Handball: Handballer sind heiß auf den Endspurt

Handball : Handballer sind heiß auf den Endspurt

Der Oberligist SG Langenfeld hat nach dem 42:22 bei der HSG Rade/Herbeck das Final-Four-Turnier im Pokal erreicht und dort im Mai sogar Heimrecht. Heute Abend wartet die schwierige Meisterschafts-Aufgabe gegen TuSEM Essen II.

Der Countdown läuft für Trainer Leszek Hoft und den Handball-Oberligisten SG Langenfeld (SGL). In den restlichen acht Meisterschaftsspielen der Saison wollen die Langenfelder zumindest ihren aktuellen dritten Tabellenplatz verteidigen. Möglicherweise reicht es sogar, die Vizemeisterschaft aus der vergangenen Serie zu wiederholen - was angesichts der praktisch nie verschwundenen personellen Probleme eine besonders starke Vorstellung wäre. Außerdem hat die SGL jetzt alles dafür getan, den Abschied vom bisherigen Coach ein bisschen hinauszuschieben. Als letzter Einsatz für Hoft, der Langenfeld am Ende der Saison verlässt, war bisher der 26. April mit dem Spiel bei der HG Remscheid vorgesehen. Seit dem späten Donnerstagabend ist jedoch sicher, dass alle Beteiligten nachsitzen "müssen". Durch einen komplett ungefährdeten 42:22 (25:12)-Erfolg beim Landesligisten HSG Rade/Herbeck erreichte die SGL das Final-Four-Turnier im Kreispokal. Dazu hat sie am 16. und 17. Mai das Heimrecht.

Obwohl Spieler wie Torhüter Tobias Geske, Matthias Herff, Dustin Thöne, Christian Majeres und Mirko Stolley (krank, verletzt) nicht zur Verfügung standen, waren die Kräfteverhältnisse schnell geklärt. Bis zum 6:3 (10.) nahmen die Gäste einen zögerlichen Anlauf, ehe sie auf Betriebstemperatur kamen und den Vorsprung übers 15:6 (20.) bis zum 25:12 nach der ersten Halbzeit ausbauen. "Wir haben den Gegner nicht auf die leichte Schulter genommen, sondern unsere Aufgabe erfüllt", lobte Hoft, dem der konzentrierte Auftritt seiner Mannschaft gut gefiel. Weil in Keeper Christian Wansing, Phillip Ißling, Steffen Hambrock, Henrik Heider, André Boelken und Philipp Wolter gleich sechs Leihgaben aus der zweiten Mannschaft aushalfen, gab es ausreichend Wechsel-Möglichkeiten. Der Favorit eroberte zahlreiche Bälle - was die beiden Außen Tim Schickhaus (rechts) und Vinzenz Preissegger (links) zu jeweils acht Treffern nutzten.

Vor der Kür im Kreispokal warten acht Pflicht-Aufgaben in der Meisterschaft - fünf bis zum 21. März vor der Meisterschafts-Unterbrechung über Ostern, die restlichen drei ab dem 11. April. Dabei gehört die Partie heute Abend (17.30 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) gegen den Siebten TuSEM Essen II zu den denkbar unangenehmsten Aufgaben. Den Beweis dafür lieferte das Duell der Hinrunde, als Essen mit einigen Verstärkungen aus der eigenen Ersten antrat und durch genau diese Spieler den größten Teil seiner Treffer zum relativ ungefährdeten 33:27-Erfolg erzielte. Trainer Hoft erinnert sich daran noch sehr genau: "Wir haben damals eigentlich gegen eine Zweitliga-Mannschaft gespielt."

Ähnliches könnte den Langenfeldern diesmal wieder passieren, weil Essen I die für den Klassenerhalt in der Zweiten Bundesliga wichtige Partie gegen Eintracht Hildesheim bereits gestern Abend hinter sich brachte und Leihgaben in beliebiger Zahl nach unten erneut möglich sind. "Das werden wir wieder erst wissen, wenn wir auf den Spielbericht schauen", vermutet Hoft. Der für die TuSEM-Zweite zuständige Kollege Herbert Stauder hat darüber hinaus theoretisch die Möglichkeit, sich Spieler aus der Bundesliga-A-Jugend auszuleihen. Der Essener Nachwuchs, der derzeit auf dem dritten Platz liegt, ist in der höchsten deutschen Klasse erst morgen im Einsatz.

Um zunächst zahlenmäßig konkurrenzfähig zu sein, fahren Langenfeld I und II erneut das besonders intensive Kooperationsmodell - das in diesem Fall unkompliziert in die Tat umzusetzen ist, weil das Verbandsliga-Team der SGL direkt nach der Ersten gegen den TV Angermund antritt (19.45 Uhr). "Nur mit sechs oder sieben Spielern aus der Oberliga werden wir gegen Essen nicht gewinnen können", glaubt Hoft, "ich hoffe, dass wir mithalten können - vor allem in physischer Hinsicht."

Viel spricht dafür, dass erneut die Abwehr die Hauptarbeit tragen muss. Mit 24,6 Gegentreffern in jedem der bislang 18 Spiele ist Langenfeld das Maß der Dinge in der Oberliga und stärker als der Erste Aldekerk (27,7). Was noch für die Hausherren spricht: Deckungschef Andreas Nelte fehlte beim 27:33 in Essen. Nur Zuschauer war damals auch Regisseur André Eich (Trainingsrückstand nach Urlaub). Seine Ideen braucht die Mannschaft ebenfalls dringend, wie der Blick auf die selbst erzielten Tore beweist - 476, Durchschnitt 26,4. Da sind lediglich die HG Remscheid sowie der TV Vorst schlechter und die SGL hat offensichtlich Luft nach oben. Auch dafür läuft der Countdown.

SG Langenfeld: Hanke, Wansing - Ißling, Wolter (4), Nelte (2), Adams (3), Schickhaus (8), Preissegger (8), König (5/2), Eich (2/2), Kniesche, Hambrock (1), Heider (6), Boelken (3).

(RP)