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Lokalsport: Handball: Ein "Pott" fühlt sich so gut an

Lokalsport : Handball: Ein "Pott" fühlt sich so gut an

Der Zeitpunkt ist ungünstig, aber der Drittligist SG Langenfeld der klare Favorit fürs Final-Four-Turnier im Kreispokal.

Keiner mag diesen Termin besonders. Die alte Saison ist längst vorbei und die neue hat noch nicht begonnen. Die Verantwortlichen des Bergischen Handball-Kreises hat das aber nicht davon abgehalten, das Final-Four-Turnier zur Ermittlung des Siegers im Kreispokal ins Niemandsland zu legen. Diejenigen, die am Ende den "Pott" in Händen halten, können der Veranstaltung dabei mehr abgewinnen - und zu jener Kategorie gehört definitiv die SG Langenfeld (SGL), die den Erfolg in diesem Wettbewerb inzwischen praktisch gepachtet hat. Nach der Meisterschaft in der Regionalliga und der direkten Rückkehr in die 3. Liga ist das Team von Trainer Jurek Tomasik jetzt sogar der klarste mögliche Favorit. Zu Gast sind die vier beteiligten Vereine heute und morgen in der Max-Siebold-Halle in Burscheid (Schulstraße 22). Dennis Werkmeister, Sportlicher Leiter der SGL, lässt keine Zweifel am Plan aufkommen: "Dieses Turnier müssen wir gewinnen."

Langenfeld bestreitet sein Halbfinale heute Abend (19.30 Uhr) gegen den Landesligisten WMTV Solingen und weiß dann bereits, wer der Endspiel-Gegner ist. Manches spricht dafür, dass es sich um den Oberliga-Vizemeister HG Remscheid handelt, der es am Nachmittag (15.30 Uhr) mit dem Neu-Verbandsligisten Haaner TV zu tun hat. Remscheid? Da war doch was. Richtig: Beim Verein aus dem Bergischen spielt seit dieser Saison Tobias Geske - jener Torhüter, der bis vor einem Jahr mit der SGL unterwegs und an den größten Handball-Erfolgen in der Langenfelder Vereinsgeschichte beteiligt war. Der 31-Jährige, der im Jahr 2012 vom TuS Wermelskirchen (damals 3. Liga) gekommen war, gehörte dabei auch zur SGL-Mannschaft, die 2015/2016 Geschichte schrieb.

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Am 17. Mai 2015 gewann der damalige Oberligist das Finale des Kreispokals mit 27:13 gegen den TSV Aufderhöhe. Es war seinerzeit in der Halle am Konrad-Adenauer-Gymnasium das erste Final-Four-Turnier des Kreises und für Langenfeld der Anfang eines Handball-Wunders. Anschließend gewann die Mannschaft zuerst den Niederrheinpokal, ehe sie den Triumphzug im Deutschen Amateur-Pokal begann - mit dem Happy End am 1. Mai 2016 in Hamburg. Kurz zuvor hatte die SGL die Meisterschaft in der Oberliga und den Aufstieg in die 3. Liga unter Dach und Fach gebracht. Dann kam das Wochenende 21./22. Mai 2016. Wieder hielt es jemand für günstig, das Final-Four-Turnier ins Niemandsland zu legen. Die SGL hatte wenig Training im Rücken und keine besonders großen Ambitionen. Das Ergebnis: Nach einem 31:26 im Halbfinale gegen die HG Remscheid gab es ein denkwürdiges Endspiel und nach einem Siebenmeterschießen einen 28:27-Sieg über die Bergischen Panther.

Tobias Geske, der sich in seiner neuen sportlichen Heimat Remscheid sehr wohlfühlt, erinnert sich noch gut daran - und gerne. Dass es morgen (17 Uhr) ein ähnlich spannendes Finale geben könnte, hält er allerdings für ausgeschlossen. Unter der Voraussetzung, dass die SGL und die HG ihr Halbfinale gewinnen, sieht er klare Verhältnisse: "An Langenfeld führt kein Weg vorbei. Darüber brauchen wir nicht zu diskutieren. Die SGL ist ja zu Recht wieder in die 3. Liga aufgestiegen." Geske, dessen Leidenschaft im Frühjahr und Sommer unverändert der Beachhandball ist, sieht allenfalls eine höchst theoretische Chance: "Wenn bei der SGL tausendprozentig gar nichts klappt und bei uns tausendprozentig alles, können wir sie vielleicht ein bisschen ärgern." Obwohl die Aussichten gering sind, kann Geske dem Turnier etwas abgewinnen: "Ich freue mich, ein paar von den Jungs wiederzusehen."

Langenfeld nimmt die Angelegenheit immerhin so ernst, dass es fast mit der besten Besetzung antritt. Selbst Rechtsaußen Max Adams, der demnächst für den Drittliga-Konkurrenten Bergische Panther spielen wird, trägt noch einmal das SGL-Trikot. Fehlen wird alleine André Eich. Was der 22. Mai 2016 und der morgige Sonntag gemeinsam haben: Von einem Erfolg im Kreispokal hat die SGL eher wenig, denn am Niederrheinpokal der nächsten Saison nimmt sie nicht teil - weil sie (wieder) Drittligist ist. Trotzdem wird die Mannschaft nach Burscheid fahren. Und sollte sie erneut mit einem "Pott" zurückkehren, lässt sich das mit dem blöden Termin doch viel besser ertragen.

(RP)