Abstiegskampf : Handballer sind am Boden zerstört

Abstiegskampf : Handballer sind am Boden zerstört

Der Drittligist SG Langenfeld schien in Northeim auf dem Weg zum ersten Saisonsieg zu sein, verlor aber mit 25:26.

Mehr Drama geht wohl kaum. Der Handball-Drittligist SG Langenfeld (SGL) hatte sich für die Partie beim Northeimer HC Chancen auf den ersten Saisonsieg ausgerechnet. Und die Hoffnungen schienen in Erfüllung zu gehen, weil der Aufsteiger viel richtig machte. Die SGL führte mit 11:6 (16.) und nach der ersten Hälfte mit 17:13 (30.). Später hieß es dann allerdings 25:26 – und im Gepäck war auf der Heimfahrt doch nur reichlich Frust. „Die Jungs sitzen wie ein Häufchen Elend im Bus“, sagt der Sportliche Leiter Dennis Werkmeister. Trainer Markus Becker, der gerade in Essen am Lehrgang zum Erwerb der B-Lizenz teilnimmt und kurzfristig doch die Erlaubnis zur Dienstreise nach Niedersachsen bekommen hatte, musste immer noch schlucken: „Das ist aktuell die bitterste Niederlage für uns.“ Einziger Trost: Mit 1:17 Zählern beträgt der Abstand des Letzten zum rettenden Rang 13 weiter „nur“ drei Zähler (4:14/HandbALL Lippe II.

Langenfeld kam am Anfang bestens zurecht. „Die erste Hälfte war überragend“, fand Werkmeister. Bis zum 11:6 und bis zur Pause hatte die offensiv deckende SGL das Geschehen fest im Griff. Ein Wende-Faktor: Die Gäste setzten den Start in die zweite Halbzeit in den Sand und aus der Führung wurde ein 18:21 (43.). „Wir sind mit einer Umstellung der Deckung bei Northeim nicht zurechtgekommen und haben die ersten zehn Minuten nicht hinbekommen“, räumte Becker ein.

Seine Mannschaft ackerte sich aber wieder zurück und verkürzte auf 20:21 (46.). Selbst nach der Roten Karte gegen Vinzenz Preissegger (dritte Zeitstrafe) und dem 23:25 (52.) kämpfte der Tabellenletzte bis zum Umfallen. Die Belohnung dafür waren das 24:25 (55.) von Felix Korbmacher und der 25:25-Ausgleich (56.) durch André Boelken. Gut zwei Minuten darauf folgten jene Szenen, die für Verzweiflung sorgten. Vorne gaben die Gäste den Ball ab und Northeims Sören Lange nutzte den Tempogegenstoß zum 26:25 (58.). Nicht viel später trug Langenfeld einen Angriff über rechts vor. Henrik Heider kam auch zum Zug, wurde jedoch beim Wurf rüde gefoult (59.). „Das war für mich eine Rote Karte“, meinte Werkmeister, der seine Ansicht den Unparteiischen in der Nachbesprechung vortrug – und Verständnis fand. Die Video-Aufnahme zeigte später tatsächlich, dass die meisten Spielleiter zumindest einen Siebenmeter für Langenfeld und eine Zeitstrafe für die Hausherren gegeben hätten. Hier erfolgte gar keine Bestrafung.

Genau 22 Sekunden vor dem Ende nahm die SGL noch eine Auszeit, um den letzten Angriff zu besprechen. Pech: André Boelken rutschte aus und der Ball ging wieder an Northeim. „Uns fehlt das Quäntchen Glück“, meinte Trainer Becker, der mit seinem Team weiter intensiv arbeiten will. Zu tun ist sicher einiges, denn ein negativer Lauf von 1:8 Toren vom 17:13 bis zum 18:21 gibt immer Rätsel auf. Und nur acht erzielte Tore in der zweiten Hälfte sind zu wenig. Am Samstag (19.30 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) erwartet Langenfeld die Bergischen Panther (Rang sieben/11:9 Punkte). Weil die Duelle zwischen den beiden Kontrahenten früher immer von reichlich Emotionen begleitet waren, spricht manches tatsächlich fürs nächste Drama.

SG Langenfeld: Riebau, Thommessen – Heider (6), Jung (2), Preissegger (1), Heyde (1), Schirweit, Korbmacher (3), Eich (3/2), Boelken (8/1), Raschke (1).

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