Handball: Alle Zeichen stehen auf Abstieg

Lage im Tabellenkeller: Handball: Alle Zeichen stehen auf Abstieg

Der Drittliga-Letzte SG Langenfeld verpasste auch beim 21:22 im schwachen Spiel gegen die Menden Sauerland Wölfe einen Heimsieg.

Es war der nächste Griff ins Leere und hatte am Ende auch nicht mehr so viel mit Pech zu tun. Grundsätzlich war es für den Handball-Drittligisten SG Langenfeld (SGL) jedenfalls nie einfacher, ein Heimspiel zu gewinnen – weil sich das Niveau insgesamt in einem überschaubaren Rahmen bewegte. Der Aufsteiger schaute beim 21:22 (14:10) gegen die SG Menden Sauerland Wölfe trotzdem in die Röhre und musste im achten Anlauf in dieser Saison die achte Heimniederlage hinnehmen. Dadurch steht die miserable Bilanz in eigener Halle nach dem Rückrunden-Start bei 0:16 Zählern und das Konto insgesamt bei 4:28 Punkten. Der Klassenerhalt ist in weiteste Ferne gerückt und Langenfeld wird sogar die größte Mühe haben, vor Weihnachten zumindest sein Minimalziel zu erreichen und den letzten Platz zu verlassen. Dazu müsste am nächsten Samstag (19.30 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) gegen den Neunten Ahlener SG (15:17 Punkte) defintiv ein Erfolg her. Außerdem müsste der Vorletzte MTV Großenheidorn (6:26) gegen die Wölfe leer ausgehen (Elfter/14:18).

Der SGL fehlten in Linksaußen Jan Hüfken, Kreisläufer Mats Heyde und Spielmacher André Boelken drei Stammkräfte. Trotzdem drehten die Gastgeber in der von endlos vielen Fehlern geprägten Partie den 2:5-Rückstand (8.) in eine eigene Führung um. Das Team von Trainer Markus Becker nutzte dabei einige Ballgewinne konsequent aus – 9:5 (18.). Kurz darauf hielten alle Langenfelder die Luft an, denn beim Stande von 10:7 (21.) blieb Regisseur André Eich plötzlich am Boden liegen. Dass der 30-Jährige dann stark humpelnd vom Feld geführt wurde, verhieß ebenfalls nichts Gutes. Die halbwegs gute Nachricht: In der achten Minute der zweiten Halbzeit kam Eich nach intensiver Behandlung des Knies und vorsichtigen ersten Schritten wieder zurück. Die Partie, in der vorübergehend das reine Chaos regierte, war inzwischen jedoch gekippt – 15:16 (38.).

Trainer Becker fand für die Wende kaum Worte. „Wir haben das in der ersten Halbzeit eigentlich mit unserem Tempo ganz gut gemacht und gehen verdient mit einer Vier-Tore-Führung in die Halbzeit“, meinte der Coach, „wir haben ein paar Dinge besprochen und ich habe gesagt, dass wir nach der Pause bitte nicht den Kopf verlieren sollen.“ Die bittere Wirklichkeit: Menden kam zunächst durch zwei Treffer innerhalb von 106 Sekunden auf 12:14 (32.) heran, ehe Felix Korbmacher einen Siebenmeter nicht verwertete (33.). Das Team aus dem Sauerland nutzte die Gunst der Stunde – 13:14 (34.), 14:14 (35.). Maurice Meurer legte für Langenfeld das 15:14 (36.) vor, doch nach zwei weiteren Gegentreffer innerhalb von 44 Sekunden zum 15:15 und 15:16 (jeweils 38.) begann nicht zum ersten Mal das Hinterherrennen. Becker wirkte konsterniert: „Wir sind wieder viel zu überhastet und setzen nicht um, was wir besprochen haben. Dann stehst du da draußen und fragst dich, was passiert denn hier gerade?“

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Vieles sah so aus, als wolle jeder jenseits von taktischer Dusziplin unbedingt seine eigene individuelle Lösung probieren – auch später, als die SGL trotz aller personellen Schwierigkeiten und trotz der hohen Fehlerquote weiter für den Sieg in Frage kam. Glück für den Tabellenletzten: Die Wölfe, die über weite Strecken wenig Schrecken verbreiteten, trieben es manchmal ähnlich verrückt. So machten sie nach dem 19:19 (51.) von Maurice Meurer aus der Zeitstrafe gegen Vinzenz Preissegger per Siebenmeter nur das 20:19 (53.) und Dominik Jung glich zum 20:20 aus (55.). Für Spannung sorgten beide Seiten erst recht, nachdem Felix Korbmacher das 21:21 (56.) gelungen war.

Zunächst gerieten Mendens Spielmacher Florian Schösse und André Eich aneinander. Ergebnis: Für beide gab es eine Zeitstrafe (58.). Eine halbe Minute darauf holte Maurice Meurer einen Siebenmeter heraus. Felix Korbmacher trat an – und verwarf erneut (58.), sodass aus der möglichen Führung nichts wurde. Konsequenter machte es auf der anderen Seite Menden, dass durch Joshua Krechel 90 Sekunden vor Schluss zum 22:21 kam. Zusätzlich gaben die Schiedsrichter eine Zeitstrafe für Langenfelds Henrik Heider. Passend zum Abend ohne Happy End: Die SGL hatte einen letzten Angriff und nahm eine finale Auszeit. Die Hallenuhr stand da bei 59:38 Minuten. Dass Trainer Becker in seinen Worten den prompt folgenden Ballverlust angeordnet hatte, darf als ausgeschlossen gelten. Die Wölfte brachten die restlichen 14 Sekunden mühelos über die Bühne und feierten anschließend ausgelassen. Die SGL auf der anderen Seite wird eine Menge damit zu tun haben, den nächsten Griff ins Leere zu bewältigen.

SG Langenfeld: Riebau, Thomassen – Heider (2), Jung (5), Wolter, Preissegger (3), Schirweit (3), Korbmacher (2), Eich (4/3), Raschke, Meurer (2).

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