Lokalsport: Handballer liefern die nächste Überraschung

Lokalsport: Handballer liefern die nächste Überraschung

Der überragende Dustin Thöne führte den Drittligisten SG Langenfeld im Abstiegskampf zum 29:28 über die HSG Handball Lemgo II.

Langsam scheinen die Handballer der SG Langenfeld (SGL) den Spaß am Kampf um den Klassenerhalt zu entdecken. Und die Konkurrenz dürfte den Neuling allmählich wieder etwas genauer unter die Lupe nehmen. Erst vor einer Woche war dem Drittliga-Aufsteiger mit dem 33:32 bei der HSG Krefeld der erste Auswärtssieg in dieser Saison gelungen. Jetzt lieferte die Mannschaft von Trainer Dennis Werkmeister die nächste Überraschung hinterher, denn sie bezwang den Tabellensechsten HSG Handball Lemgo II mit 29:28 (13:12) und machte so die nächste Premiere perfekt. Zwei Siege hintereinander kannte Langenfeld bisher vor allem aus der vergangenen Traum-Saison mit ihren zahlreichen Triumphen - aber nicht aus der 3. Liga. Eine der am meisten gebrauchten Kurzformeln nach dem Abpfiff: "Geil."

Das unterschrieb natürlich auch Kapitän Matthias Herff, der beinahe zum tragischen Helden hätte werden können. Nach dem rüden Foul an Tim Menzlaff bekamen die Hausherren beim Stande von 29:28 korrekt einen Siebenmeter zugesprochen. Herff trat an - und scheiterte, sodass die HSG die Gelegenheit für einen letzten Angriff bekam. Dann warfen sich hinten ziemlich alle Langenfelder in den finalen Wurfversuch der Gäste - und durften kurz darauf jubeln. Herff riskierte noch mal einen Blick auf die Anzeigentafel und registrierte erleichtert, dass er dort einen knappen Sieg bestätigt sah. Am Spiel hatte der unter Problemen an der Achillessehne leidende Mannschaftsführer sonst nicht aktiv teilgenommen. Als jedoch Regisseur André Eich zweimal beim Strafwurf gescheitert war, musste Herff ran. "Das ist schwierig, wenn du vorher so lange auf der Bank gesessen hast", sagte der Linksaußen, "der erste Siebenmeter musste einfach rein, der zweite war in Ordnung und der dritte einfach Mist." Mit den Treffern zum 23:22 (48.) und 27:25 (56.) lieferte er immerhin zwei wertvolle Beiträge.

Erkennbar gar nicht mit sich zufrieden war zunächst Torhüter Tobias Geske, der in der 43. Minute den Kollegen Tobias Joest ablöste - und erst fast keinen Ball zu fassen bekam. Als Geske beinahe zu verzweifeln drohte, schlug dann doch seine große Stunde. Beim Stande von 28:26 hielt er zweimal großartig (57.) und kurz darauf zeigte er beim 29:27 (59.) einen irren Reflex, als Lemgos Dominik Waldhof frei vor ihm auftauchte. Eine Steigerung zeigte auch Top-Werfer Tim Menzlaff, der sich am Anfang fast 20 Minuten lang nur in der Abwehr betätigen durfte und vorne erst langsam auf Touren kam. "Mit meiner Schuss-Ausbeute bin ich unzufrieden", fand der Rückraumspieler, der dennoch auf sechs Tore kam. Alleine drei davon erzielte Menzlaff in den letzten fünf Minuten, als ihn das Team besonders brauchte - zum 26:25 (55.), 28:26 (57.) und 29:27 (58.).

Der mit klarem Abstand beste Spieler des Abends war allerdings SGL-Kreisläufer Dustin Thöne, der hinten im Mittelblock mit Menzlaff viel investierte und vorne am Kreis selbst der Lemgoer Intensivst-Bearbeitung immer wieder etwas entgegensetzte. Die acht Treffer waren der Lohn für eine glänzende Leistung, die auch Trainer Werkmeister herausstrich: "Dustin war heute der alles überragende Spieler, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren." Der 23-Jährige selbst genoss den Erfolg in vollen Zügen und gab das Lob gleichzeitig zurück. "Wir waren sehr gut vorbereitet und unser Matchplan ist voll aufgegangen", betonte Thöne, dessen Blick anschließend bereits nach vorne ging: "Wir müssen aufpassen, dass wir auf dem Boden bleiben." Der Hinweis ist nicht verkehrt - gerade weil Langenfeld den Spaß am Kampf um den Klassenerhalt gerade erst entdeckt hat.

SG Langenfeld: Joest, Riebau, Geske - Thöne (8), Heider (5), Wolter (1), Preissegger (1), Adams, Klimke (1), Herff (2/2), Eich (5/2), Boelken, Menzlaff (6), Ißling.

(RP)