FC Monheim zerlegt Hilden im Endspurt

Fußball : FC Monheim zerlegt Hilden im Endspurt

Der Oberligist macht aus dem 1:1 durch drei Treffer noch einen deutlichen 4:1-Erfolg über den Nachbarn.

Ziemlich beste Freunde sind sie natürlich immer noch. Trotzdem lagen beim Abpfiff durch Schiedsrichter Tim Brüster (Kaarst) mehrere Welten zwischen den beteiligten Cheftrainern. Dort genoss Dennis Ruess mit dem Fußball-Oberligisten FC Monheim (FCM) nicht nur das großartige Vorfrühlings-Wetter, sondern auch das 4:1 (1:1) über den Nachbarn VfB Hilden in vollen Zügen. Dessen Coach Marc Bach wirkte ein paar Meter weiter, als habe er gerade in eine extrem saure Zitrone gebissen – was angesichts der letzten halben Stunde nachvollziehbar war. Außerdem machte ihm der Blick auf die Tabelle auch nicht viel Freude, denn Platz zwölf und die weiter 25 Punkte sind für die kommenden Wochen alles andere als ein Ruhekissen. Dem auf Rang sieben verbesserten FCM dagegen gelang durch den verdienten Dreier mit jetzt 31 Zählern schon mal der Sprung über die 30-Punkte-Marke. Der Sieg war ein großer Schritt auf dem Weg zu noch mehr Sicherheit im Kampf um den Klassenerhalt.

„Die Jungs haben sich durch ihre starke Leistung zwei freie Tage am Donnerstag und Freitag verdient“, kündigte Ruess bestens gelaunt an. Soll heißen: Der eine oder andere besonders jecke Spieler kann sich mit Erlaubnis seines Trainers dem karnevalistischen Treiben hingeben. Auf die Gäste scheint dafür etwas anderes zuzukommen, denn Bachs Versprechen ist deutlich: „Es hat einen sehr bitteren Beigeschmack, dass wir hier sogar noch höher hätten verlieren können. Das wird eine sehr intensive Trainingswoche – Karneval hin oder her.“ Der Ärger lässt sich nachvollziehen, weil die letzten 20 Minuten fast wie Arbeitsverweigerung wirkten.

Die ersten 20 Minuten gehörten den Hausherren, die den Kontrahenten beherrschten. Der Führungstreffer war zudem von höchster Qualität, weil Mittelfeldmann Philip Lehnert den Ball maßgerecht in den Lauf von Ufumwen Osawe legte und dessen Hereingabe von der rechten Seite ebenso präzise bei Eray Bastas ankam – 1:0 (13.). Bei der Chance für Chris Lange (16.) lag das zweite Monheimer Tor in der Luft, ehe Hilden an der Partie teilzunehmen begann. „Wir haben ab der 20. Minute die Kontrolle verloren“, bestätigte Ruess, dessen Team prompt den Ausgleich hinnehmen musste. Beim 1:1 (34.) nutzte Mihai Bogoiu nach dem Pass von Zissis Alexandris das halbherzige Eingreifen der FCM-Defensive entschlossen aus. Fortan war es ein Duell auf Augenhöhe, in dem sich beide Seiten nichts schenkten.

Dass die Hausherren mit dem einen Punkt wenig anfangen konnten, zeigten sie in der letzten halben Stunde. Beim Pfostenschuss von Mark Schiffer (64.) hatte der VfB bereits Glück und beim Foul an Monheims Philip Lehnert hätten manche Schiedsrichter bereits auf Strafstoß entschieden. Kurz darauf konnte Hildens Keeper Marvin Oberhoff mit einer sehenswerten Parade bei einem Schuss von Tobias Lippold retten, ehe ein an Schiffer verursachter Elfmeter das Spiel einseitig werden ließ. Lippold verwandelte zum 2:1 (75.) und keine 60 Sekunden darauf zirkelte Osawe den Ball von der Strafraumgrenze ins rechte obere Eck – 3:1 (76.). Dass die verletungsbedingte Auswechslung seines Innenverteidigers Len Heinson die Ursache dafür gewesen sein könnte, wollte nicht mal VfB-Trainer Bach als Grund anführen: „Ich bin maximal enttäuscht. Wir haben in den letzten 15 Minuten doch alles eingestellt.“

Der nächste Beleg dafür war der letzte Treffer des Spiels, als Tim Kosmala im Nachschuss unbedrängt auf 4:1 (84.) stellen durfte. Für Monheim war es ganz nebenbei der bisher höchste Saisonsieg und für Hilden zusammen mit dem 1:4 aus der Hinrunde beim TSV Meerbusch mit die höchste Saison-Niederlage. Ziemlich beste Freunde sind die Herren Ruess und Bach selbstverständlich trotzdem noch.

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