Handballer fühlen sich wie im Horrorfilm

Schmerzhafter Abstiegskampf: Handballer fühlen sich wie im Horrorfilm

Der um den Klassenerhalt kämpfende Drittligist SG Langenfeld verlor beim 22:29 gegen Spenge zwei Punkte – und vier Spieler.

Das Spiel gegen den TuS Spenge war längst verloren – und der Handball-Drittligist SG Langenfeld (SGL) musste sich wie in einem miesen Horrorfilm vorkommen. Der Blick auf die Auswechselbank fiel Mitte der zweiten Hälfte bedrückend aus. Links und rechts waren die Physiotherapeutinnen Anna Petzel und Helena Stenzel zu erkennen – wie der zweite Keeper Christian Thommessen bei guter Gesundheit. Außerdem war da Rückraumspieler Maurice Meurer, der wegen starker Rückenbeschwerden nicht mehr mitmachen konnte. Neben ihm saß Regisseur André Boelken, der sich nach seinem 4:1 (7.) wegen einer Knieverletzung hatte abmelden müssen. Wieder einen Platz weiter saß Linksaußen Philipp Wolter, der im Anschluss an eine lange Pause (Schulter) erst seit zwei Wochen zurück ist. Ganz rechts saß und lag im Wechsel Henrik Heider, der vorne bei einem Zweikampf mit Spenges Justus Aufderheide einen Schlag auf die Rippen bekommen und starke Schmerzen hatte. Die SGL, die hier mit 14:20 (43.) in Rückstand lag, hatte natürlich nicht mehr den kleinsten Hauch einer Chance, die Partie vielleicht irgendwie zu drehen. Später nahm dann in Felix Korbmacher (umgeknickt) ein weiterer Rückraumspieler draußen Platz. Als die Schluss-Sirene kam, stand eine wenig überraschende 22:29 (11:12)-Niederlage auf der Anzeigetafel. Langenfeld bleibt mit 3:21 Punkten Tabellenletzter.

Die bevorstehende Woche wird auf jeden Fall extrem schwierig – ausgerechnet vor den wichtigen Spielen am nächsten Samstag (18 Uhr) beim Viertletzten HandbALL Lippe II, gegen den Fünftletzten TuS Volmetal (1. Dezember, 19.30 Uhr) und beim Vorletzten SG VTB Altjührden (8. Dezember, 19.30 Uhr). Die größten Aussichten auf eine rasche Rückkehr gibt es bei Felix Korbmacher. Schwieriger wird es bei Maurice Meurer. Bei Henrik Heider gab es eine ganz leichte Entwarnung, „Die Untersuchung im Krankenhaus hat ergeben, dass nichts gebrochen ist“, sagt Becker. Die schmerzhafte Rippenprellung führt seiner Einschätzung nach eher dazu, dass der Linkshänder zumindest am kommenden Wochenende ausfällt. Am wenigsten rechnet der SGL-Coach zurzeit mit dem Mitwirken von André Boelken (Außenband).

Die von vielen Fehlern geprägte Partie begann schwierig für die Gastgeber, weil Jan Hüfken einen Siebenmeter nicht zu nutzen wusste (1.). Davon ließ sich das Schlusslicht allerdings nicht beeindrucken, denn es legte trotzdem das 2:0 vor (3.) und beim 4:1 durch den von André Boelken verwerteten Tempogegenstoß schien die Welt in Ordnung zu seinen. Boelken blieb jedoch im Wurfkreis liegen. Dominik Jung und Felix Korbmacher stützten den Teamkollegen und führten ihn zur Behandlung vom Feld.

Mit André Eich auf der Boelken-Position lag die SGL zunächst unverändert vorne – 5:3 (13.), 7:4 (18.), 10:8 (25.). Mit dem 10:10 (27.) glich Spenge aus (Vierter/vorher Fünfter), ehe sich Langenfeld selbst den Rückstand einbrockte. Beim Stande von 11:11 warf Eich zu früh und drei Sekunden vor der Pause schien Beckers Mannschaft in Gedanken bereits in der Kabine zu sein, weil sie beim 11:12 abwesend wirkte.

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Die bis dahin wenig überzeugenden Gäste stabilisierten ihre Leistung immer mehr und gleichzeitig nutzte Langenfeld seine Chancen ungenügend. Besonders bitter lief es in der 36. und 37. Minute beim Stande von 12:15. Erst holte Kreisläufer Mats Heyde einen Siebenmeter heraus. Eich trat an – und warf drüber. Den Strafwurf durfte er wiederholen – und scheiterte am Spenger Schlussmann. Im nächsten Angriff holt Eich einen Siebenmeter heraus. Jan Hüfken trat an und warf genau auf den TuS-Keeper. Der Fünfte Spenge zog nun übers 16:12 (38.) auf 20:14 weg (43.) und hatte fortan alles komplett unter Kontrolle.

„Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen“, fand Becker, „sie hat sich nicht hängen lassen. Spenge war sehr gut eingestellt und hat verdient gewonnen.“ Die Einschätzung trifft zu, zumal sich die SGL bis zum Schluss wehrte. Nach dem Aus von Felix Korbmacher musste Langenfeld im Angriff sogar mit drei Linksaußen weitermachen. Philipp Wolter durfte sich auf seiner angestammten Position betätigen, während Jan Hüfken den linken Rückraum übernahm und Vinzenz Preissegger den rechten. So gewann die SGL die letzten Minuten nach dem 18:26 (54.) mit 4:3. Es sind wohl jene Kleinigkeiten, an denen sich der Tabellenletzte für die kommenden Wochen der Wahrheit aufrichten muss.

SG Langenfeld: Riebau, Thommessen – Heider (3), Jung (2), Wolter (1), Preissegger (4), Heyde (3), Korbmacher (2), Eich (4/2), Boelken (1), Hüfken (2), Meurer.

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