Kampf um den Klassenerhalt: Handballer stehen vor Herkules-Aufgabe

Kampf um den Klassenerhalt : Handballer stehen vor Herkules-Aufgabe

Drittliga-Aufsteiger SG Langenfeld trifft am Freitagabend als siegloser Letzter auf den Tabellenführer HSG Krefeld.

Die Handballer der SG Langenfeld (SGL) hoffen, dass sie das Schlimmste bald hinter sich haben – jene Duelle mit Teams, die aufgrund ihrer personellen und finanziellen Möglichkeiten eigentlich in einer anderen Welt zu Hause sind als der Drittliga-Aufsteiger. Einmal müssen die Langenfelder allerdings noch in den sauren Apfel beißen und sich einer fast unlösbar wirkenden Aufgabe stellen. Der als einzige Mannschaft der Klasse sieglose Tabellenletzte erwartet am Freitagabend (20 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) die zu den Titelfavoriten zählende HSG Krefeld. „Das ist wieder kein Spiel, das wir gewinnen müssen“, sagt Trainer Markus Becker, „für mich ist das ein Bonbon obendrauf. Wir freuen uns, gegen eine solche Mannschaft spielen zu dürfen.“

Die bisherigen sieben Partien der Saison zeigten zudem, dass Langenfeld mit den höher eingeschätzten Teams offensichtlich besser zurechtkommt. So war es etwa bei Beckers Debüt als Nachfolger des zurückgetretenen Jurek Tomasik, denn beim Zweiten Leichlinger TV (12:2 Punkte) kam die SGL am 14. September bis in die Schlussphase hinein für einen Sieg in Frage. Am Ende waren es nur ein paar Kleinigkeiten, die zum 28:30 führten. Dicht dran war Langenfeld auch am 29. September gegen den Dritten SG Schalksmühle-Halver Dragons, der als einziger Drittligist bisher ohne Niederlage über die Runden kam (11:1). Bis zum 24:23 (55.) führten die Gastgeber, ehe die Dragons drei Treffer in Folge erzielten und mit 26:25 gewannen.

Krasse Gegenpole waren zwei Partien, in denen Langenfeld gute Chancen zu haben glaubte. Wie es gegen den TSV GWD Minden II nach einem 12:12 (25.) und 14:15 (30.) zum 25:41-Debakel kommen konnte, gilt weiter als kaum zu entwirrendes Rätsel. Zuletzt sollte beim VfL Gummersbach II der erste Sieg herausspringen, doch nun rannte die SGL von Beginn an hinterher – 22:31. Eine der Maßnahmen, die für mehr Stabilität sorgen sollen: Andreas Nelte, der einst an den größten Erfolgen der Handballer beteiligt und beim ersten Abenteuer 3. Liga ebenfalls an Bord war (2016/2017), hilft aus.

Der 36 Jahre junge Kreisläufer, der inzwischen eine feste Größe der in die Oberliga aufgestiegenen SGL-Zweiten ist, war zunächst sehr erstaunt über die Anfrage: „Ich weiß gar nicht richtig, wie ich die Jungs weiterbringen kann. Aber wenn ich gebraucht werde, helfe ich natürlich gerne.“ Ins Team zurück kehrt zudem Kreisläufer Mats Heyde, der zuletzt aus dienstlichen Gründen gefehlt hatte. Auch Henrik Heider (bekam in Gummersbach einen Schlag an die Schläfe ab) ist an Bord, während Rückraum-Kollege Maurice Meurer weiter ausfällt (Knie).

Langenfeld wird ans Limit gehen müssen, um gegen Krefeld die Chance auf ein ordentliches Ergebnis zu bekommen. Einer der besten Werfer der HSG ist traditionell Linksaußen Max Zimmermann, ein Spezialist für Tempogegenstöße. „Bei denen laufen manchmal ungefähr sechs Mann die zweite Welle“, meint Becker. Soll heißen: Krefeld bevorzugt höchstes Tempo. Die Lösung? „Wir werden uns intensiv vorbereiten“, erklärt Langenfelds Trainer. Lieber als ein gutes Spiel gegen einen Favoriten hätte er allerdings, dass irgendwann ein Sieg über einen direkten Keller-Konkurrenten gelingt. Ob die SGL bald das Schlimmste hinter sich hat, wird sich dann spätestens ab dem 21. Oktober (17 Uhr) im Spiel beim Siebten Northeimer HC in Niedersachsen zeigen.

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