Handball: 300 Kilometer zum ersten Sieg?

Kampf um den Klassenerhalt: Handball: 300 Kilometer zum ersten Sieg?

Der Drittliga-Aufsteiger SG Langenfeld tritt am Sonntag beim Northeimer HC an und sieht sich nicht chancenlos.

Die Handballer der SG Langenfeld (SGL) haben derzeit allgemein viel um die Ohren. Schließlich suchen sie intensiv nach einem Weg, mittelfristig ans rettende Ufer zu kommen und langfristig den Klassenerhalt in der 3. Liga zu schaffen. Besonders stark beschäftigt ist Trainer Markus Becker, der das Beste aus der Mannschaft herausholen will und klare Vorstellungen für die bevorstehende Aufgabe am Sonntag (17 Uhr) beim Northeimer HC hat. Besonders schmerzhaft für ihn: Er kann nicht live miterleben, wie sich die Mannschaft in Süd-Niedersachsen aus der Affäre zieht. Becker absolviert in Essen den Lehrgang zum Erwerb der B-Lizenz – und der Verband verlangt durchgängige Anwesenheit. Kleiner Trost: Es gibt keine Ausnahmen. Selbst Handball-Legende Filip Jicha, nach dem Ende der Karriere inzwischen Co-Trainer beim Bundesligisten THW Kiel, durfte kürzlich nicht raus – obwohl sein THW im Einsatz war. Langenfeld besetzt die Aufgabe in der Verantwortung fürs Team intern: Der Sportliche Leiter Dennis Werkmeister übernimmt.

Die Lage in Zahlen: Langenfeld hat 1:15 Punkte auf dem Konto und ist als einziges noch siegloses Team der Klasse Letzter. Das Team HandbALL Lippe II auf dem ersten zur Rettung ausreichenden Platz verfügt über drei Zähler mehr (4:12), liegt also noch in Reichweite. Northeim, das in der vergangenen Saison zur 3. Liga Ost gehörte und dort als Siebter ins Ziel kam (29:31 Punkte), verfügt mit 8:8 Zählern über ein ausgeglichenes Konto. Werkmeister ist zuversichtlich, dass sich der SGL die Chance auf den ersten Erfolg bietet: „Die haben unser Niveau. An einem guten Tag kannst du da gewinnen. Ich erwarte ein sehr emotionales Spiel. Wir werden natürlich fighten müssen. Und wir müssen unglaublich gut verteidigen. Northeim spielt für mich die beste erste und zweite Welle in der 3. Liga.“

Cheftrainer Becker, der in dieser Woche zusammen mit dem Sportlichen Leiter an den letzten Stellschrauben in der Vorbereitung gearbeitet hat, kann natürlich ebenfalls die Tabelle lesen. Auf die Formulierung „müssen“ will er trotzdem lieber verzichten, weil die SGL damit in dieser Saison bereits zwei Mal danebenlag: Vor der Partie am 8. September gegen den TSV GWD Minden II (25:41) hatte der damalige Trainer Jurek Tomasik zwei Punkte verlangt und kürzlich am 6. Oktober Becker selbst vor dem Spiel beim VfL Gummersbach (22:31). Diesmal lautet die Formel so: „Wir können gewinnen. Und es ist davon auszugehen, dass wir unser Bestes geben.“ Viel weniger darf es wohl auch nicht sein, weil die SGL durchaus ein paar Hindernisse zu überwinden hat.

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Erstens: Die Anreise ist rund 300 Kilometer weit. Damit die Mannschaft stressfrei in Northeim ankommt, hat die SGL einen Reisebus gemietet, der sich um 12 Uhr auf den Weg macht. Zweitens: In der „Schuhwallhölle“ genannten Halle dürfen die Gäste wenig Geschenke erwarten. Northeim hat keins seiner bisher drei Heimspiele verloren, sondern 5:1 Zähler eingesammelt – 25:25 gegen den TuS Spenge, 29:27 gegen die Bergischen Panther, 35:30 gegen den TuS Volmetal. Becker ist dennoch fest davon überzeugt, dass Langenfeld etwas mitzunehmen in der Lage ist: „Dieser Typ Mannschaft sollte uns liegen.“

Von seinem eigenen Team ist er ohnehin fest überzeugt. „Diese Mannschaft hat Ehrgeiz“, betont Langenfelds Coach, „bei den Trainingseinheiten sind alle da.“ Der Kader steht weitgehend komplett zur Verfügung, denn lediglich die verletzten Philipp Wolter und Maurice Meurer fehlen.