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Handball: Handball: Langenfeld und seine Krankenstation

Handball : Handball: Langenfeld und seine Krankenstation

Viele Spieler des Oberligisten sind angeschlagen - ausgerechnet vor der schwierigen Aufgabe gegen die starken Bergischen Panther.

Der Schock saß ziemlich tief bei den Oberliga-Handballern der SG Langenfeld (SGL). Kein Wunder: Am vergangenen Wochenende erlitt die Mannschaft von Trainer Leszek Hoft schließlich mit dem 19:29 beim TV Jahn Hiesfeld die schmerzhafteste Pleite der vergangenen Jahre - nach der schwächsten Darbietung der vergangenen Jahre. Vielleicht hilft es dem Team sogar, dass besonders viel Gelegenheit zur Aufarbeitung des Geschehens gar nicht bleibt. Dafür gibt es zwei Gründe. Erstens ist die Zahl der erkrankten und verletzten Spieler immer noch besorgniserregend hoch. Und zweitens wartet heute Abend (17.30 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) die Partie gegen die Bergischen Panther, die den Langenfeldern alles abverlangen wird.

SGL-Coach Hoft kommt derzeit kaum damit nach, die Krankmeldungen seiner Spieler richtig zu sortieren. Nicht mal zur internen Besprechung konnte er seinen Kader halbwegs komplett begrüßen. "Wir waren sieben Mann", berichtet Hoft, der auch bei den Trainingseinheiten bisweilen viel improvisieren musste. Einig waren sich jedoch alle darin, dass ein Auftritt mit Hiesfeld-Qualität nicht zu Langenfeld passt: "Die Spieler haben selber gesagt, dass das nicht in Ordnung war. Wir werden dieses Spiel jetzt schnell abhaken. Und ich bin mir sicher, dass wir uns mit einer ganz anderen Einstellung präsentieren werden."

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Welches Personal zur Verfügung steht, wird sich vielleicht erst kurzfristig entscheiden Tobias Geske, am vergangenen Wochenende trotz Fiebers für 45 Minuten zwischen den Pfosten, und der zuletzt dienstlich verhinderte Tobias Hanke sollen wieder das Torhüter-Gespann bilden. Kreisläufer Dustin Thöne (Bänderriss) steht ebenso wie Rückraumspieler Sven Kniesche (musste Antibiotika nehmen) eventuell wenigstens mit reduzierter Kraft zur Verfügung. Dafür hat es Regisseur André Eich, der in Hiesfeld in Ermangelung einer anderen Möglichkeit phasenweise sogar den rechten Rückraum besetzte, und Kapitän Matthias Herff erwischt (beide krank). Hinter Herffs Einsatz steht ein großes Fragezeichen. Für den rechten Rückraum wäre wohl Hendrik Heider aus der SGL-Zweiten (Verbandsliga) eine passende Aushilfe - wenn er inzwischen nicht ebenfalls erkrankt wäre.

Die Panther zählen aufgrund ihrer Besetzung nicht nur für die SGL zu den Top-Kandidaten auf die Meisterschaft in der Oberliga Niederrhein. Durch die Verpflichtung von Alexander Zapf für den Rückraum ist das Aufgebot sicher nicht weniger torgefährlich geworden - und vor allen Dingen am ersten Spieltag wies Zapf nach, warum ihn auch die SGL vor einigen Monaten durchaus gerne nach Langenfeld geholt hätte. Zapf erzielte im Spiel beim TV Aldekerk gleich 13 Treffer (davon fünf Siebenmeter). Erstaunlich: Die 33:36-Niederlage der Panther vermochte er trotzdem nicht zu verhindern.

"Das ist eine richtig abgezockte Truppe", findet Hoft, der in der vergangenen Saison ein 25:25 und einen 26:25-Sieg gegen die Panther auf der Habenseite hat. Eng bis dramatisch geht es offensichtlich ohnehin immer zu in den Duellen zwischen den beiden Teams. Besonders das Aufeinandertreffen am 6. April 2013 ist unvergessen, denn seinerzeit holten die Panther-Verantwortlichen ihr Team in der 55. Minute beim Stande von 25:19 vom Feld, weil sie sich einer krassen Benachteiligung durch die Unparteiischen ausgesetzt fühlten. Der Eklat war perfekt, aber Langenfeld bekam die Punkte am grünen Tisch.

Wegen des hohen Krankenstandes und der schwierigen Vorbereitung sieht Leszek Hoft die Hausherren in der Außenseiterrolle: "Die Panther sind jetzt klar der Favorit. Das wird für uns unheimlich schwer." Ein mögliches Rezept für den Erfolg könnten Einsatz und Leidenschaft sein. "Wir werden einen bedingungslosen Kampf zeigen", verspricht der SGL-Trainer, "wird werden alles geben und für jeden einzelnen Ball kämpfen." Der Auftritt in Hiesfeld war demnach nicht nur schmerzhaft, sondern auch sehr lehrreich. Ob der Versuch der Wiedergutmachung sogar zwei Punkte bringt, ist eine andere Frage.

(RP)