Lokalsport: Handballer sind total frustriert

Lokalsport : Handballer sind total frustriert

Der Oberligist verlor nach der Pause für elf Minuten den Faden und deshalb bei TuSEM Essen II mit 21:24. Es war die dritte Niederlage in einem Spitzenspiel.

Auch der Tag danach brachte keine Aufklärung. Für die Oberliga-Handballer der SG Langenfeld (SGL) war es immer noch ein Rätsel, wie sie im Spitzenspiel bei TuSEM Essen II nach einem 13:9 aus der ersten Halbzeit vorübergehend komplett den Faden verlieren konnten und deshalb eine 21:24-Niederlage kassierten. Den Ausfall der Stammkräfte Tobias Geske, Tobias Hanke und Tim Menzlaff (alle krank) wollte Trainer Dennis Werkmeister auf keinen Fall als vollwertige Erklärung heranziehen - selbst die ungewöhnlich vielen Zeitstrafen nicht (13). "Ich habe nicht alle Entscheidungen verstanden", sagte der frustrierte Coach, "aber darin lag nicht die primäre Ursache."

Zunächst machten die Gäste trotz allem ganz viel richtig. "Wir haben in der ersten Hälfte super gespielt", betonte Werkmeister. Anschließend wurde die Leidensfähigkeit des Teams und des Trainers allerdings auf eine harte Probe gestellt, denn in den folgenden elf Minuten gelang der SGL kein einziger Treffer. Als sich Langenfeld zurückmeldete, hieß es 13:15 - womit trotz allen Einsatzes der Anfang vom Ende eingeläutet war. "Wir hatten uns echt viel vorgenommen", erklärte der SGL-Coach, "das war überhaupt nicht nötig." Ein Tim Menzlaff in guter Form hätte sicher weitergeholfen, denn ein paar einfache Tore aus dem Rückraum fehlten. Keeper Alexander Riebau, in der internen Hierarchie eigentlich die Nummer drei, wusste dafür vollauf zu überzeugen: "Er hat das stark gemacht."

Mit dem Blick auf die restlichen Aufgaben in diesem Jahr könnte den Langenfeldern leicht mulmig werden, weil sie noch gegen den TSV Aufderhöhe (Samstag, 17.30 Uhr), beim Bergischen HC II (13. Dezember, 18.15 Uhr) und bei Unitas Haan antreten (20. Dezember, 19.15 Uhr). "Das sind drei schöne Derbys", betont Werkmeister. Was nach Galgenhumor klingt, meint er ernst: "Ich lasse mir durch die Niederlage ja nicht den Spaß am Handball verderben." Der 33-Jährige setzt eher auf das Jetzt-erst-recht-Prinzip.

Dabei wird sich wohl zeigen, ob die SGL die Ansprüche vielleicht herunterschrauben muss. Aktuell reichen 11:7 Punkte für Rang fünf hinter den Bergischen Panthern (14:4), Essen, dem ART Düsseldorf (beide 13:5) und dem TV Aldekerk (12:6). Dass die Qualifikation für die neue Nordrheinliga gelingt (mindestens Platz acht), bezweifelt ohnehin niemand - selbst dann nicht, wenn das Rätsel Essen ungelöst bleibt.

(RP)