Titelfavoriten Wuppertaler SV (WSV) war gestern im Stadion am Zoo über 90 Minuten eine äußerst heiße Angelegenheit – die mit hitzigen Wortgefechten selbst in den Gängen zu den Kabinen noch eine Fortsetzung fand. An sachlich Wichtigem bleibt für die Baumberger hängen, dass sie ein ziemlich unerwartetes 1:1 (0:1)-Unentschieden entführen konnten. "Zuerst haben wir zweimal hintereinander verloren", fand der selbst in der größten Hektik verblüffend ruhig wirkende SFB-Trainer Markus Kurth, "und jetzt haben wir zweimal hintereinander ein Unentschieden geholt. Wenn wir jetzt bald zweimal hintereinander gewinnen, ist alles in Ordnung." Ganz klar: Ein Stück weit spielt hier der Wunsch als Vater des Gedankens mit.

Allein aus personeller Sicht mussten die Sportfreunde als krasser Außenseiter gelten, weil aufgrund einiger Ausfälle lediglich noch ein Mini-Kader zur Verfügung stand und Kurth dadurch einige Positions-Verschiebung vornehmen musste. Das frühe 1:0 für die Hausherren hatte allerdings mit den Problemen der Gäste nichts zu tun, denn den Rückstand musste Kurths Elf auf ihre eigene Kappe nehmen. Bereits der Eckball für Wuppertal war in seiner Entstehung unnötig – und erst recht der Treffer ein paar Sekunden darauf. WSV-Stürmer Marvin Ellmann konnte per Kopfball zur Führung der Gastgeber vollenden, weil sich Baumbergs Keeper Björn Nowicki offensichtlich kräftig verschätzt hatte (9.). "Das ist so bitter. Wir tun uns die Dinger immer selber rein", urteilte der einigermaßen enttäuschte SFB-Vorsitzende Jürgen Schick zur ersten Halbzeit, in der sich die Baumberger offensiv ein paar halbe Gelegenheiten herausarbeiteten – und damit nicht mal viel weniger als Wuppertal, das vor allen Dingen auf die Fehler des Außenseiters zu warten schien.

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Die Sportfreunde bekamen nach dem Wechsel einen besseren Zugriff aufs Spiel und den Ausgleich bald auf dem Silbertablett serviert. WSV-Torhüter Bastian Sube, der den Ball gemütlich hätte aufnehmen können, streckte beim Herauslaufen sein Bein zu weit heraus – und rannte dann den Baumberger Ali Daour derb um. Schiedsrichter Guido Tenhofen (Bocholt) zögerte hier keine Sekunde. Die Entscheidung: Rote Karte für den Wuppertaler, Elfmeter für Baumberg. Dessen Mittelfeld-Regisseur Sebastian Schweers ließ sich von der permanent steigenden Hektik nicht irritieren – 1:1 (62.). Klar: Für die Wuppertaler unter den 2605 Zuschauern war der Unparteiische fortan der Buhmann, der sich bis zum Schlusspfiff ständigen Anfeindungen ausgesetzt sah.

Ausgerechnet in Überzahl ließ Baumberg später in der aufgeheizten Stimmung die für einen Dreier nötige Übersicht vermissen. Zahlreiche offensive Aktionen blieben deshalb in Ansätzen stecken und Wuppertal hätte sogar noch gewinnen können. "So, wie die letzten 20 Minuten gelaufen sind, müssen wir mit dem Unentschieden zufrieden sein", meinte Kurth. Besonders in der vorletzten Minute dürfte ihm richtig der Atem gestockt haben, denn Eric Yahkem verpasste das Ziel bei seinem Versuch aus der Drehung nur um ein paar Zentimeter (89.). Unter dem Strich ging das Remis sowieso in Ordnung – und Baumberg kann nach dem missratenen Saisonstart wieder ein Stück zuversichtlicher nach vorne sehen.

SF Baumberg: Nowicki, Bryks, Michalsky, Beckers (63. Maslar), Esslinger, Klotz (86. Krohn), Schweers, Brüggemann, Ari, Daour, Rentmeister (46. Hering).

(RP)