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Fußball: Euphorie light: "Nur" gegen den FC Ingolstadt

Fußball : Euphorie light: "Nur" gegen den FC Ingolstadt

Fußball-Oberligist SF Baumberg hatte für die erste Runde des DFB-Pokals auf ein Traumlos gehofft – das allerdings nicht kam.

Fußball-Oberligist SF Baumberg hatte für die erste Runde des DFB-Pokals auf ein Traumlos gehofft — das allerdings nicht kam.

Die Beteiligten hatten ausreichend vorgeglüht und zum Teil schon ein kraftraubendes Programm hinter sich. Besonders die Mannschaft des Fußball-Oberligisten SF Baumberg (SFB), die erst am Abend vorher von der Mannschaftstour an den Ballermann zurückgekehrt war, fieberte dem Ereignis im proppenvollen Vereinsheim an der Sandstraße entgegen.

Ein paar Minuten war die Auslosung für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals in der ARD-Sportschau alt, als Ex-Nationalspielerin Nia Künzer das Los mit den Baumbergern zog — die zunächst dank einer Video-Einspielung noch mal den 1:0-Erfolg im Finale des Niederrheinpokals gegen den Regionalligisten RW Oberhausen feiern durften.

Ziemlich genau 60 Sekunden später schien jemand einen riesigen Kübel Eis ausgeschüttet zu haben. Als DFB-Präsident Wolfgang Niersbach die Aufschrift RB Leipzig in die Kameras hielt, riss er viele Baumberger ziemlich unsanft aus allen Träumen. Dass die Prozedur kurz darauf wiederholt werden musste, weil Drittliga-Aufsteiger Leipzig gar kein Profi-Verein ist und im falschen Topf gelandet war, bekamen manche nicht mal mehr richtig mit — weil sie sich blitzartig einen Weg nach draußen gebahnt hatten.

Als dann in der Wiederholung der Zweitligist FC Ingolstadt als sicherer und korrekter Baumberger Gegner ermittelt war, kam es dem einen oder anderen eher wie ein Trostpflaster vor, das nicht richtig halten mag.

Mittelfeldspieler Nils Esslinger, dessen Last-Minute-Freistoß im Niederrheinfinale gegen Oberhausen überhaupt erst die Grundlage für größere Pokalträume lieferte, fasste die allgemeine Gemütslage gut zusammen: "Es ist okay. Natürlich ist Begeisterung etwas anderes, wenn man mal eine solche Chance hat." Kollege Louis Klotz, in der zurückliegenden Saison ebenfalls eine tragende Säule, wagte voller Galgenhumor lieber einen Blick nach vorne: "Dann müssen wir eben die zweite Runde erreichen." Heimkehrer Necati Ergül, bis zum vergangenen Wochenende für den Landesligisten TuSpo Richrath unterwegs, sparte sich einen längeren Kommentar lieber. "Ich war mit auf Tour. Meine Stimme ist fast weg."

Fast weg ist auch der bisherige Trainer David Moreno, der kurz vor Weihnachten als Nachfolger des damals entlassenen Jörg Vollack an die Sandstraße kam. Klar: Moreno, der den Verein aus beruflichen und privaten Gründen wieder verlässt, machte sich ganz viele Gedanken — und kam dabei zu einem erstaunlichen Ergebnis.

"Wenn es eine Chance gibt, die zweite Runde zu erreichen, dann gegen einen Klub wie Ingolstadt", fand Moreno, der gewöhnlich nicht gerade als Utopist gilt. Sein Aufbaumittel für Baumberg: "Ingolstadt hat in Marco Kurz einen neuen Trainer und in Thomas Linke einen neuen Sportdirektor. Die bauen dort eine neue Mannschaft auf — die am Anfang noch gar keine Mannschaft sein kann. Und dann werden sie Baumberg sicher unterschätzen."

Eher unaufgeregt gaben sich zwei hohe Funktionsträger. "Es ist doch gut, dass die Sportfreunde überhaupt so weit gekommen sind", fand Bürgermeister Daniel Zimmermann, der den Verein bei der Bewältigung der nun anstehenden Aufgaben unterstützen würde: "Wenn Herr Schick eine Idee hat, sind wir gerne bereit, zu helfen." Herr Schick ist in diesem Fall Jürgen Schick, der momentan permanent in Beschlag genommene Vorsitzende der Sportfreunde — für den die Arbeit jetzt mal wieder richtig losgeht.

"Ich habe mich immer bemüht, auf dem Boden zu bleiben", sagte Schick, der das Ausbleiben eines Traumloses aus der Kategorie Bayern München oder Borussia Dortmund ebenso sachlich trägt wie den Umgang mit der Realität aus Ingolstadt.

Selbst diese Wirklichkeit wird schließlich zu einem außergewöhnlichen Kraftakt und zunächst steht die Frage nach dem Stadion auf dem Programm. "Wir werden in der nächsten Woche Gespräche mit der Stadt Düsseldorf und Bayer Leverkusen führen. Soll heißen: Im Topf befinden sich als große Lösungen die Esprit-Arena und die BayArena sowie als kleinere Modelle das Paul-Janes-Stadion und das Haberland-Stadion. Vermutlich gibt es schlimmere Schicksale, als sich darüber den Kopf zu zerbrechen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: DFB-Pokal 13/14: Panne bei Auslosung der 1. Runde

(RP/ila)