Lokalsport: Handball: "Wir haben null Bock auf Abstieg"

Lokalsport: Handball: "Wir haben null Bock auf Abstieg"

Tim Menzlaff und Tobias Geske verlassen den Drittliga-Aufsteiger SG Langenfeld. Trotzdem wollen sie alles für den Klassenerhalt tun.

Sie sind die beiden einzigen Spieler, die schon vor dem Aufstieg über Drittliga-Erfahrung verfügten. Und sie sind ziemlich beste Freunde - was einer der wesentlichen Gründe dafür ist, dass sie seit Mitte 2015 gemeinsam für die Handballer der SG Langenfeld (SGL) unterwegs sind. Tim Menzlaff kam seinerzeit vom Leichlinger TV zu den Langenfeldern, für die Tobias Geske da bereits drei Jahre aktiv war. Vor ein paar Wochen gaben beide bekannt, dass sie nach dieser Saison bei der SGL aufhören. Geske und Menzlaff haben Angebote anderer Vereine, aber noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Hundertprozentig sicher ist dafür das gemeinsame Ziel. "Ich habe überhaupt keinen Bock darauf, mich mit einem Abstieg zu verabschieden", betont Keeper Geske. Rückraumspieler Menzlaff denkt genauso: "Da stimme ich hundertprozentig zu."

Letzte Instanz: Torhüter Tobias Geske hofft sehr, dass er durch starke Paraden zu mehr Stabilität in der Abwehr beitragen kann. Foto: Ralph Matzerath (ARCHIV)

Das Unternehmen Klassenerhalt geht für den Aufsteiger Langenfeld heute Abend (17.30 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) gegen den Leichlinger TV weiter - was aus mindestens zwei Gründen etwas Besonderes ist. Zunächst bekam das Team von SGL-Trainer Dennis Werkmeister am 3. September 2016 zu spüren, dass in der 3. Liga ein rauer Wind weht. Am Ende war das 28:39 gegen abgezockte Leichlinger ein Schuss vor den Bug und es markiert bis heute die höchste Saison-Niederlage. Für Menzlaff war es zudem die Rückkehr an die frühere Wirkungsstätte, wo er die Auftaktpleite trotz seiner sieben Tore nicht verhindern konnte.

Sportlich scheinen vor dem Rückrunden-Beginn erneut Welten zwischen dem Tabellenletzten Langenfeld (5:25 Punkte) und dem Vierten Leichlingen zu liegen (21:9), der mit 505 Toren das offensiv stärkste Team der 3. Liga stellt. "Das ist eine echte Angriffsmaschinerie", sagt Menzlaff, dessen große Wurfqualitäten die SGL dringend braucht. Mit 87 Treffern ist der 30-Jährige der zweitbeste Feld-Torschütze (ohne Siebenmeter) der 3. Liga West und ohne eine vergleichbare Quote auch in den nächsten Monaten wird Langenfeld die Rettung kaum schaffen können. Der Top-Werfer sieht einen anderen Schwerpunkt: "Wichtiger ist, dass die Mannschaft Erfolg hat. Und dazu will ich unbedingt meinen Teil beitragen."

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Hier kommt erneut Torhüter Geske ins Spiel, der mit dem Keeper-Kollegen Tobias Joest so etwas wie die letzte Instanz hinter der Abwehr ist - die in der Hinrunde die meisten Gegentreffer aller Drittligisten zuließ (473). "Ich bin im Prinzip ein Spieler, der jedes Spiel gewinnen will. Und ich will mit Langenfeld unbedingt die Klasse halten", erklärt Geske, "dafür lohnt es sich, sich den Arsch aufzureißen." Damit der Plan aufgeht, muss die Deckung stabiler werden und Langenfeld die auftretenden Schwächephasen innerhalb eines Auftritts so kurz wie möglich halten. Aussetzer von zehn oder mehr Minuten werden mit Sicherheit gerade gegen routinierte Leichlinger teuer werden.

Trainer Werkmeister hat fast alle Mann an Bord - bis auf Pechvogel Mirko Stolley, der wegen einer Schulterverletzung (ausgekugelt) für einige Monate ausfällt. Insgesamt ist der Coach dennoch optimistisch, dass seine Mannschaft aus der Hinrunde viel gelernt hat und sich steigern wird. "Ich bin fest davon überzeugt, dass wir eine gute Rückrunde spielen und zwölf bis 14 Punkte holen. Wozu das reicht, werden wir sehen." Sein Motto: "Was soll uns denn passieren? Weiter nach unten rutschen können wir ja nicht." Menzlaff, der defensiv ebenfalls eine tragende Rolle einnimmt, und Geske sehen es ähnlich. "Wir haben nichts zu verlieren", findet der Torhüter. "Die Rückrunde fängt gerade erst an und eine Chance hast du immer. Wir müssen uns voll konzentrieren und jedes einzelne Tor feiern. Es ist nicht unmöglich, dass wir es schaffen", betont Menzlaff. Natürlich wissen beide, dass dafür alles passen muss. Aber wenn zwei Spieler mit Drittliga-Erfahrung vorangehen, könnte viel drin sein.

(RP)