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Fußball-Oberliga: 1. FC Monheim spielt 2:2 beim SC Union Nettetal

Fußball, Oberliga : Monheim steht sich in Nettetal selbst im Weg

Der Fußball-Oberligist 1. FC Monheim leistet sich beim 2:2 viele Fehler. Trainer Dennis Ruess bemängelt fehlende Ruhe und Genauigkeit seines Teams. Am Sonntag trifft er mit seinem Team auf die Sportfreunde Niederwenigern.

Der Konjunktiv ist im Fußball ein gängiges Stilmittel. Auch beim Oberligaspiel des 1. FC Monheim beim SC Union Nettetal hatte die grammatikalische Möglichkeitsform Hochkonjunktur. Hätte zum Beispiel Tim Kosmala nach etwas mehr als einer Stunde aus knapp zehn Metern das 3:1 für das Team von Trainer Dennis Ruess erzielt, wäre den Gästen der Sieg wohl nicht mehr zu nehmen gewesen. Weil der Abwehrspieler jedoch seinen Schuss mit links über das Tor setzte, blieb es beim knappen Vorsprung für die Monheimer, den Nettetal in der Schlussphase ausgleichen konnte. So stand letztlich ein 2:2 (2:1)-Unentschieden auf dem Spielbogen, von dem Ruess zwar nicht enttäuscht, aber doch verärgert ist.

„Wir haben uns natürlich mehr erhofft“, sagt der 40-Jährige. „Nettetal hat eine junge, gierige, griffige Mannschaft, die sich über ihren Fleiß das Unentschieden verdient hat. Wir waren zwar darauf vorbereitet, aber haben uns durch eigene Fehler in die Bredouille gebracht.“ Vor allem mangelnde Präzision und Qualität im Passspiel habe den Gastgebern immer wieder gute Pressingsituationen gegen den FCM eröffnet. „Wenn wir in diesen Momenten cooler und reifer geblieben wären, hätten wir Räume ohne Ende gehabt, die wir hätten nutzen können.“ Das ist gleich ein mehrfacher Konjunktiv.

Dabei verlief die Startphase ganz nach der Vorstellung von Ruess. Monheim kam gut in die Partie und ging folgerichtig früh in Führung. Die Gäste kamen über außen mit Yannick Raufeiser, der Philip Lehnert in Szene setzte, der den gelungenen Spielzug aus rund 16 Metern flach ins kurze Eck vollendete (7.). Dimitrios Touratzidis verpasste kurz danach eine Chance aus spitzem Winkel (11.) und das Spiel schien sich im Sinne der Monheimer zu entwickeln.

„Nettetal hatte ein sehr aggressives Anlaufverhalten gezeigt, das aber nur selten ein gutes Timing hatte. Das haben wir zunächst gut ausgenutzt“, resümiert Ruess die Anfangsphase. Doch die Abgeklärtheit der Monheimer war nur von kurzer Dauer, denn nach einer Viertelstunde kippte die Partie. Die Gäste ließen sich von der Spielweise der Grenzländer beeindrucken, verfielen in Hektik, spielten lange Bälle und wurden fehleranfällig. „So haben wir den Gegner wieder hochgezogen“, sagt Ruess, der nicht nur beim 1:1 einiges am Abwehrverhalten seines Teams auszusetzen hatte: „Wir haben Nettetal viel zu viel Platz gelassen und waren in den Eins-gegen-Eins-Situationen nicht auf der Höhe.“

Drilon Istrefi profitierte davon und konnte vergleichsweise unbedrängt im Monheimer Strafraum den Abschluss suchen – ins lange Eck zum Ausgleich (20.). Die Spielweise der Gäste war nun zunehmend von langen Bällen geprägt. „Ohne Gier auf die zweiten Bälle funktioniert das aber nicht“, moniert Ruess. Das 2:1 durch einen Kopfball von Touratzidis nach einem Freistoß aus dem Halbfeld brachte Monheim zwar quasi mit dem Pausenpfiff die Führung, aber auch in den zweiten 45. Minuten keine Ruhe. „Wir haben Nettetal zu oft das Momentum gelassen.“

Knapp zehn Minuten, nachdem Kosmala das 3:1 verpasste, war Touratzidis mit einem Kopfballtor zur Stelle, doch der Linienrichter hob die Fahne – Abseits. Der eingewechselte Jannik Tepe setzte nach Vorarbeit von Phillip Hombach noch einen Ball knapp neben den Pfosten, ehe die Gastgeber zuschlugen. Ein Eckball rutschte Hombach beim Klärungsversuch über die Stirn in Richtung des zweiten Pfostens, wo Nettetals Florian Wolters „volles Risiko geht und das Ding einfach reinhaut“, wie Ruess es umschreibt.

Doch sein Team war kurz danach wieder am Drücker, vertändelte aber eine gute Situation leichtfertig. Union witterte nun die Chance auf einen Konter, der auch bis zum Foul von Yannic Intven vielversprechend aussah (87.). Der Monheimer sah für seine Intervention Gelb-Rot. „Das war eine typische Szene für dieses Spiel“, sagt Ruess. „Eigentlich hatten wir eine gute Chance, doch durch eigene Unzulänglichkeiten haben wir uns das Leben schwer und den Gegner stark gemacht.“

Das ist eine Erfahrung, die sich am Sonntag (15 Uhr) im Heimspiel gegen die SF Niederwenigern freilich nicht wiederholen soll. „Das ist ein ähnlicher Gegner wie Nettetal, der mit viel Dynamik und Tempo spielt“, sagt Ruess, der auf den nun gesperrten Intven, den weiterhin gesperrten Bahadir Incilli und die verletzten Tim Brdaric (Außenbandriss) sowie Dennis Ordelheide (Knorpelschaden) verzichten muss. Samet Aydin ist zudem angeschlagen (Prellung). Dafür steht Tobias Lippold nach abgesessener Sperre wieder zur Verfügung.