Lokalsport: Handballer müssen viel Lehrgeld zahlen

Lokalsport : Handballer müssen viel Lehrgeld zahlen

Der Drittligist SG Langenfeld hat die Hinrunde in der 3. Liga mit 5:25 Punkten als Letzter beendet, glaubt aber weiter an seine Chance zum Klassenerhalt. Viel hängt vom Top-Werfer Tim Menzlaff ab. Hinten muss der Aufsteiger zulegen.

Die Botschaft ist ziemlich klar. Obwohl der Handball-Drittligist SG Langenfeld (SGL) bisweilen noch nicht richtig in der höheren Klasse zu Hause zu sein scheint. Obwohl das Team von Trainer Dennis Werkmeister nach der Hinrunde mit 5:25 Punkten auf dem letzten Platz liegt. Obwohl der Aufsteiger in acht Auswärtsspielen keinen Zähler holen konnte. "Wir haben das Ziel Klassenerhalt nicht abgeschrieben", sagt Trainer Dennis Werkmeister, der das Abenteuer 3. Liga knapp zusammenfasst: "Wir haben eine Menge Lehrgeld gezahlt." Dass die SGL nach ihrer Traumsaison 2015/2016 mit dem Triumph im Deutschen Amateurpokal und dem Aufstieg einen Quantensprung versucht, war ohnehin allen klar - zumal der Kader fast unverändert blieb.

Der Klassen-Neuling sah immer dann gut aus, wenn er über die gesamten 60 Minuten ein in etwa stabiles Niveau zeigte - wie beim 30:30 gegen Krefeld und beim 32:28 über die Ahlener SG, die zusammen nach vier Spieltagen für die 3:5 Zähler verantwortlich waren. Ähnliches gelang nach einer Durststrecke von zweieinhalb Monaten am 10. Dezember beim 34:26 über den VfL Gummersbach II. Viel zu oft ließ Langenfeld aber Punkte liegen - unter anderem beim 26:29 in Volmetal oder beim 24:28 in Ratingen. Diese Resultate waren doppelt schmerzhaft, weil die SGL ihre Situation durch Erfolge über direkte Konkurrenten wesentlich hätte verbessern können. Alleine durch Siege aus diesen beiden Duellen wäre der Drittliga-Aufsteiger bereits auf einen Nicht-Abstiegsplatz geklettert.

Ein echtes Phänomen: Werkmeisters Mannschaft streute bisweilen eine Phase von etwa zehn Minuten ein, die jeweils zur Entscheidung führten. Beispiele waren das 26:35 gegen Schalksmühle/Halver nach einem 17:17 oder das 24:32 gegen Korschenbroich nach einem 16:16. Und am vergangenen Wochenende wurde aus dem 15:16 innerhalb von sieben Minuten ein 16:22, das die 29:31-Pleite in Minden einleitete.

"Ich bin überzeugt davon. dass wir mit zwei Dritteln der Mannschaften in der Liga mithalten können", betont Werkmeister, "aber gute 30 bis 35 Minuten reichen nicht. Und mit einer nur durchschnittlichen Leistung geht es auch nicht." Die Statistik der 3. Liga beweist eigentlich sogar, dass die SGL hier und da eine überdurchschnittliche Qualität besitzt. Der Beleg in Zahlen ist Rückraumspieler Tim Menzlaff, der mit 87 Treffern der fünftbeste Werfer in der 3. Liga West ist und hinter Felix Geßner (89/Baunatal) derjenige mit den zweitmeisten Feldtoren. Drei besser platzierte Kollegen treten - anders als Geßner und Menzlaff - regelmäßig auch zu den Strafwürfen an.

Viel wird in der am 14. Januar gegen den Vierten Leichlinger TV beginnenden Rückrunde davon abhängen, ob Menzlaff zumindest wieder ähnliche Werte erzielt. Außerdem wird Langenfeld versuchen müssen, hinten sicherer zu werden. Die Abwehr hat im Schnitt beinahe 32 Gegentore pro Partie hinnehmen müssen - was den schlechtesten Wert aller Teams darstellt. Auch diese Botschaft ist ziemlich deutlich.

(RP)
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