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Handball: SG Langenfeld wartet Krise durch das Coronavirus ab

Langenfeld : SGL mahnt bei Transfers zur Ruhe

Ob und wenn ja wann die Saison der Handball-Regionalliga nach der Corona-Krise zu Ende gespielt wird, ist eine der offenen Fragen. Davon gibt es aber so viele, dass die Langenfelder Handballer jetzige Zusagen an Spieler als nicht seriös erachten. Dass das Final-Turnier im DHB-Amateurpokal noch ausgespielt wird, glauben sie nicht.

Der Handball-Betrieb steht still, das bedeutet auch für die Regionalliga-Mannschaft der SG Langenfeld (SGL): abwarten. Während ein Großteil der Klubs der Region jedoch auch in der unfreiwilligen Corona-Auszeit auf dem Transfermarkt tätig ist, ist aus dem Lager der Grün-Weißen nichts von Zugängen zu hören – doch das ist ganz bewusst so. „Ich halte es für keinen guten und damit auch nicht unseren Weg, Zusagen zu treffen und über die Zukunft zu sprechen, bei der aktuell keiner weiß, wie sie aussehen wird“, erklärt Abteilungsleiter Thorsten Scholl. Der Sportliche Leiter Dennis Werkmeister ergänzt: „Ich finde es mehr als fragwürdig, wenn man so vorgeht, wie es viele andere Vereine es derzeit machen.“

Im Klartext bedeutet das: Verpflichtungen wird es in Langenfeld vorerst nicht geben. Solange bis absehbar ist, welche Folgen die Corona-Pandemie für die SGL hat. Das hängt von mehreren Faktoren ab: Unter anderem vom Wohle des Gesamtvereins, der stark unter der Krise leidet. Aber auch von der Zahlungsfähigkeit der Sponsoren, die mit ihrer Unterstützung auch in der viertklassigen Regionalliga eine wesentliche Rolle spielen – auch wenn die SGL nicht gerade dafür bekannt ist, hohe Gehälter zu bezahlen. Derzeit werden die Verträge der Spieler nicht im vollen Umfang bedient.

Ohne das Coronavirus, glaubt Werkmeister, hätte die SGL schon „mindestens einen Spieler“ verpflichtet. Insgesamt benötigt Langenfeld noch zwei bis drei Verstärkungen, kalkuliert die Abteilungsleitung. Vor allem im Rückraum wird ein Ersatz für den besten Schützen Felix Korbmacher gesucht, der im Sommer zu den Bergischen Panthern in die 3. Liga wechselt. Zudem soll ein weiterer Rechtsaußen sowie nach Möglichkeit auch ein Kreisläufer her. Die Brüder Christian und Sebastian Pagel, deren Zukunft als letzte noch geklärt werden musste, werden die SGL am Saison­ende verlassen.

Generell, das wissen auch Scholl und Werkmeister, agiert die SGL trotz der offenen Stellen im recht kleinen Kader aber aus einer komfortablen Situation heraus, sie kann sich eine solch defensive Vorgehensweise erlauben. Andere Klubs warten ungeduldig auf eine Entscheidung der Verbände, wie mit der laufenden Saison verfahren wird. Wird sie zu Ende gespielt? Wird sie abgebrochen? Wenn ja, wie wird sie gewertet?

Die Langenfelder Mannschaft des scheidenden Trainers Markus Becker weiß, dass sie als derzeitiger Tabellenzweiter mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch im nächsten Jahr in der Regionalliga bleiben wird. Gleiches gilt für die zweite Mannschaft, die in der Oberliga in der gesicherten Region steht. Der Blick richtet sich auf Grundsätzliches. „Arbeitsplätze oder Einzelschicksale sind derzeit viel wichtiger als die Frage, ob wir in der kommenden Saison oben unter unten mitspielen“, sagt Scholl.

Der eigentliche Saisonhöhepunkt, das mittlerweile verschobene Final-Four-Turnier des DHB-Amateurpokals, ist in den Köpfen längst weit nach hinten gerückt. Sportlich besitzt es mit Blick auf eine mögliche Qualifikation für die Hauptrunde des DHB-Pokals zweifellos noch seinen Reiz. Ohne Zuschauer dürfte es aber, wenn es denn noch ausgetragen werden würde, aber recht unspektakulär werden.

Die Verantwortlichen jedenfalls glauben nicht mehr daran. „Ich denke nicht, dass das Final-Turnier ausgespielt wird. Das wäre unfassbar schade“, sagt Werkmeister. Scholl rechnet damit, dass „in diesem Halbjahr“ nicht mehr gespielt wird. Nach aktuellem Stand soll das Final-Turnier der Profis Ende Juni ausgespielt werden. Ob diese Terminierung auch die Amateure betrifft, ist derzeit offen. Wie so vieles, in der Handball-Branche – und der gesamten Sportwelt.