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Motorsport: Florida zeigt Bergmeister die kalte Schulter

Motorsport : Florida zeigt Bergmeister die kalte Schulter

Der Porsche-Werksfahrer erlebte zum Auftakt der neuen Saison in Daytona ein extrem turbulentes 24-Stunden-Rennen. Mit einer defekten Lichtmaschine, einem dramatischen Unfall und Motor-Problemen war nur der siebte Platz drin.

Grundsätzlich fühlt sich Jörg Bergmeister ja sehr wohl in den USA. Dort gelangen ihm in seiner Karriere als Motorsportler auch die größten Erfolge. Deshalb war der Porsche-Werksfahrer (38) sehr glücklich mit der Entscheidung der Verantwortlichen, ihn nach zwei Jahren Langstrecken-Weltmeisterschaft wieder nach Amerika zu versetzen. Die frühere American Le Mans Series, in der Bergmeister fünfmal den Fahrertitel in der GT-Klasse holte, ist dort mit der alten Grand Am Series eine Ehe eingegangen, die nun Tudor United SportsCar Championship heißt. Die neue Serie begann - wie die beiden Vorgänger - bei den 24 Stunden von Daytona. Und nach dem Rennen war Bergmeister eher sehr abgearbeitet als glücklich. Im Sunshine-State Florida schien für ihn keineswegs die Sonne. Rang sieben am Ende eines für den Porsche 911 RSR turbulenten Rennens passte höchstens in die Kategorie Schadensbegrenzung. "Das ist nicht das Ergebnis, das wir alle erhofft hatten", betonte der Langenfelder.

Die Tests aus dem früheren Januar schienen anzudeuten, dass Bergmeister mit den Teamkollegen Earl Bamber (Neuseeland) und Frederic Makowiecki (Frankreich) konkurrenzfähig sein dürfte. Aber das für die Startaufstellung entscheidende Qualifying geriet zu einer herben Enttäuschung. Das Auto war mit 1:44,579 Minuten für die 5,73 Kilometer zu langsam und landete deshalb nur auf dem zehnten Platz - viel zu wenig für die eigenen Erwartungen. "Wir haben in die falsche Richtung gearbeitet", fand Bergmeister, dessen Motorsport-Chef Dr. Frank-Steffen Walliser den Eindruck bestätigte: "Wir waren nicht aggressiv genug." Weil es sich aber um eine 24-Stunden-Veranstaltung handelte, war die enttäuschende Zeit etwas weniger bitter.

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Da Ingenieure und Fahrer am Dienstwagen bis zum Beginn des Rennens hart arbeiteten, wurde die Lücke kleiner. Der vorsichtige Optimismus bekam jedoch rasch den nächsten Schlag, denn der Startfahrer Makowiecki hatte gerade die Auftaktrunde absolviert, als ihn eine defekte Lichtmaschine zum ersten Boxenstopp zwang. Zeitverlust: Sechs Runden.

Durch die passende Taktik, Glück in einigen Renn-Situationen und erstklassige Leistungen der Fahrer holte das Trio den Rückstand fast auf. Der Porsche fuhr in der Klasse GTLM sogar wieder in derselben Runde mit den führenden Autos. Selbst ein Sieg war plötzlich nicht mehr ausgeschlossen - bis sich sämtliche Hoffnungen auf ein Top-Resultat zur Rennmitte in Luft auflösten. Besonders dramatisch: Porsche warf sich selbst aus dem Rennen. Bergmeisters Teamkollege Bamber war für einen Überholvorgang sehr optimistisch unterwegs und kam dabei auf das feuchte Gras. Als der Neuseeländer seinen Dienstwagen nicht mehr kontrollieren konnte, rutschte er unkontrolliert über die Strecke - und voll in den anderen Porsche 911 RSR des Teams North America. Dessen Fahrer Marc Lieb (Ludwigsburg) hatte keine Chance, den Zusammenprall zu vermeiden. Beide Fahrzeuge waren beschädigt und mussten aufwändig repariert werden.

Jörg Bergmeister musste 18 Runden lang warten, ehe sein Porsche erneut fahrbereit war. Die Geduldsprobe ging nach dem Comeback bis auf Rang vier trotzdem weiter. In der 21. Stunde erkannten die Ingenieure auf ihren Bildschirmen einen sich anbahnenden Motorschaden und nahmen den Porsche aus dem Rennen. Am Ende wurde deshalb nur der siebte Platz gutgeschrieben. Bergmeister nahm es erstaunlich gelassen: "Das ist eben Racing." Natürlich hofft er, dass am 21. März beim Zwölf-Stunden-Rennen in Sebring (Florida) das Glück zu ihm zurückkehrt - fürs Wohlfühlen in der zweiten Heimat und für die Chance auf die Meisterschaft.

(RP)