Regionalliga Nordrhein : Handballer versprechen großen Kampf

SG Langenfeld peilt nach dem unnötigen 22:24 in Aldekerk gegen TuSEM Essen II den ersten Saisonsieg an.

Grundsätzlich hält der Handball-Regionalligist SG Langenfeld (SGL) in dieser Saison vieles für möglich – nur die Meisterschaft nicht, die nach Ansicht vieler an die personell jedenfalls auf dem Papier stark besetzte SG Ratingen vergeben sein soll. Für SGL-Trainer Markus Becker stand deshalb das Ziel früh fest: „Ich sehe uns zwischen Platz zwei und sieben.“ Diese Einschätzung konnte er am vergangenen Wochenende rund um den ersten Spieltag doppelt überprüfen. Erste Erkenntnis: Langenfeld spielte beim überflüssigen 22:24 in Aldekerk sicher noch nicht auf höchstem Niveau. Zweite Erkenntnis: Es scheint Mannschaften zu geben, die den Top-Favoriten nicht nur ärgern, sondern auch besiegen können.

Ratingen, der Vizemeister der vergangenen Saison, musste schließlich eine Auftakt-Niederlage hinnehmen. Becker, der sich und sein Team immer akribisch vorbereitet, war natürlich zu Spionagezwecken an Ort und Stelle. Was er sah, war verblüffend: Ratingen verlor mit 28:31 bei TuSEM Essen II. Das sind jene Essener, gegen die Langenfeld am Samstagabend (18 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) seine Heimpremiere in der neuen Saison bestreitet.

Langenfelds Coach brachte wertvolle Hinweise für die SGL mit: „Essen ist eine gute und stabile Mannschaft. Die Spieler sind sehr gut ausgebildet und sie gehen mit viel Dampf nach vorne. Das wird schwierig.“ Prägend für den zügigen Stil der TuSEM-Zweiten ist in Nelson Weisz (27) ein Vertreter der Generation jüngerer Trainer, deren Arbeit Kollege Becker zu schätzen weiß. Trotzdem verfolgt er natürlich ganz eigene Ziele – und hat bei aller Wertschätzung die feste Absicht, in eigener Halle den ersten Saisonsieg einzufahren.

Dafür gibt er ein Versprechen ab: „Wir werden viel mehr Kampf reinlegen.“ Obwohl die Einstellung bei der Auftakt-Niederlage grundsätzlich in Ordnung gewesen sei, gab es hin und wieder zu wenig Emotionen. Noch gravierender: In der Phase zwischen dem 11:9 (24.) vor der Pause und dem 14:18 (44.) danach wirkten die Gäste fast kopflos. Becker sieht Spieler wie Torhüter Jascha Schmidt und Rückraumspieler Ole Völker oder die beiden Regisseure André Eich und André Boelken durchaus in der Lage, für ein Stück mehr Euphorie zu sorgen

 Langenfeld richtet sich auf viel Arbeit ein, will aber dagegenhalten und durch eine überzeugende Leistung die Basis für die hohen Hürden in den nächsten Wochen legen. Nach Essen und Ratingen folgt am 5. Oktober die Aufgabe gegen BTB Aachen – vermutlich das erste Heimspiel, das Langenfeld gewinnen muss. Weiter geht es beim HC Weiden (11. Oktober) und beim MTV Rheinwacht Dinslaken (19. Oktober), ehe nach der Unterbrechung aufgrund der Herbst-Schulferien) mit dem Derby gegen den TuS 82 Opladen am 9. November der Hinrunden-Höhepunkt ansteht. Becker denkt daran noch lange nicht: „Ich konzentriere mich aufs nächste Spiel.“ Selbst das wird sehr wahrscheinlich nicht langweilig.

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