Lokalsport: Geschlagene Handballer rätseln noch immer

Lokalsport: Geschlagene Handballer rätseln noch immer

Der Regionalliga-Zweite will in Köln dringend Wiedergutmachung fürs 23:35 gegen Neuss betreiben.

Der Schlag war heftig. Klar war nur, dass die Regionalliga-Handballer der SG Langenfeld (SGL) irgendwann mal wieder ein Spiel verlieren würden. Und die Niederlage hatte sich in den ersten vier Spielen im neuen Jahr irgendwie auch angedeutet - 29:29 beim VfB Homberg, 35:34 beim TuS 82 Opladen, 30:28 gegen den TV Aldekerk, 22:21 bei der HSG Siebengebirge. Vielleicht ging der Krug tatsächlich so lange zum Brunnen, bis er brechen musste. Trotzdem war das Ergebnis erschütternd, denn das Team von Trainer Jurek Tomasik ließ sich phasenweise ideen- und ratlos zerlegen. Am Ende sprang gegen die HSG Neuss/Düsseldorf II eine rätselhafte 23:35-Niederlage heraus. "Der Gegner war gut und wir hatten einen ganz schlechten Tag", fand Tomasik, der ansonsten bei der Ursachenforschung vor allem das deutlich Erkennbare herausstreichen musste - weil es den einen alles erklärbaren Grund sowieso nicht gab: "Es war eine Mischung, da kamen viele Dinge zusammen."

Langenfeld fing sich den entscheidenden Rückstand bereits in den ersten Minuten ein (10./2:8, 18./4:14) und war früh geschlagen. Weder die Torhüter Fabian Bremer und Tobias Joest noch die Abwehr fanden den nötigen Zugriff auf die Partie. Die SGL war mit der Gäste-Taktik des siebten Feldspielers ebenso überfordert wie mit der Zielsicherheit des Neusser Rückraumspielers Tobias Middell (14 Treffer), den sie erst gegen Ende durch eine kurze Deckung in den Griff zu bekommen versuchte - was naturgemäß wenig änderte. Vorne probierte es Tomasik mit wechselnden Formationen im Rückraum oder mit dem Einsatz von zwei Kreisläufern - ebenfalls ohne große Wirkung. Dass die rechte Seite mit Henrik Heider und Max Adams komplett leer ausging, passte ebenfalls ins Bild. "Vielleicht kann man das alles einen Arbeitsunfall nennen", hofft Tomasik.

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Die Überprüfung dieser These vom einmaligen Ausrutscher folgt morgen Abend (18.30 Uhr) in der Partie beim TV Jahn Köln-Wahn. "Ich erwarte eine Reaktion", betont der SGL-Coach, "und ich bin mir sicher, dass wir wieder ein ganz anderes Gesicht zeigen." Im Optimalfall könnte das möglicherweise so ähnlich aussehen wie jenes aus der zweiten Halbzeit vom 14. Oktober 2017, als es Langenfeld gegen Köln, den Dritten der vergangenen Regionalliga-Saison, über die ersten 30 Minuten spannend machte (14:14). Nach dem 16:16 (35.) bekam der Drittliga-Absteiger die Partie in den Griff, ehe er sich später an sich selbst berauschte und aus dem 25:20 (49.) durch einen fulminanten Schluss-Spurt den Erfolg mit zwölf Treffern Differenz machte.

Wichtiger ist aber, dass die SGL überhaupt wieder zu sich selbst findet - durch eine intensive Abwehr, durch Einsatz und Leidenschaft. Jene Tugenden waren/sind die Basis dafür, dass Langenfeld trotz immer wieder auftretender personeller Probleme oben mitmischt und von der Meisterschaft träumen darf. Tomasik: "Wir haben bisher viel kompensiert und viel richtig gemacht." In Köln (Neunter/17:19 Punkte) kämpft der Tabellenzweite (29:7) sicher auch um den Kontakt zum Ersten TSV Bonn rrh. (32:6). Außerdem geht der Blick auf den Abstand zum Dritten SG Ratingen (26:12). Zuerst geht es allerdings um eine Wiedergutmachung. Gelingt die, dürfte die Pleite gegen Neuss abgehakt sein. Dann hätte der heftige Schlag am Ende sogar was Gutes bewirkt.

(RP)
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