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Handball: Handball-Farce: Der ausgefallene Test

Handball : Handball-Farce: Der ausgefallene Test

Oberligist SG Langenfeld war bereit zum Vergleich mit dem Drittligisten Leichlinger TV - der aber unmittelbar vor dem Anwurf kippte. Gäste-Trainer Frank Lorenzet hatte zu viele Spieler ohne die nötige Spielberechtigung dabei.

Es hatte was von absurdem Theater. Auf der Tribüne saßen rund 50 bis 60 Zuschauer - was zu diesem Zeitpunkt der Vorbereitung und angesichts der Konkurrenz durch die Fußball-Weltmeisterschaften in Brasilien als sehr ordentliche Zahl durchgehen durfte. Der Handball-Oberligist SG Langenfeld (SGL) scheint schon jetzt neugierig zu machen, obwohl der Ernst der Meisterschaft erst in knapp drei Wochen beginnt. Ein halbwegs ausgefüllter Spielbericht lag ebenfalls auf dem Zeitnehmertisch und die Hallenuhr war angeschaltet. Und selbstredend hatte die Abteilungsleitung für den Test gegen den benachbarten Drittligisten Leichlinger TV auch einen Unparteiischen angefordert. Dass der Schiedsrichter dann bereits zum 18 Uhr anwesend war und vor einer verschlossenen Hallentüre stand, passte irgendwie prima zum Abend. So ersparte er sich wenigstens die spätere Farce, denn die für 20 Uhr vorgesehene Partie fiel ins Wasser.

Langenfelds Trainer Leszek Hoft hatte den Termin mit den Leichlingern vor einiger Zeit fest vereinbart. "Natürlich war für mich immer klar, dass es sich um ein Spiel handelt. Was Leichlingen gemacht hat, ist für mich unprofessionell." Die beiden Mannschaften waren beim Warmmachen - als Gäste-Trainer Frank Lorenzet, der wohl von vornherein andere Vorstellungen hatte, den Gastgebern den Stecker zog. Leichlingen scheute die Öffentlichkeit, weil neben den paar Spielern aus dem alten Kader zusätzlich einige Handballer dabei waren, für die noch gar keine offizielle Spielberechtigung vorlag. Den betreffenden Herren hätte bei einem verbotenen Einsatz eine Sperre gedroht.

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Guter Rat war plötzlich teuer und die Stimmung bei den meisten Langenfeldern direkt im Keller. Ein Beispiel: Torhüter Tobias Hanke, der als Polizist kurz darauf zum Nachtdienst musste, fühlte sich komplett auf den Arm genommen. Der Keeper verzichtete jedoch auf einen deutlichen Kommentar: "Dazu sage ich lieber nichts." Die halbgare Lösung war etwas später eine interne gemeinsame Trainingseinheit mit der Spielform "Abwehr gegen Angriff". Dazu greifen Übungsleiter sonst unter anderem, wenn sie zu wenig Leute für einen Vergleich über die ganze Hallenfläche haben.

Hoft musste nachher in der Kabine einige Zeit aufwenden, um seinem Team das Zustandekommen des verkorksten Abends zu erläutern. Dass sich Langenfeld darüber lange ärgern wird, ist allerdings nicht zu erwarten. Am kommenden Freitag (20 Uhr) soll es gegen den Mittelrhein-Oberligisten TuS 82 Opladen sogar den nächsten Anlauf für einen ernsthaften Test geben - falls den Gästen die dann wohl wieder vorhandene Öffentlichkeit zusagt.

(RP)