Abstiegskampf: Handballer stehen vor Wochen der Wahrheit

Abstiegskampf : Handballer stehen vor Wochen der Wahrheit

Drittliga-Aufsteiger SG Langenfeld bekommt es jetzt mit direkter Keller-Konkurrenz zu tun. Großenheidorn wird das erste Endspiel.

Es ist bitter genug, drei Spiele innerhalb eines Monats mit einem Tor Unterschied zu verlieren – und dann sogar alle drei mit 25:26. Zuerst erwischte es den Handball-Drittligisten SG Langenfeld (SGL) am 29. September gegen die SG Schalksmühle-Halver Dragons. Anschließend passierte es am 21. Oktober beim Northeimer HC und am vergangenen Wochenende gegen die Bergischen Panther. Schwierig: Der Aufsteiger kann sich keine längere Trauerarbeit leisten. Am Samstagabend (19.30 Uhr) biegt die Saison in ihr zweites Drittel ein. Und vier der letzten fünf Aufgaben in der Hinrunde sind Endspiele. Um den Abstieg vermeiden zu können, muss der Letzte Langenfeld sein Konto (1:19 Punkte) dringend aufstocken. Beim Zwölften MTV Großenheidorn (6:12) will das Team von Trainer Markus Becker eine Aufholjagd starten.

Immer-Optimist Becker mag sich nicht mehr lange mit den Rückschlägen aufhalten und er macht der Mannschaft ohnehin keinen Vorwurf: „Wenn wir weiter so arbeiten, werden wir belohnt. Wir spielen nicht wie ein Absteiger, wir sind konkurrenzfähig.“ Auf der anderen Seite kann der frisch gebackene Inhaber der B-Lizenz natürlich die Tabelle lesen – und danach ist sicher, dass sich Langenfeld bisher für knappe Niederlagen oder gute Leistungen wenig kaufen konnte. Deshalb ist der Druck gestiegen. Folge: Die SGL muss in Großenheidorn gewinnen.

Der MTV, der in der Nähe des Steinhuder Meers in Niedersachsen zu Hause ist, hat momentan mehr Erfolg. Zumindest zwei Mal löste die Mannschaft von Trainer Marc Siegesmund ihre Hausaufgaben erfolgreich – mit dem 25:24 über den VfL Gummersbach II und dem 27:22 bei der SG VTB/Altjührden. Außerdem gab es ein überraschendes 26:21 über die Bergischen Panther. Gummersbach (7:15 Punkte), Großenheidorn (6:12), HandbALL Lippe II (4:16), TuS Volmetal (4:16), Altjührden (3:15) und die SGL (1:19) machen wohl auf den Plätzen zwölf bis 16 die drei zu suchenden Absteiger unter sich aus. Deshalb weiß Langenfeld nach den Spielen in Großenheidorn, in Lemgo II (HandbALL Lippe/24. November), gegen Volmetal (1. Dezember) und in Altjührden (8. Dezember) eher, ob es intakte Chancen auf die Rettung mit ins nächste Jahr zu nehmen vermag.

Beckers private Wunsch-Rechnung umfasst Erfolge in den vier Endspielen, sodass neun Punkte da wären. Mit derselben Ausbeute aus der Rückrunde hätte die SGL insgesamt 17 Zähler. „Dann bräuchten wir irgendwo einen überraschenden Sieg“, sagt der SGL-Coach, „und wir hätten 19 Punkte, die nach meiner Ansicht reichen würden. Unser Traum lebt weiter und wir werden alles dafür geben.“ Personell geht die Mannschaft aufgewertet ins erste Finale, denn lediglich Spielmacher André Eich fällt erneut aus (private Gründe). Vinzenz Preissegger (private Gründe) und Mats Heyde (Dienst) sind dagegen ebenso wieder dabei wie Philipp Wolter (nach langer Pause wegen einer Schulterverletzung). Viel verspricht sich Langenfeld zudem vom Comeback von Maurice Meurer, der bis zu seinem verletzungsbedingten Aus (Knie) im Heimspiel gegen den Longericher SC (23:30 am 23. September) der beste Werfer des Teams war.

In dieser Wertung hat ihn Rückraum-Kollege Felix Korbmacher (52 Treffer), der zudem die Rolle als vorgezogener Spieler in der 5:1-Deckung momentan herausragend ausfüllt, inzwischen überholt. Eine defensive Top-Leistung braucht Langenfeld auch jetzt, um die Angriffe mit höchstem Tempo nach vorne tragen zu können. Allgemeine Hoffnung: Der Knoten möge platzen. Dringender Wunsch: Bloß keine weitere Ein-Tore-Niederlage. Und erst recht kein 25:26 mehr.

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