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Handball: Grenz-Erfahrung: Das Ende der Fahnenstange

Handball : Grenz-Erfahrung: Das Ende der Fahnenstange

Handball-Oberligist SG Langenfeld bot keine enttäuschende Leistung, verlor allerdings insgesamt verdient mit 25:29 gegen den TV Aldekerk.

Der Trend wird immer deutlicher und der Handball-Oberligist SG Langenfeld (SGL) stieß im Heimspiel gegen den TV Aldekerk erneut an seine Grenzen. Trainer Heino Kirchhoff war nach der 25:29 (11:13)-Niederlage zuerst sogar als Trostspender unterwegs, um seiner Mannschaft bei der Frustbewältigung zu helfen. "Wir haben mit den Mitteln, die uns zur Verfügung standen, das Beste herausgeholt", fand der Coach. Tatsache ist, dass Langenfeld (mit 11:7 Zählern weiter Fünfter) im zweiten Oberligajahr gegen besonders gut besetzte Teams weniger Zählbares holen wird. Ähnlich wars zuletzt schon bei Borussia Mönchengladbach (21:24) und gegen den Neusser HV (27:28).

Aldekerk, bisher selten auf der Höhe seines Schaffens und jetzt mit 9:9 Zählern erst auf Rang sieben angekommen, wirkte besonders offensiv in fast allen Belangen stärker. Auf der anderen Seite scheiterten die Gastgeber, die bis zum 5:4 (12.) stets vorlegten, trotz leidenschaftlicher Bemühungen an zu einseitig verteilten Angriffsaktionen.

Das Ungleichgewicht zwischen der linken Seite mit Dawid Rosiak (neun Tore/davon zwei Siebenmeter), Vinzenz Preissegger (vier) und Matthias Herff (vier/davon zwei Siebenmeter) war extrem. Die Kollegen von rechts steuerten vor der Pause einen Treffer bei und insgesamt fünf — zwei durch Christian Majeres und drei durch den nur selten mit der Mannschaft trainierenden Niklas Körner (Studium in Gießen). Die beiden Rechtsaußen Alexander Klimke und Tim Schickhaus gingen vollkommen leer aus.

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Möglicherweise wäre trotzdem mehr drin gewesen, wenn Langenfeld zum richtigen Zeitpunkt seine Chancen besser genutzt hätte. Nach dem 6:9 (19.), 8:12 (24.) und 10:13 (29.) holte Kirchhoffs Team auf — 12:13 (31.), 13:14 (32.). Selbst das 13:16 (33.) und die Zeitstrafe gegen Niklas Körner steckte die SGL weg, weil sie nie aufgab. Keine vier Minuten später hieß es 16:17 (38.), ehe sich die wohl einzige Gelegenheit auftat, überlegene Aldekerker vielleicht richtig unter Druck zu setzen.

Nach einem Foul an Alexander Klimke gabs eine Zeitstrafe für die Gäste (Christopher Liedtke) und einen Siebenmeter für Langenfeld. Matthias Herff trat an — und scheiterte (38.). Kurz darauf wehrte SGL-Torhüter Tobias Kottwitz einen Wurf stark, sodass die Hausherren in Überzahl erneut den Ball bekamen. Und der Vorteil verpuffte wieder, weil die Unparteiischen bei Dawid Rosiak ein Stürmerfoul pfiffen.

Dass Rosiak wenig später seinen zweiten Siebenmeter verwarf (einen in der ersten Hälfte), war schmerzhaft — durfte ihm aber keiner ernsthaft vorwerfen, denn der Rückraumspieler warf sich über 60 Minuten auf höchstem Niveau gegen eine aggressive und sehr bewegliche Abwehr selbst ins dichteste Gewühl. Dennoch rannte die SGL später bis zum Schluss vergeblich hinterher —16:19 (43.), 18:20 (44.), 18:22 (48.), 20:24 (50.), 22:26 (55.), 23:27 (58.), 25:29 (60.). Langenfeld wird sich vermutlich daran gewöhnen müssen, in dieser Saison häufiger an seine Grenzen zu stoßen.

SG Langenfeld: Kottwitz, Geske — Majeres (2), Rosiak (9/2), Wolter, Preissegger (4), Wagener (1), Klimke, Felder, Herff (4/2), Schickhaus, Körner (3), Nelte (2).

(RP/rl)