Lokalsport: Handballer gewinnen in Party-Laune

Lokalsport: Handballer gewinnen in Party-Laune

Der Drittliga-Aufsteiger SG Langenfeld bezwang den VfB Homberg am letzten Spieltag der Regionalliga mit 35:33.

Es war ein Spiel, in dem es sportlich um nicht mehr so viel ging. Dafür boten beide Mannschaften aber einen unterhaltsamen Abend. Und am Ende war die Welt für die Handballer der SG Langenfeld (SGL) auch vom Ergebnis her in Ordnung, denn der Spitzenreiter verabschiedete sich mit einem 35:33 (23:13)-Sieg über den Zehnten VfB Homberg aus der Regionalliga. Dass es später nach einer furiosen ersten Hälfte mit einem üppigen Polster doch wieder enger wurde, nahm Trainer Jurek Tomasik auf seine Kappe: "Das ziehe ich mir an. Wir haben ja unheimlich viel gewechselt." Der Blick auf die Abschluss-Tabelle gab dem Abend, an dem alle Langenfelder nur auf Saison-Abschluss-Party eingestellt waren, einen zusätzlichen Gute-Laune-Schub: Dort liegt die SGL, die bereits als Meister und Rückkehrer in die 3. Liga feststand, mit 46:10 Zählern weit vor der SG Ratingen (39:17), der HSG Siebengebirge und dem TSV Bonn rrh. (beide 37:19).

Langenfeld hatte in der Serie 2017/2018 mit 820:740 Toren weder den stärksten Angriff noch die stärkste Abwehr. Defensiv lagen sechs Teams besser - selbst der Drittletzte HSG Neuss/Düsseldorf II (736 Gegentore). Offensiv sicherte sich Ratingen (840) den ersten Platz und der Kreis-Nachbar erreichte als einziger Regionalligist die 30-Treffer-Marke. Die SGL schaffte ebenfalls über 800 Tore (Durchschnitt 29,28) und hatte dafür in der Summe alle Argumente auf ihrer Seite - die meisten Siege (24), die wenigsten Niederlagen (vier) und das Top-Torverhältnis von plus 80. Die 26:2 Punkte in Heimspielen sind zudem ebenso ein Liga-Rekord wie die 20:8 in Auswärtspartien. "Nur zehn Minuspunkte sprechen für sich. Wenn wir da über etwas diskutieren, ist das Jammern auf hohem Niveau", urteilte Trainer Tomasik.

Ein hohes Schwung-Niveau trug Langenfeld, das den angeschlagenen Maurice Meurer (Leiste) schonte, in der ersten Hälfte gegen Homberg vor, dessen Coach Achim Schürmann beim 6:2 (8.) für den VfB früh die erste Auszeit nahm. Das drohende Unheil konnte er allerdings nicht aufhalten. Vier Minuten später hieß es nach dem Treffer von Henrik Heider bereits 10:3 (12.) für Langenfeld, das die sich bietenden Freiräume voller Spiellaune nutzte. Nach dem 11:4 (13.) durch Felix Korbmacher folgte schnell die zweite Auszeit des VfB - der anschließend aber immer noch nicht stattfand. Kurz nach dem 16:7 (21.) von Vinzenz Preissegger stand dann unter anderem Tobias Joest als Punktsieger des Abends fest.

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Der Keeper, der zum Oberligisten Unitas Haan wechselt, hatte sein Drittel des Spiels gut bewältigt und machte nun Platz für Fabian Bremer - der den Langenfeldern künftig aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung steht. Bremer sah mit dem 17:7 (21.) und 18:8 (22.) die beiden Zehn-Tore-Führungen und erledigte die Arbeit zwischen den Pfosten bis zum 27:20 (41.), als ihn Alexander Riebau ablöste. Dass Riebau nach Bremers 11:13-Bilanz in seinen 20 Minuten sogar "nur" auf 8:13 Treffer kam, lag am wenigsten an der Leistung des einzigen Torhüters, der aus dem bisherigen Trio auch in der 3. Liga an Bord sein wird.

Langenfeld kassierte direkt nach der Pause drei Gegentreffer hintereinander. Trainer Tomasik legte nun beim Stande von 23:16 (32.) bereits nach rekordverdächtigen zwei Minuten und einer Sekunde die Grüne Karte für eine Auszeit auf den Zeitnehmertisch, weil ihm der Auftritt ein wenig zu läppisch zu werden schien. Die SGL investierte tasächlich wieder mehr - was gegen inzwischen gut motivierte und viel offensiver deckenden Gäste dringend erforderlich war. Der Vorsprung schmolz trotzdem übers 27:19 (39.) und 29:24 (46.) bis zum 30:27 (50.). Weil die SGL gerade kurz vor diesem Treffer eine Auszeit zur allgemeinen Sammlung hinter sich hatte, war ihr Trainer wenig begeistert. Ergebnis: Das Klemmbrett für die Anweisungen vollführte plötzlich eine Flugeinlage. Vielleicht war es jene Szene, die das Anzapfen letzter Reserven möglich machte. Kurz darauf jedenfalls eroberte André Eich den zuvor verlorenen Ball sehenswert zurück und Max Adams (wechselt zu den Bergischen Panthern) erhöhte in seinem letzten Spiel für Langenfeld auf 31:27 (51.), ehe Torhüter Riebau einen freien Wurf des Hombergers Mirko Krogmann parierte. Im Endspurt reichte die Langenfelder Batterie fürs entscheidende 35:30 (58.) und für die restlichen zwei Minuten begab sich die SGL komplett in den Partymodus. Über das, was demnächst in der 3. Liga auf die Mannschaft zukommt, wollte an diesem unterhaltsamen Abend (noch) niemand nachdenken.

SG Langenfeld: Joest, Bremer, Riebau - Heider (6), Wolter (2), Preiss-egger (3), Heyde (4), Adams (2/1), Schirweit, Korbmacher (6), Eich, Boelken (9/5), Raschke (3).

(RP)
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