Lokalsport: FC Monheim ist in Bocholt "zu lieb"

Lokalsport: FC Monheim ist in Bocholt "zu lieb"

Der Fußball-Oberligist war beim 2:4 keine zwei Tore schlechter. Trainer Dennis Ruess vermisste die letzte Konsequenz.

Es war intensiv, unangenehm und bitterkalt. Das Spiel des Fußball-Oberligisten FC Monheim (FCM) beim 1. FC Bocholt lief eigentlich exakt so, wie es die Verantwortlichen erwartet hatten. Lediglich das Ergebnis ließ zu wünschen übrig - und das vor allem, weil es vermeidbar war. "Es ist schon ärgerlich, hier ohne Punkte nach Hause zu fahren", sagte Trainer Dennis Ruess nach dem 2:4 (1:2) des Aufsteigers. Entsprechend verbittert traten die Monheimer dann den knapp anderthalbstündigen Heimweg an.

Durch die zweite Niederlage im vierten Spiel im neuen Jahr rutschen die Monheimer in der Tabelle eine Position auf den fünften Platz ab (36 Punkte). Das ist aber kein Drama, denn der Abstand nach unten sieht nach wie vor komfortabel aus und die Begegnung in Bocholt zählte für die Monheimer ohnehin nicht zu jenen Spielen, in denen sie punkten mussten.

Nichtsdestotrotz erkannte der ambitionierte Aufsteiger, dass vor 110 Zuschauern in der Nähe der niederländischen Grenze durchaus mehr drin gewesen wäre. Nach Ruess' Ansicht fehlte seiner Mannschaft vor dem gegnerischen Tor die nötige Konsequenz. "Da haben wir viel zu ungenau agiert und konnten deshalb nicht gefährlich werden", betonte der 37 Jahre alte Coach.

Bezeichnend war, dass seine Mannschaft durch einen Freistoß von Benjamin Schütz (33.) zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich kam. Zuvor hatte der stark aufspielende Justin Bock (25.) die 1:0-Führung der Gastgeber erzielt. "Eigentlich", fand Ruess, "haben wir nicht so viel zugelassen. Unsere Gegentore waren definitiv zu verteidigen."

Für die erneute Führung der Bocholter galt das ebenfalls. Die Mannschaft von Trainer Manuel Jara kam lediglich eine Minute nach dem Gäste-Treffer zum 2:1 (34.). Wieder war es Bock, der die wenig konsequente Verteidigung des FCM ungünstig aussehen ließ und den großen Jubel der Gäste mit seinem Kopfballtreffer nach einer langen Flanke direkt wieder erstickte. Als dann erneut Bock (59.) nach der Pause das 3:1 nachlegte, schien die Begegnung gelaufen zu sein.

"Durch war das Ding aber natürlich nicht", sagte Ruess, der seiner Mannschaft im Verhalten nach dem dritten Gegentreffer den einzigen Vorwurf machte: "Da fehlte für mich der letzte Funke Glaube, hier doch noch etwas mitzunehmen." Mit der Hereinnahme von Matteo Agrusa und Jan Lukas Nosel wurden die Aktionen der Gäste gefährlicher. Der Lohn war das schöne Tor von Eray Bastas. Der Stürmer hob den Ball nach einem Steilpass aus rund 16 Metern Entfernung über den Bocholter Schlussmann hinweg ins Tor der Hausherren - 2:3 (74.).

Die Gastgeber blieben jedoch cool und legten den vierten Treffer nach, indem Len Oliver Heinson zum 4:2 erfolgreich war (86.). "Es gab viele gute Momente, aber ohne die letzte Konsequenz nimmst du hier eben nichts mit", resümierte Ruess, "es war kein unverdienter Sieg der Bocholter. Wir waren ein Stück weit zu lieb."

FCM: Kultscher, Lange, Salau, Intven (73. Rozic), Karachristos, Mickels (61. Agrusa), Nolte, Biade (63. Nosel), Schütz, Bastas, Gergery.

(mol-)