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Handball: Handball: Das Duell der Trainerfüchse

Handball : Handball: Das Duell der Trainerfüchse

Der Oberligist SG Langenfeld trifft morgen auf die HG Remscheid. Noch-Coach Leszek Hoft, der nach dieser Saison aufhört, will den Aufwärtstrend fortsetzen. Ex-Coach Heino Kirchhoff kämpft mit den Gästen um den Klassenerhalt.

Das ist sicher kein Spiel wie jedes andere - für die Mannschaft nicht und für die beiden Trainer nicht. Auf den ersten Blick geht es morgen (17.30 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) zum Abschluss des Handball-Jahres 2014 im Duell zwischen den Oberligisten SG Langenfeld (SGL) und HG Remscheid natürlich auch um wichtige Meisterschaftspunkte. Langenfeld will dabei seinen Aufwärtstrend der vergangenen Wochen fortsetzen, während Remscheid im Kampf um den Klassenerhalt jeden Zähler gebrauchen kann. Das Hinrunden-Finale ist allerdings auch das Wiedersehen der Langenfelder mit ihrem Ex-Erfolgstrainer Heino Kirchhoff. Der wiederum kennt den aktuellen SGL-Coach Leszek Hoft aus einer gemeinsamen früheren Zeit beim Bergischen HC.

 Zeigefinger zwei: Der früherer Trainer Heino Kirchhoff kennt viele Langenfelder noch gut.
Zeigefinger zwei: Der früherer Trainer Heino Kirchhoff kennt viele Langenfelder noch gut. Foto: Ralph Matzerath (ARCHIV)

Die Trainerfüchse bemühen sich, die Dinge sachlich zu betrachten. "Es ist nicht so, dass wir jede Woche telefonieren. Aber unser Verhältnis ist in Ordnung. Wir kennen uns schon lange und haben immer wieder mal die Klingen gekreuzt", sagt Kirchhoff, "wir respektieren uns." Kollege Hoft, ein bisschen älter als Kirchhoff (60), sieht es ähnlich: "Heino ist ein guter Trainer. Wir kennen uns ja schon lange. Unser Verhältnis ist ganz normal."

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Der Name Heino Kirchhoff ist untrennbar mit dem Aufstieg der Langenfelder Handballer in die Oberliga verbunden. Als Kirchhoff im Juni 2006 zur SGL kam, gehörte die erste Handball-Mannschaft der Landesliga an. Über die Zwischenstation Verbandsliga schaffte Langenfeld unter seiner Regie im Mai 2011 den Aufstieg in die Oberliga und belegte dort nach der ersten Saison als Aufsteiger den starken fünften Tabellenplatz. Die Zusammenarbeit funktionierte bis in die Saison 2012/2013 hinein - ehe erste ernsthafte Unstimmigkeiten auftraten.

Im November 2012 stand zuerst fest, dass Heino Kirchhoff bei der SG Langenfeld am Ende der Saison 2012/2013 als Trainer aufhört. Es gab mal die Idee, den Handball-Fachmann als Sportlichen Leiter zu halten - doch der Plan kam nicht zustande. Relativ rasch präsentierte der Verein dann den Kirchhoff-Nachfolger für die Serie 2013/2014: Leszek Hoft. Bis Mitte Februar 2013 war der Riss allerdings offensichtlich so groß, dass beide Seiten das vorzeitige Ende der so lange fruchtbaren Zusammenarbeit beschlossen. Als Interimscoach sprang seinerzeit der Ur-Langenfelder Michael Pütz ein, ehe im folgenden Sommer Hoft seinen Dienst antrat. Zumindest äußerlich sieht es so aus, dass Kirchhoff die Angelegenheit abgehakt hat: "Das ist eine Episode, die vorbei ist. Ich habe mit Sicherheit auch Fehler gemacht."

Kirchhoff und Hoft sind dafür bekannt, dass sie ziemlich tief in die taktische Trickkiste greifen können. Natürlich mag sich vor dem Wiedersehen keiner so ganz genau in die Karten schauen lassen. Kirchhoffs Vorteil: Er kennt einen großen Teil der Langenfelder Mannschaft noch so gut, dass er die HG vermutlich bestens einstellen kann. Auch das erhöht den Reiz der Partie zusätzlich. "Wir sind natürlich nicht der Favorit", sagt Kirchhoff, "ich bin aber sicher, dass meine Mannschaft kämpferisch alles geben wird."

SGL-Trainer Hoft bangt vor allen Dingen um den Einsatz seines Linkshänders Sven Kniesche, der zuletzt beim 30:20 in Vorst wegen einer Oberschenkel-Verletzung mit Verdacht auf Muskelfaserriss ausschied. Der Rückraumspieler will dennoch alles tun, um gegen Remscheid dabei zu sein. Das Jahresfinale ist eben auf keinen Fall ein Spiel wie jedes andere.

(RP)