Badminton: FC Langenfeld bleibt auf dem Teppich

Badminton : FC Langenfeld bleibt auf dem Teppich

Die Estin Karoliine Hoim ersetzt beim Badminton-Zweitligisten die nach Gifhorn abgewanderte Fabienne Deprez.

Der Wechsel von Fabienne Deprez zum BV Gifhorn am Ende der vergangenen Saison kam für viele beim Badminton-Zweitligisten FC Langenfeld (FCL) sehr überraschend. Die 22-Jährige hatte schließlich seit ihrer Kindheit für den ehemaligen Deutschen Mannschaftsmeister gespielt. Bis heute hält Deprez einen Rekord - denn sie ist die jüngste jemals in der Bundesliga eingesetzte Spielerin. Und nicht wenige halten sie unverändert für eines der Top-Talente in Deutschland. Umso erstaunter war der FCL, als die Nationalspielerin nach Niedersachsen wechselte, um dort in der Regionalliga zu spielen. Mittelfristig, sagte Deprez damals, sei die Perspektive in Gifhorn besser.

Im Langenfelder Kader entstand durch den Wechsel eine große Lücke, die nun unter anderem durch Karoliine Hoim gefüllt werden soll. Die 25-Jährige aus Estland kommt vom Ligakonkurrenten SG EBT Berlin, gegen den der FCL am 14. September (13 Uhr) die neue Saison eröffnet. Hoim soll das Damen-Duo mit Jeanine Cicognini und Fabienne Köhler ergänzen. Team-Manager Günther Joppien sieht die Stärken der Neuen besonders im Einzel. Die Vereinbarung sieht vor, dass Karoliine Hoim zunächst sechs bis acht Einsätze pro Saison absolviert.

"Sie ist in erster Linie als Ersatzspielerin gedacht, wenn Jeanine Cicognini Turniere für ihren Verband spielen muss", sagt Joppien. Die Schweizerin trete nach internen Streitereien um eine Olympiateilnahme jedoch nicht mehr für ihren Heimatverband, sondern für Italien an. "Es kann durchaus sein, dass sie bei einigen Ligaspielen fehlen wird, um sich in der Rangliste nach oben zu spielen", vermutet Joppien.

Bei den Herren sind weiter Sven Eric Kastens, Belgier Maxime Moreels, Philipp Wachenfeld, Mike Joppien und Ryan McCarthy an Bord. Maurice Deprez rückt aus der zweiten in die erste Mannschaft auf und gehört nun fest zum Zweitliga-Kader. "Er hat sich durch gute Leistungen empfohlen und ich traue ihm das zu", betont Joppien, "er ist ein Eigengewächs und wird sicher ein paar Spiele für uns machen."

Für den Saisonstart wagt der Team-Manager keine Prognose: "Die anderen Mannschaften haben auch starke Spieler und es ist schwer einzuschätzen, wo wir wirklich stehen. Unser Vorteil ist, dass wir einen sehr ausgeglichenen Kader haben und es menschlich gut passt." Das Wort Aufstieg vermeidet er. "Wenn wir an der Spitze mitmischen, bin ich zufrieden" sagt Joppien.

In der vergangenen Spielzeit verpasste der FCL nur knapp den Aufstieg und beendete die Saison auf Platz drei. Es wäre jedoch schwierig gewesen, den Gang nach oben anzutreten - aus finanziellen Gründen. "Wir sind damals als Aufsteiger in die Saison gegangen und waren nicht darauf vorbereitet, einen weiteren Aufstieg zu stemmen", erklärt Joppien. Nun sehe die Sache anders aus: "Sollte sich nach den ersten paar Spielen zeigen, dass der Aufstieg realistisch ist, werde ich mich frühzeitig um weitere Sponsoren bemühen."

Ein Handicap: Weil Sven Eric Kastens im vergangenen Jahr kaum Turniere gespielt hat, ist er in der Weltrangliste abgerutscht - und muss nun nach den Regularien des Deutschen Badminton-Verbandes das zweite Herren-Einzel spielen, während der Belgier Maxime Moreels als Nummer eins gesetzt ist. Joppien nimmt es gelassen: "Wir haben ein gutes und ausgeglichenes Team. Wenn wir es schaffen, unser Potenzial abzurufen, wird das eine schöne Saison - trotz einiger Fragezeichen."

(dora)