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Badminton: FC Langenfeld als Dritter durchs Ziel

Badminton : FC Langenfeld als Dritter durchs Ziel

Der Badminton-Zweitligist, der zuvor seinen Aufstiegs-Verzicht erklärt hatte, beendete die Saison mit einem 3:5 beim Meister Refrath II und einem 5:3 gegen Solingen. Für Fabienne Deprez, die nach Gifhorn wechselt, ging eine Ära zu Ende.

Der FC Langenfeld (FCL) hat eine Saison mit Höhen und Tiefen hinter sich. Als Neuling in der 2. Badminton-Bundesliga spielte die Mannschaft bis zuletzt um den Aufstieg in die höchste deutsche Klasse mit. Doch dann erklärte Team-Manager Günther Joppien kürzlich, dass der FCL den möglichen Aufstieg nicht wahrnehmen wird — vor allem aus finanziellen Gründen. Ein paar Tage vorher hatte Fabienne Deprez nach 17 Jahren beim FCL ihren Wechsel zum Liga-Konkurrenten BV Gifhorn bestätigt. Die letzten beiden Spiele der Saison mit der 3:5-Niederlage beim Tabellenführer TV Refrath II und dem 5:3 gegen den Sechsten STC Blau-Weiß Solingen gerieten daher beinahe zur Randnotiz.

Der FCL (19:9 Punkte) beendet die Saison auf Platz drei — punktgleich mit dem BV RW Wesel, der in der Spielwertung die Nase vorn hat (71:41/68:44), aber den Aufstieg ebenfalls nicht wahrnehmen will. "Mit der Saison können wir sehr zufrieden sein", meint Joppien, "am Anfang war es schwer einzuschätzen, wie stark oder schwach unser Team besetzt ist. Im Laufe der Zeit hat sich dann gezeigt, dass wir dauerhaft im oberen Drittel mitspielen können." Das sei für ihn die wichtigste Erkenntnis aus der Saison — auch mit dem Blick auf die Kaderplanung für die Zukunft.

In Refrath startete der FCL vielversprechend. Dass aus dem erhofften Sieg am Ende nichts wurde, lag mit an zwei Verletzungen. Sven Eric Kastens (Rückenprobleme) und der Belgier Maxime Moreels (Adduktorenzerrung) waren in ihren Einzeln zur Aufgabe gezwungen. "Das ist für uns natürlich unglücklich gelaufen", meint Joppien, "aber Verletzungen können leider immer passieren. Ich denke, dass wir gute Chancen gehabt hätten, zumindest ein Unentschieden zu holen."

Die Herren-Doppel mit Philipp Wachenfeld/Mike Joppien und Sven Eric Kastens/Ryan McCarthy gewannen zum Auftakt. Fabienne Deprez entschied das Damen-Einzel gegen Mette Stahlberg klar zu ihren Gunsten (21:12/21:12). Weitere Zähler konnte der FCL allerdings nicht mehr sammeln.

Gegen Solingen bot sich ein ähnliches Bild — dieses Mal allerdings auf beiden Seiten. Wachenfeld/Mike Joppien gewannen ihr Doppel souverän (21:10, 21:13) und im Mixed überzeugte der inzwischen 36 Jahre alte Routinier und Sohn des Team-Managers später an der Seite von Fabienne Deprez erneut (21:10/21:15). Für Deprez war es der vorerst letzte Auftritt in der Halle des FC Langenfeld — zumal ihr Einzel gegen die verletzte Sabereh Kabiri ausfiel. Beschäftigungslos blieb auch Sven Eric Kastens, der im Einzel gegen den Engländer Rhys Walker nichts riskieren wollte — und wegen der Rückenschmerzen aufgab.

Ein seltsames Fazit dürfte Fabienne Deprez nach dem Doppelspieltag gezogen haben. Nach zwei 2:6-Niederlagen gegen Refrath und Wittorf steht ihr zukünftiger Verein Gifhorn als Absteiger in die Regionalliga fest. Für die sportliche Entwicklung dürfte der Weg nach Niedersachsen also zunächst wenig bringen. "Das Risiko war mir bewusst", sagt die 22-Jährige, "aber für mich zählt eher die mittelfristige Perspektive." Diese sei bei dem als Bundesliga-Absteiger in die Saison gestarteten Verein nach wie vor gut: "In Gifhorn gibt es die Rahmenbedingungen, in der Bundesliga spielen zu können — auch finanziell."

Die Regionalliga sei nur eine Zwischenstation auf dem Weg nach oben. Das sah der FCL seinerzeit nach dem Rückzug aus der Bundesliga 2010 auch so. Es folgten dan allerdings drei harte Jahre in der Drittklassigkeit, bevor der Aufstieg zurück in die 2. Bundesliga gelang. Ob Fabienne Deprez diesen steinigen Weg vielleicht erneut gehen muss, wird sich zeigen. Gleiches gilt für die Frage, ob der FCL selbst nach dem Abgang von Deprez eventuell mehr Höhen als Tiefen erlebt.

(dora)