Handballer setzen auf Prinzip Hoffnung

Abstiegskampf 3. Liga: Handballer setzen auf Prinzip Hoffnung

Der Drittliga-Aufsteiger SG Langenfeld war beim 23:33 gegen Spitzenreiter Krefeld chancenlos und ist weiter Letzter.

Die Parallelen sind da. Am 19. November 2016 verlieren die Handballer SG Langenfeld (SGL) bei ihrem ersten Ausflug in die 3. Liga mit 26:35 gegen die SG Schalksmühle-Halver, an der sie sich im Kampf um den Klassenerhalt nicht messen müssen. Es ist die siebte Niederlage hintereinander und der Klassen-Neuling steht bei 3:19 Punkten mit dem Rücken zur Wand. Am 12. Oktober 2018 verliert die nach dem Abstieg direkt wieder in die 3. Liga zurückgekehrte SGL mit 23:33 gegen den Tabellenführer HSG Krefeld, an dem sie sich ebenfalls nicht messen muss. Es ist die siebte Niederlage in Folge und der Aufsteiger steht mit 1:15 Zählern auf dem letzten Tabellenplatz erneut mit dem Rücken zur Wand. Damals wie heute gilt das Prinzip Hoffnung.

Seinerzeit verlängerte sich die Serie an Niederlagen um zwei weitere Spiele – 24:28 bei der SG Ratingen, 24:32 gegen den TV Korschenbroich, die dann letztlich trotzdem zusammen mit Langenfeld absteigen. Mathematisch-theoretisch hätte Langenfeld demnach Zeit bis nach den Partien beim Northeimer HC am kommenden Sonntag (17 Uhr) und gegen die Bergischen Panther am 27. Oktober (19.30 Uhr), ehe die Aufholjagd beginnt. Am Ende der Saison 2016/2017 fehlte ja tatsächlich bloß ein Wimpernschlag zum rettenden Ufer.

„Natürlich haben wir weiter eine Chance“, sagt SGL-Trainer Markus Becker, „wir haben die Spiele gegen fünf der ersten sechs Mannschaften der Tabelle hinter uns. Bald haben wir es mit Gegnern aus dem Mittelfeld und abwärts zu tun. Die für uns besonders wichtigen Spiele wie die gegen Altjührden, Volmetal oder Lemgo kommen erst. Die direkte Konkurrenz ist noch in Reichweite.“ Außerhalb fast jeder Reichweite ist sein Wunsch, das Aufgebot für den weiteren Abstiegskampf personell breiter aufzustellen. Langenfeld wird die restliche Saison mit dem aktuell zur Verfügung stehenden Kader zu Ende bringen.

Dass der Weg ans rettende Ufer ein weiter sein wird, zeigte das Heimspiel am Freitagabend gegen den Tabellenführer HSG Krefeld. „Aus meiner Sicht haben wir eine sehr gute erste Halbzeit gespielt“, fand Trainer Becker, „später war es ein Klassenunterschied.“ Die 60 Minuten waren trotz der Langenfeklder Außenseiterrolle schmerzhaft, weil sich der Spitzenreiter vor allen Dingen nach der Pause mühelos durchsetzte. Während Krefeld weiter auf Platz eins liegt (14:2 Zähler), bleibt die SGL (1:15) als einziges siegloses Team der 3. Liga Letzter.

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In der ersten Viertelstunde sah Langenfeld bei wechselnden Führungen gut aus, zumal der Favorit im Schongang unterwegs war – 8:8 (15.). Bis zum 12:13 (25.) blieben die Gastgeber dran, ehe sich die HSG auf 16:13 (30.) absetzte. Was immer Gegenstand der Langenfelder Halbzeit-Besprechung gewesen sein mag, war dann auf dem Feld kaum zu erkennen – und die Angelegenheit nach acht Minuten durch fünf Gegentreffer hintereinander beim Stande von 13:21 (38.) entschieden. Die SGL erlaubte sich sowohl vor dem Wechsel als auch direkt danach zu viele Fehler.

Die Chancen der Hausherren, denen der verletzte Rückraumspieler Maurice Meurer (Knie) an allen Ecken und Enden fehlte, sanken mit der Roten Karte gegen Hendrik Heider (47.) sogar unter den Nullpunkt. Bester Langenfelder Werfer und zugleich bester Feld-Torschütze in diesem einseitigen Duell war Felix Korbmacher mit acht Treffern. Das schönste Tor des Abends steuerten jedoch die Gäste bei, als Marcel Goerden das 27:18 (51.) vom Kreis aus erzielte – vorher perfekt angespielt von Simon Ciupinski, der bei seinem Pass in eine ganz andere Richtung geschaut hatte. Ein Plus für die Gäste: Krefeld vermochte später ohne großen Qualitätsverlust viel zu wechseln. „Da müssen wir dann über die Breite im Kader reden, die uns fehlt“, urteilte Becker. Er hätte auch sagen können: Uns bleibt nur das Prinzip Hoffnung.

SG Langenfeld: Riebau, Thommessen – Heider (3), Jung (2), Preissegger (1), Heyde (3), Schirweit (1), Korbmacher (8), Eich (1), Boelken (1), Hüfken (3), Raschke, Nelte.

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