Fußball: „Es geht ja immer weiter“

Fußball : „Es geht ja immer weiter“

Tommy Jansen, Trainer beim Fußball-Kreisligisten TuSpo Richrath II, lag nach einem Motorrad-Unfall in der Eifel knapp zwei Wochen im künstlichen Koma. In der Reha erwarten ihn pro Tag zwischen fünf und sieben Anwendungen.

Erst sprang sein Motorrad nicht an. Daraufhin lieh sich Tommy Jansen, Trainer des Fußball-Kreisligisten TuSpo Richrath II, eine andere Maschine für einen Trip durch die Eifel. In einer Kurve kam ihm ein anderer Motorradfahrer entgegen, der zu weit in die Fahrbahn des 36-jährigen Trainers fuhr. „An den Unfall kann ich mich nicht erinnern. Aber an die Situation davor und als ich nach dem Aufprall wieder aufgewacht bin. Jetzt komme ich so langsam wieder in Schwung“, sagt Jansen.

„Das ganze hatte auch eine positiven Aspekt. Ich habe mit dem Rauchen aufgehört. Das hätte ich in meinem alten Trott bestimmt nicht geschafft“, erzählt er mit einem verschmitzten Lächeln. Im Großen und Ganzen stellt der Langenfelder, der knapp zwei Wochen im künstlichen Koma lag, seine Gesamtsituation eher komisch dar. „Es geht ja immer weiter. So muss man nichts übers Knie brechen und keiner hat ein Problem mit der unangenehmen Situation“, erklärt er. Durch die viele Bewegung in der Therapie und die Ernährungsumstellung in der Klinik hat der Trainer an Gewicht verloren.

Viele Anwendungen

Von Morgens bis in den späten Nachmittag hinein warten auf den Logistiker zwischen fünf und sieben Anwendungen. „Da sind die Pfunde nur so gefallen. Vielleicht werden es am Ende der stationären Therapie noch ein wenig mehr Kilos, die verschwinden. Bis jetzt sind es zwölf Kilo“, verrät der TuSpo-Coach. Zurzeit bewegt er sich entweder mit einem Rollstuhl fort oder benutzt Achselkrücken. „Ich kann mich noch nicht so gut auf meinem Arm aufstützten, da der total zertrümmert war. Das wird erst nach und nach besser. Mit den Achselkrücken komme ich so 200 Meter weit.“ In den Pausen hat Jansen viel Zeit, um zu telefonieren. Meist erkundigen sich Freundin Kerstin (42) oder seine Eltern nach dem Wohlbefinden. „Hier hat man viel Ruhe. Die Telefonate sind eine willkommene Abwechselung“, erklärt Tommy Jansen.

„Werde alles langsam angehen“

Nach dem Unfall übernahm der ehemalige TuSpo-Spieler Guido Künzel für seinen Freund das Traineramt, gab aber nach nur acht Partien den Posten wieder auf. „Ich wäre gerne bis Tommys Rückkehr geblieben, aber ich hatte einfach eine andere Vorstellung von der Arbeit“, gibt Künzel offen zu. Wer nun an der Seitenlinie der Kreisliga-Reserve steht, ist noch offen. „Ich werde alles langsam angehen. Wenn ich wieder laufen kann und in meinen Job zurückgekehrt bin, werden wir sehen, wo und wie ich mich wieder einbringen kann“, sagt Jansen.

(RP)
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